Warten auf den ersten Saisonsieg

Löwen im Formtief - woran liegt's?

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Gary Kagelmacher und Stefan Mugosa lassen zurecht die Köpfe hängen. 

München - Auch unter dem neuen Trainer Benno Möhlmann warten die Löwen weiterhin auf den ersten Dreier der Saison. Die tz sucht nach Gründen für die Formschwäche der Sechziger. 

Die Magen-Darm-Grippe ist am Abklingen, 1860-Trainer Benno Möhlmann befindet sich auf dem Weg der Besserung. Von seiner Mannschaft lässt sich dies nach den Eindrücken aus dem KSC-Spiel nicht behaupten. Beim 0:1 gegen schwache Badener blieben die Löwen erneut den Beweis ihrer Zweitligatauglichkeit schuldig, schafften auch im elften Saisonspiel keinen Sieg. Woran es liegt? Die tz betreibt Ursachenforschung.

Der Kader: Sich als Relegations-Überlebender nicht zu verstärken, war grob fahrlässig und lässt sich nicht ausschließlich mit dem wochenlangen Theater um Gerhard Poschner entschuldigen. Der Kader ist in keinem Mannschaftsteil überdurchschnittlich besetzt, von Rubin Okotie und Chris Schindler abgesehen gibt es aktuell keinen Profi, der höheren Zweitliga-Ansprüchen genügt. Es langd hoid ned – auf auf gut Bairisch gesagt. Nordlicht Möhlmann antwortete auf die Qualitätsfrage gestern: „Ich will das jetzt nach einem Spiel nicht schon so sehen.“ Das Transferfenster öffnet am 2. Januar 2016.

Der Kopf: Vitus Eicher fasste die mentale Großwetterlage nach dem KSC-Spiel so zusammen: „Im Sommer waren wir positiv gestimmt, dass wir eine ordentliche Mannschaft haben, die den nächsten Schritt gehen kann. Dass wir jetzt nach dem elften Spieltag da unten stehen, ist beschissen. Wir brauchen einen Sieg, damit das Selbstvertrauen wiederkommt.“ Möhlmann wählt seine Worte als erfahrener Trainerpsychologe sorgfältig: „Zu diesem Zeitpunkt der Saison ist keine Mannschaft so am Boden, dass sie nicht wieder aufstehen kann. Natürlich sind die Spieler jetzt niedergeschlagen, dass es wieder nicht geklappt hat. Sie haben dafür aber letztlich zu wenig getan. Wir haben nicht die Bereitschaft gehabt, den schnellen, mutigen Pass nach vorne zu spielen, um dann mit Tempo nachzurücken. Speziell auf den Außenbahnen muss mehr Dampf kommen.“

Die Theorie: Bei vier Punkten Rückstand auf Platz 15 wirkt die Treppe aus dem Keller schon steil. Möhlmann nimmt’s mit Humor. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Tabelle einen runterzieht, weil viel weiter kannste nicht runterrutschen“, sagte er am Dienstag. „Es ist einfach die Zielsetzung, bis Weihnachten den Anschluss zumindest an den Mittelfeldbereich zu kriegen.“ Wieviel Punkte zum Klassenerhalt nötig seien? Möhlmann: „Ich glaube, dass acht Siege und dazu noch fünf, sechs Unentschieden reichen.“

Die Praxis: Abräumer Milos Degenek ist nach verbüßter Gelbsperre am Freitag (18.30 Uhr) in Fürth spielberechtigt, dazu dürfte auch Innenverteidiger Rodnei (Magen-Darm-Adduktoren) zurückkehren. Für Möhlmann ist die Partie im Ronhof ein gefühltes Heimspiel, er trainierte die SpVgg in drei Etappen insgesamt acht Jahre lang. „Ich bin schon paar Jahre weg in Fürth“, sagte der 61-Jährige gestern. „Das ist eine spielstarke Mannschaft. Die darf man nicht in Ruhe lassen, man muss sie beschäftigen. Ich glaube, dass sie im Abwehrbereich schon bezwingbar sind, aber dafür müssen wir natürlich besser spielen als gegen Karlsruhe.“ Zuletzt verloren die Fürther 0:5 gegen Bochum und 2:5 in Freiburg. „Man muss aber auch die offensive Qualität von Bochum und von Freiburg anerkennen“, sagte Sportdirektor Michael Mutzel danach. Worte, die ihm bei einer Pleite gegen 1860 wohl kaum jemand abnehmen würde.

lk

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