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Torregen vor leeren Rängen: 1860 gewinnt spektakuläres Geisterspiel

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Von: Ludwig Krammer

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Dieses Spiel hätten die Fans des TSV 1860 wohl gerne miterlebt: Vor leeren Rängen haben die Löwen am Dienstag ihr Geisterspiel gewonnen - und das hatte es in sich.

München - Über mangelndes Glück können sich die Löwen in dieser Regionalliga-Saison bislang wirklich nicht beschweren. Drei Tage nach dem 2:0 gegen Rosenheim verhalf dem TSV 1860 auch gestern beim Geisterspiel gegen Nürnberg II ein Eigentor zum Sieg. Nachdem der Club-Nachwuchs zwischenzeitlich einen 1:3-Rückstand ausgeglichen hatte, traf Heußer per Kopf zum 4:3 für Sechzig in den eigenen Kasten (87.), Karger sorgte zwei Minuten später für den 5:3-Endstand. Mit zwölf Punkten liegen die Sechziger vor den ungeschlagegen Schweinfurtern (ein Spiel weniger) an der Tabellenspitze.

„Ich bin eher sauer, wenn ich ehrlich bin“, lautete das Fazit von 1860-Trainer Daniel Bierofka. „Wenn du 3:1 führst, darfst du nicht mehr so viel zulassen. Was mir in meiner Trainerkarriere noch nie passiert ist: Wir kriegen aus zwei Standardsituationen zwei Tore. Ich erwarte einfach, dass wir so ein Spiel zu Ende spielen. Gut war vielleicht, dass wir nochmal ein Spiel hintenraus gewonnen haben, wie zuletzt gegen Rosenheim. Das 4:3, auch wenn es wieder ein Eigentor war, haben wir erzwungen.“

Die Temperaturen passten zum Einlaufsong „Welcome to the Jungle“. 34 Grad im Schatten zeigte das Thermometer, auf dem Rasen konnte man wohl noch zehn dazurechnen. Da hatten es die rund hundert Zuschauer auf der Haupttribüne besser. Kluboffizielle, Angehörige von Spielern, dazu noch eine Handvoll Edelfans saßen unter dem Dach verteilt. Und schmunzelten vor sich hin, als von der Grünwalder Straße die „TeeEssVauuu“-Rufe einiger Dutzend Fans über die Osttribüne ins Stadion drangen.

Fußballerisch gab‘s weniger zu lachen

Fußballerisch gab’s eher weniger zu lachen. Nach einer unterhaltsamen Anfangsviertelstunde mit bedenklichen Abwehrleistungen auf beiden Seiten verflachte die Partie zusehends. Die 1:0-Führung durch Sascha Mölders nach einem Steckpass von Nicolas Andermatt hielt gerade mal drei Minuten, dann fasste sich Nürnbergs Jonas Hofmann aus knapp 40 Metern ein Herz und feuerte die Kugel über 1860-Keeper Hiller hinweg ins linke Kreuzeck. Ein Traumtor, das den Club-Nachwuchs beflügelte, während die Löwen außer einem Mauersberger-Kopfball an den Pfosten (17.) nicht mehr viel zustande brachten. Inspirierter zeigte sich der Stadion-DJ, der die Halbzeitpause tagesaktuell mit „Ghostbusters“ einleitete.

Nach dem Wechsel überschlugen sich die Ereignisse. Erst holte Gebhart gegen Hufnagel einen Elfmeter heraus und verwandelte selbst (49.), vier Minuten später traf Kapitän Felix Weber nach Vorlage von Jan Mauersberger per Kopf zum 3:1. Die Entscheidung? Von wegen! Hercher nach einem Freistoß (56.) und Ex-Löwe Alex Fuchs aus 18 Metern (63.) schockten die Sechziger mit dem Doppelschlag zum Ausgleich. Am Ende war’s wie eine Wiederholung des Rosenheim-Spiels. Was Glücksgöttin Fortuna wohl am Samstag beim SV Schalding-Heining einfällt? Bierofka: „Wir müssen sehen, dass wir wieder schnell regenerieren. In Schalding wird wie in Buchbach Volksfeststimmung sein.“

Hier können Sie den Ticker des Spiels 1860 gegen 1. FC Nürnberg noch mal nachlesen.

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