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TSV 1860: Kehrtwende in der Causa Gorenzel

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Von: Ludwig Krammer, Uli Kellner

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1860-Sportchef Günther Gorenzel gestikuliert.
Bleibt Günther Gorenzel Löwen-Sportchef? Es sieht nun doch danach aus. © Imago

Eine von drei akuten Fragen scheint beantwortet zu sein. Spannend bleibt das Thema Transfers: 1860 hat Interesse an zwei Stürmern, aber aktuell kein Geld.

Alter Schwede! Ein Doppelpack von Gustaf Nilsson hat Markus Kauczinski seinen ersten Sieg als Wehen-Coach beschert (2:1 gegen Halle) – und auch dem TSV 1860 wehgetan. Durch das Montagabendspiel ist der Vorjahresvierte auf Platz 10 abgerutscht – das Feld hinter der angestrebten Aufstiegszone verdichtet sich. Die tabellarische Hypothek ist aber nicht das einzige Thema, das die Löwen mit in die am Montag in Würzburg beginnende Rückrunde schleppen.

Thema Sportchef

Kommando zurück heißt es seit einer Sitzung des erweiterten Geschäftsführungs-Beirats am Montagabend (u.a. mit Ismaik-Anwalt Andrew Livingston) – die Löwen wollen nun doch mit dem in die Kritik geratenen Günther Gorenzel weitermachen. Zur Erinnerung: Nach den jüngsten Heimpleiten galt es bei der Ismaik-Seite als ausgemachte Sache, nicht mit dem Österreicher über die Saison hinaus zu verlängern. Nach intensiver Sondierung und dem 2:0-Sieg in Dortmund heißt es jetzt, man wolle auf Kontinuität setzen, vermutlich auch der finanziellen Lage geschuldet. Ein neuer Sportchef würde nicht nur Geld kosten, sondern auch wissen wollen, wie viel er für eine Kader-Renovierung ausgeben kann. Spoiler: Viel ist es nicht.

Semir Telalovic vom FV Illertissen hat das Interesse der Löwen geweckt.
Ins Blickfeld der Löwen gestürmt: Serim Telalovic (21) erzielte in 23 Regionalliga-Spielen für Illertissen 15 Tore. © Imago

Thema Neuzugänge

Was für Personalwechsel gilt, gilt erst recht für Personal-Einstellungen. Die Umsetzbarkeit ist vom Zufluss liquider Mittel abhängig. Ein solcher, nicht eingeplanter Ertrag könnte sich durch den Vorstoß ins Viertelfinale des DFB-Pokals ergeben. Das Problem: Ob’s klappt, wissen die Löwen erst, wenn am 18. Januar das Achtelfinale gegen den KSC gespielt ist. Fraglich, ob sich die Wechselkandidaten so lange hinhalten lassen. Bekanntlich hat 1860 Türkgücü-Verteidiger Filip Kusic, 25, im Visier. Interesse besteht zudem an Pascal Sohm (30, Dresden) und Semir Telalovic (21, Illertissen), die beide von der Landshuter Soccernation Group vertreten werden. Deren Agent Sebastian Schulze sagte zu unserer Zeitung: „Ich weiß, dass 1860 die beiden auf dem Schirm hat, aber es gab noch keine konkreten Gespräche. Allzu viel Zeit sollten sie sich nicht lassen, denn beide sind Stürmer – und die werden von vielen Vereinen gesucht.“ Speziell der bosnienstämmige Regionalliga-Senkrechtstarter Telalovic sei heiß begehrt: „Ist ja auch wenig verwunderlich, so wie er abgeliefert hat (15 Tore/23 Spiele).“

Dresdner Pascal Sohm bei einem Kopfball im Spiel gegen den TSV 1860.
Möglicher Mölders-Ersatz: Dresdens Pascal Sohm steht laut seinem Berater bei 1860 auf dem Zettel. © Imago

Thema Mölders

Eine kleine Entlastung des Etats wäre es, wenn man sich mit dem ausgemusterten Ex-Kapitän auf eine Vertragsauflösung einigen könnte. Jedoch: Aktuell herrscht Stillstand in den Verhandlungen zwischen Gorenzel und Mölders-Berater Serafino Luzzi. Aus Sicht des 36-Jährigen verständlich, nachdem zuletzt zwei mögliche Fluchtrouten verbaut wurden. Der Abfuhr von Türkgücü folgte die Absage von Mölders’ Heimatverein Rot-Weiss Essen. Und dass der Alphalöwe reumütig zurückkehrt und in der Rückrunde den braven Reservisten gibt, gilt als ausgeschlossen. Bei Magenta-Sport sagte Gorenzel am Samstag: „Fakt ist, dass in den letzten Wochen die Leistungen nicht mehr so gegeben waren. Aufgrund dessen hat sich seine Rolle verschoben.“

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