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„Tempo, Tempo, Tempo!“ - Köllner verschärft die Gangart, auch verbal

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Von: Uli Kellner

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1860-Trainer Michael Köllner greift sich an den Kopf.
Konzentriert Euch, Löwen! Trainer Michael Köllner im ersten Training nach der 0:6-Pleite gegen Gladbach. © Imago

Verlagern, Gegenpressing, hellwach sein. Im ersten Training nach dem 0:6 im Test gegen Gladbach rüttelt Köllner seine Löwen auf. Dabei wird es auch mal lauter.

Stefan Lex, Marco Hiller und Tim Rieder waren fein raus am Dienstag, dem ersten Arbeitstag der Löwen nach der 0:6-Testspielklatsche gegen Mönchengladbach. Der TSV 1860 hatte den Kapitän, den Torwart und den zurückgekehrten Sechser nach Frankfurt entsandt, zum alljährlichen Media Day des DFB, wo für Sponsoren und Partner der 3. Liga lustige Videos gedreht werden. Das Kontrastprogramm fand derweil an der Grünwalder Straße 114 in München statt. Öffentliches Training stand auf dem Wochenplan, und das klang so in den Ohren der Fans, die sich dem hinteren Rasenplatz näherten. „Ihr spielt wie kleine Kinder!“ Wahlweise: „Scheiß-Ball, Erik!“ Oder „Schlechter Pass, Greilinger!“ Dass Michael Köllner in der Vorbereitung auf die neue Saison stimmlich zugelegt hat, ist nichts gänzlich Neues. Trainingsbeobachter gewannen jedoch den Eindruck, dass der Coach die Zügel noch mal richtig stramm gezogen hat.

Jede Aktion muss perfekt sein. Es reicht nicht, wenn ich den Ball irgendwie wegspiele – im Spiel sind wird dann sofort erledigt.

1860-Coach Michael Köllner im Training am Dienstag.

Die Reaktion auf die Gladbach-Lehrstunde vom Sonntag – sie lief unter dem wohlwollenden Arbeitstitel: Sinne schärfen! Denn wie Köllner den Seinen in einer Trainingspause zurief: „Jede Aktion muss perfekt sein. Es reicht nicht, wenn ich den Ball irgendwie wegspiele – im Spiel sind wird dann sofort erledigt.“ Oder an die Stürmer gerichtet: „Wenn ich ein Tor schießen will und ich brauch’ drei Kontakte, dann schieße ich nie eins.“ Auf Köllners Lehrplan: Verlagern, Gegenpressing, Passschärfe – das alles bei „Tempo, Tempo Tempo!“

Wobei es Köllner ansonsten nicht eilig hatte. Knackige 135 Minuten dauerte die erste Einheit der Woche – auch das ein Statement. Ebenso wie die Reaktion des Trainers, als ihn ein scharf geschossener Ball im Gesicht getroffen hatte. Kurz geschüttelt und weiter – Härte zeigen, auch gegen sich selbst. „Hat ja jeder selber Augen im Kopf“, brummte Köllner, als er von den Reportern um ein Trainingsfazit gebeten wurde. Auch da wirkte der sonst so smarte Coach ungewohnt schroff: „Heute keine Fragen!“ Weil die nächste Antwort auf dem Platz folgen soll – am Freitag bei der Generalprobe gegen Newcastle (14.30 Uhr).

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