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Bürgermeisterin Strobl: „Das Grünwalder ist ein Stück München“

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Von: Klaus Vick

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Ein Stadion als Herzensangelegenheit: Sport-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) beim Ortstermin im Grünwalder. Die Kapazität des Stadions soll erweitert werden
Ein Stadion als Herzensangelegenheit: Sport-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) beim Ortstermin im Grünwalder. Die Kapazität des Stadions soll erweitert werden. © Sigi Jantz

Vor einem Jahrzehnt stand die Löwen-Spielstätte vor dem Abriss. Heute erlebt das Grünwalder Stadion eine Renaissance. 15.000 Fans passen nach dem Umbau in die traditionsreiche Stätte! Geht da noch mehr?

München – Zehn Jahre ist es her, als es konkrete Pläne gab, das Grünwalder Stadion abzureißen. Die Stadt verhandelte mit Investoren bereits über Wohnungsbau und ein Einkaufszentrum. Eine Rückkehr der Löwen auf Giesings Höhen schien so weit weg zu sein wie der Kilimandscharo. Heute ist alles anders, nachdem damals doch der Grundsatzbeschluss gefällt worden war, die Arena zu erhalten. 1860 sieht seine Perspektive zumindest mittelfristig im „Grünwalder“. Die Frage ist nur, welche Zuschauerzahl mittelfristig möglich sein wird. Von der kommenden Saison an sind es zunächst einmal 15.000. Zwar mehr als in der abgelaufenen Spielzeit (12.500), aber natürlich weitaus weniger als in den 90er-Jahren, als noch knapp 30.000 Löwen-Fans zu den Heimspielen pilgern konnten.

Am Freitag hat die Stadt bei einem Ortstermin die aktuellen Umbaumaßnahmen erläutert. Was den Blick in die Zukunft betrifft, zeigten sich die Rathaus-Vertreter eher zugeknöpft. Sport-Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) bekannte nur: „Mein Herz hängt an diesem Stadion. Es ist ein Stück München.“ Auf Zahlen wollte sie sich nicht festlegen. Klar ist aber, dass ihre Partei bereits beantragt hat, das Grünwalder Stadion auf eine Kapazität von 18.600 auszubauen.

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Diesen plakativen Antrag hätte die SPD-Fraktion kaum gestellt, würde es nicht Signale geben, dass dies möglich ist – wiewohl die Stadtverwaltung noch mauert. Alles wartet auf die Ergebnisse einer referatsübergreifenden Untersuchung, welche Zahl ohne große Umbaumaßnahmen und welche Kapazität maximal denkbar wäre. Auch Polizei und Kreisverwaltungsreferat sind beteiligt. Die CSU-Fraktion hatte dies bereits im November 2017 beantragt. Strobl und Sportreferentin Beatrix Zurek (SPD) erklärten am Freitag unisono: „Wir wollen schnellstmöglich eine Klärung dieser Fragen, damit die Diskussion zu einem Ende kommt.“ Zurek geht davon aus, dass der Stadtrat noch im Herbst 2018 mit der Frage einer weiteren Erhöhung der Zuschauerkapazität befasst wird.

TSV 1860: Auch die Zweitliga-Tauglichkeit ist ein wichtiges Thema

Dabei dürfte es auch um die Frage der Zweitligatauglichkeit des Stadions gehen. Derzeit ist die Arena nur für die Dritte Liga zugelassen. VIP-Logen, Sponsorenflächen, Sicherheitsvorkehrungen – bei all dem müsste nachgebessert werden. „Die Gesamtschau macht es schwierig“, sagte Zurek – übrigens selbst großer Löwen-Fan. „Lassen Sie uns zunächst die Zuschauerzahl klären – und dann den Rest“, so die Sportreferentin. Für die aktuellen Umbaumaßnahmen, die binnen sieben Wochen abgeschlossen waren, hat die Stadt 1,5 Millionen Euro ausgegeben. Die Mauer in der Ostkurve wurde aus Schallschutzgründen erhöht, außerdem fünf neue Lautsprechermasten installiert. In der Westkurve wurden die Wellenbrecher statisch ertüchtigt beziehungsweise erneuert. Außerdem gibt es neue WCs, zwei Kioske wurden erweitert, einer neu gebaut. Statt zehn können jetzt 35 Rollstuhlfahrer die Spiele verfolgen. In der Westkurve finden nun rund 7200 statt bisher 4700 Zuschauer Platz.

Ob eine Erweiterung auf 18 600 Zuschauer schon zur Rückrunde der Drittliga-Saison der Löwen kommt? „Da wage ich keine Prognose“, sagte Zurek. Es bleibt geheimnisvoll, wobei eines feststeht: Heute ist der Abriss des Grünwalder Stadions so weit weg wie der Kilimandscharo. Und ein weiterer Ausbau vielleicht so nah wie der Nockherberg. 

Klaus Vick

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