TSV 1860 kämpft in Lübeck um den Anschluss

Eher wolkig als heiter: 1860 muss siegen, nicht nur für Köllners Laune

Richard Neudecker befördert den Ball mit der Hacke ins Tor des VfB Lübeck.
+
Zaubert er am Mittwoch wieder? Richard Neudecker bei seinem spektakulären Hackentor im Hinspiel (Endstand 4:1).

Das Ergebnis des Montagabendspiels sorgt beim TSV 1860 für erhöhten Druck. Weil Rostock mit 3:0 bei Türkgücü siegte, ist der Relegationsplatz bereits neun Punkte entfernt. Ein Sieg im Nachholspiel beim VfB Lübeck ist also Pflicht, wenn die Löwen im Aufstiegskampf nicht abreißen lassen wollen. Sicher wieder dabei: Keanu Staude, dem sein Blitztor beim 4:0 in Halle Auftrieb gegeben hat.

  • Ob Dresden am Montag ein Spitzenspiel wird, hängt vom 1860-Auftritt in Lübeck ab.
  • Keanu Staude hat beste Chancen, erneut in der Startelf zu stehen.
  • Köllner warnt vor Einwurfspezialist Malone: „Er peitscht die Bälle über 80 Meter durch die Luft.“

Das 6-Punkte-Spiel ist ein moderner Klassiker im Fußball. Wer den Begriff bei Google eingibt, erhält nahezu 19 Millionen Treffer – nicht berücksichtigt ist dabei jene Unterart, die heute auf den TSV 1860 zukommt. Lübeck ist ein Sechs-Punkte-Spiel, weil die Nachholpartie dazu dienen kann, den Rückstand auf den Relegationsplatz auf sechs Punkte zu verkürzen. Neun sind es aktuell – geschuldet nicht zuletzt dem Montagabendspiel der 3. Liga.

Natürlich hat auch 1860-Coach Michael Köllner reingezappt, als Türkgücü gegen den Aufstiegsrivalen Rostock die Hoffnungen beider Münchner Vereine gedämpft hat. Köllners knapper Kommentar zum 3:0-Sieg des FC Hansa: „Ich hab’s verfolgt. Ich schau’ mir viele Spiele im Fernsehen an. Zur Tabelle: Rostock hat jetzt drei Punkte mehr als vor dem Spieltag. Für uns gibt es noch 33 Punkte zu holen. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.“

Mit seinem schmallippigen Kommentar nährte Köllner den Verdacht, dass seine überschaubare Laune die 4:0-Gala von Halle überdauert hat. „Ein Spiel ändert meine Gefühlslage nicht“, bestätigte er auf Nachfrage: „Vor ein paar Wochen hat mich eine Niederlage nicht sonderlich geärgert – genauso wenig wird mich jetzt ein Sieg aus allen Wolken hauen.“

Vor ein paar Wochen hat mich eine Niederlage nicht sonderlich geärgert – genauso wenig wird mich jetzt ein Sieg aus allen Wolken hauen.

1860-Coach Michael Köllner.

Zu Köllners Leidwesen ist zuletzt einiges an Niederlagen zusammengekommen. Die Ergebnis-Schludrigkeit zwischen Zwickau (31. Januar) und Duisburg (6. März) hat dazu geführt, dass die Löwen ab sofort unter verschärftem Siegdruck stehen – auch heute in Lübeck, wo die Ausgangslage für Köllner eindeutig ist. „Wenn der Fünfte beim Letzten antritt, ist das ein Brett, über das man nicht diskutieren muss“, sagte er, warnte aber trotzdem vor tugendhaften VfB-Kickern, lichten Lübecker Momenten (kürzlich: 1:0 gegen Rostock) – und vor einem Spieler, der auch in der Leichtathletik eine gute Figur machen würde. „Ryan Malone ist ein ausgewiesener Einwurfspezialist. Er peitscht die Bälle gefühlt über 80 Meter durch die Luft – wie einen scharfen Flugball.“ Für Köllner wird es heute vor allem an der Einstellung liegen, ob die Löwen siegreich aus diesem ungleichen Duell hervorgehen.

Aus der Überholspur: Keanu Staude krallt sich fest im Team der Löwen.

Als gesichert gilt, dass sich an der Halle-Elf wenig ändern wird. Auch Keanu Staude darf auf seinen nächsten Einsatz in der Startelf hoffen. Zwar sei der Neuzugang nach dem Spiel platt und übermüdet gewesen, doch es gibt ja auch den mentalen Aspekt: „Das frühe Tor hat für ihn eine Menge bewirkt. Danach bist du natürlich obenauf.“

Damit auch Köllners Gefühlswetterlage wieder von wolkig auf heiter umschlägt, sind drei Punkte im hohen Norden unerlässlich. Vorsorglich warnt der Coach davor, nicht schon heute an Montagabend-Gegner Dresden zu denken. „Jedes Spiel ist schwierig“, sagt er: „Die letzten Wochen haben wir nicht gerade mit Konstanz geglänzt. Wir tun daher gut daran, uns zu 100 Prozent auf Lübeck zu konzentrieren.“

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare