Coach lobt Willenstor des Youngsters

Dressel über Köllner: „Alles top. Ich find‘s super“

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Fingerzeig eines Talents: 1:1-Schütze Dennis Dressel. 

Der 21-jährige Dennis Dressel rettet mit dem Treffer zum 1:1 einen Derby-Punkt und schwärmt vom neuen Trainer. Der blickt bereits auf das Spiel gegen Unterhaching.

München – Sarpreet Singh bog zielsicher links ab, Richtung Löwen-Kabine. Ein beliebter Derbyfehler, wenn beide Lokalrivalen im selben Stadion zu Hause sind. Gestern jedoch hätte das junge Bayern-Talent aus Neuseeland wenig zu befürchten gehabt, wäre er zwischen halbnackten Spielern des Gegners gelandet. Der Aggressionspegel ging nach Schlusspfiff gegen Null. Wo man auch hinschaute nach dem 1:1 im ersten Drittligavergleich zwischen Blau und Rot – überall schien das wohlige Gefühl vorzuherrschen, sich im brisanten Nachbarschaftsvergleich keine Blöße gegeben zu haben.

Es gibt Unentschieden mit zwei gefühlten Verlierern – etwa das 3:3 zwischen Dortmund und Paderborn am Bundesliga-Freitag. Am Sonntag in Giesing gab es kaum einen Akteur, der nicht betonte, wie gut sich mit dieser Punkteteilung leben lässt. „Es war viel Feuer drin, aber alles im Rahmen des Erlaubten. Am Ende muss man den Punkt mitnehmen“, bilanzierte Kwasi Wriedt, der mit seinem Elfmetertor die von Bayern überlegen geführte erste Hälfte entschieden hatte. Dennis Dressel, Torschütze beim selbstbewussten 1860-Auftritt nach der Pause, sagte: „Die zweite Halbzeit war richtig gut. Mit etwas Glück machen wir sogar noch das zweite Tor und gewinnen.“ Ein Verdienst auch des neuen Trainers Michael Köllner? „Alles top“, urteilte Dressel,: „Ich find’s super. Hat man ja auch gesehen, als wir dann noch eine super Leistung auf den Platz gebracht haben.“

Löwen-Fans singen: „Die Nummer eins der Stadt sind wir“

Draußen feierten die nach dem Spielverlauf moralisch überlegenen 1860-Fans („Die Nummer eins der Stadt sind wir!“), drinnen im Kabinentrakt wurden Smartphones gereckt, auf denen die umstrittene Elfmeterszene selbst mit Screenshots nicht zweifelsfrei aufgelöst werden konnte. Christian Früchtl, der starke FCB-Keeper, sagte zum aus der Hand gegebenen Bayern-Vorteil: „Das müssen wir noch lernen: Dass wir mehr Nadelstiche setzen, wenn wir unter Druck kommen.“ Auch Köllner sprach lieber über die positiven Erkenntnisse im Spiel seines neuen Teams. Zum Beispiel über Dressels Willenstor: „Er hat so lange nachgearbeitet, bis der Ball endlich drin war. Ich denke, das war am Ende auch symptomatisch für die ganze zweite Halbzeit.“

Guten Gewissens gewährte Köllner seinen Derby-Nichtverlierern einen freien Montag. „Wir werden ein bisschen durchschnaufen – dann bereiten wir uns auf den nächsten Fight vor, am Sonntag in Haching.“ 

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