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Boyamba über Münchner Fans: „Die einen kaufen Mané-Trikots, bei den anderen ist es wahre Liebe“

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Von: Uli Kellner

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Joseph Boyamba spricht zur versammelten 1860-Presse und gestikuliert dabei.
Schon als Kind in NRW ist ihm der Löwe begegnet: 1860-Neuzugang Joseph Boyamba, 25. © Stefan Matzke / sampis

Zuletzt machte ihm eine leichte Muskelverhärtung zu schaffen, ansonsten geht es Joseph Boyamba blendend. Er hat sich gut bei 1860 eingelebt - und Großes vor.

Die Eltern aus dem Kongo, er selbst hörbar aus der Kölner Ecke. Offensivtrickser, fußballsozialisiert im Ruhrpott mit der Kapitänsbinde bei Borussia Dortmund II als Höhepunkt (2018 - 20). „Er sieht Räume, die andere nicht sehen. Auch sein Tempo ist außergewöhnlich“, sagt 1860-Coach Michael Köllner über die Vorzüge des Neulöwen Joseph Boyamba, 25. Abwehrspieler Jesper Verlaat, 26, schon die letzten zwei Jahre Teamkollege von Boyanba in Mannheim, schwärmt: „Er hat eine unheimlich kalte Schnauze vor dem Tor.

“Und nicht nur das: Die kalte Schnauze aus Troisdorf ist zudem redegewandt, schlau (Abi mit den Schwerpunkten Französisch/Erdkunde) und offen für Neues. „Unfassbar schön“ fand er den Ausflug zur Fraueninsel mit der Mannschaft am Samstag: „Das könnte ein Rückzugsort für mich werden.“ Wegen der schönen Landschaft ist er allerdings nicht nach München gekommen, sondern „weil mir der Trainer das Gefühl gegeben hat, dass meine Personalie hier am meisten gebraucht wird“. Das und vieles mehr berichtete der Turbodribbler bei einer Kennenlernrunde mit den Löwen-Reportern. Boyamba über . . .

. . . seine(n) Spitznamen: „Angekommen bin ich mit dem Namen Jo, wurde dann aber sehr nett hier empfangen – mit Sepp. Ich denke, das wird sich einpendeln.“

. . . die Vorbereitung mit 1860: „Die ersten vier Wochen waren ziemlich knackig. Jetzt ist es gut, dass der Ligastart so langsam näher rückt. Die Jungs sind heiß, ich bin heiß. Wir freuen uns auf Dresden.“

. . . seine Idealposition: „Am liebsten schwimme ich um den Stürmer herum, ob das jetzt Cello (Bär) ist oder Lake (Lakenmacher). So kann ich mich frei entfalten und auch mal fallen lassen. Der Trainer sieht mich gerne im Zentrum, situativ kann ich aber auch mal außen spielen.“

. . . seine Jokerrolle in den letzten Tests: „Ungewohnt. Letztes Jahr habe ich fast jedes Spiel gespielt. Ich möchte das aber nicht vertiefen. Es gibt genug Spiele, um dem Trainer zu zeigen, dass man für die erste Elf gemacht ist.“

. . . seine Zeit in Dortmund: „Cheftrainer war damals Lucien Favre, kurz auch Edin Terzic. Als Kapitän der zweiten Mannschaft hatte ich einen guten Draht nach oben, aber fürs Bundesligadebüt hat’s nicht gereicht. Jetzt sehen wir uns im DFB-Pokal wieder. Ist natürlich ein Brocken, aber wir haben vorher ein paar Pflichtspiele, das ist schon mal gut.“

. . . „ersten kleinen Bezug“ zu 1860 als Kind: „In Troisdorf hatte ich einen in der Mannschaft, wo die Familie totale Löwen-Fans sind. Das Haus weißblau gestrichen, auch im Badezimmer alles weißblau: Handtücher, Becher, wat weiß ich. . . . Einmal im Jahr sind wir zusammen nach München hochgefahren – mit unserer Mannschaft, wo bis zur U 15 keiner zum Eff-Zeh oder nach Leverkusen gegangen ist. Und dann haben wir bei Blitzturnieren alle weggehauen, 1860, auch Nürnberg. Danach sind wir meistens in die Arena, die nachts schön gefunkelt hat – das waren tolle Erlebnisse.“

 . . . die Faszination 1860: „Man kriegt schon mit, was der Verein für eine Ausstrahlung hat, auf dem Fanfest oder so. Es ist kein Verein, der Drittligarekorde brechen soll, erst recht nicht nach zwei Jahren, wo es sehr knapp war. Man spürt diese Sehnsucht nach mehr. Und man merkt auch, dass die 1860-Fans in der Stadt die Oberhand haben. Die einen kaufen Mané-Trikots, bei den anderen ist es wahre Liebe.“

. . . das Saisonziel mit A: „Wir sind Profis und wissen, was wir sagen dürfen und was nicht. Wir wissen, was wir wollen. Jetzt geht es darum, klar in der Birne zu bleiben. Mit der Mannschaft und mit dem Trainer kann es auf jeden Fall was Gutes geben.“

. . . Teamgeist: „Es ist schon bemerkenswert und im Profifußball nicht üblich, wie hier die alten Spieler auf die neuen zugehen – und wie sich die neuen Spieler einfügen. Wenn man den Teamspirit bis zum Ende der Saison hochhält, sind das die Prozentpunkte, die den Unterschied machen können.“

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