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Köllner gut erholt: „Dann haben wir eine gute Chance, in die 2. Liga zurückzukehren...“

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Von: Uli Kellner

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1860-Trainer Michael Köllner trägt ein Tor.
Der Trainer packt an: Michael Köllner gibt alles für den Aufstieg, schießt zwar keine Tore, trägt sie aber. © Imago

Aubstadt? Schnee von gestern für den nach zwei Tagen in den Bergen bestens erholten Coach. Er tritt die Flucht nach vorne an und spricht erstmals vom Aufstieg.

Lockerer Smalltalk mit Trainingsplatz-Besucher Karsten Wettberg (80), dazu frische Bergbräune und ein Dauerlächeln im Gesicht – man sah Michael Köllner an, dass ihm die zwei Tage beim Fußballkongress am Arlberg gut getan haben. Sein Ärger über die Totopokal-Blamage in Aubstadt war verraucht, als er gestern Mittag die Trainingswoche einläutete – und, man höre und staune: Der 1860-Coach bläst nun auch offiziell zum Aufstieg. „Es geht jetzt darum, dass wir ein Superfinish hinbekommen“, sagt er beim 35-minütigen Pressetalk: „Denn dann haben wir eine gute Chance, in die 2. Liga zurückzukehren. Wir sind jetzt kurz vor der letzten Kurve – und dann geht es darum: Wer hat die besten Beine und den besten Kopf?“ Des Weiteren äußerte sich Köllner über . . .

. . . die Totopokal-Blamage: „Dass wir in Aubstadt ausgeschieden sind, war natürlich eine Enttäuschung. Das Einzige, was es etwas abmildert: Dass wir über die Liga weiterhin die Chance haben, den DFB-Pokal zu erreichen.“

. . . die Perspektiven seiner Löwen im Saisonendspurt: „Das Finish naht, die Tabellenkonstellation ist gut. Klar ist, unabhängig von Aubstadt: Wir wollen in der Liga unsere letzte Saison toppen. Ich erinnere an die Worte des Präsidenten: besser als Platz vier – das können wir schaffen, und an dem Thema werden wir arbeiten.“

. . . Saarbrücken am Samstag, eines von sieben Endspielen: „Wir haben ein Heimspiel, die Vorfreude ist groß, auch weil die G-Regeln fallen. Das Leben bekommt eine gewisse Normalität, und da wollen wir schon zeigen, zu was wir in unserem eigenen Stadion in der Lage sind. Auf jeden Fall sind wir in der Lage, Druck auszuüben – und Tore zu schießen.“

. . . den hocherhitzten Gegner, der sich um sechs Türkgücü-Punkte betrogen fühlt: „Ich glaube, dass nicht nur Saarbrücken im roten Bereich unterwegs sein wird. Auch wir werden im roten bzw. blauen Bereich unterwegs sein. Wir werden alles dafür tun, um das Spiel zu gewinnen. Unser Ziel ist, an Saarbrücken vorbeizuziehen.“

. . . den Türkgücü-Rückzug, von dem 1860 am stärksten profitiert: „Wir wissen auch, dass uns die sportpolitischen Entscheidungen in die Karten gespielt haben. Wir sind nicht stolz drauf, wollen uns aber nicht sieben Spiele lang dafür entschuldigen, dass wir noch mal eine Chance bekommen haben.“

Wir wissen auch, dass uns die sportpolitischen Entscheidungen in die Karten gespielt haben. Wir sind nicht stolz drauf, wollen uns aber nicht sieben Spiele lang dafür entschuldigen, dass wir noch mal eine Chance bekommen haben.

Michael Köllner zum Türkgücü-Rückzug, von dem 1860 punktmäßig am stärksten profitiert.

. . . die Spielweise: „Aubstadt ist Schnee von gestern. Ich glaube schon, dass wir eine Mannschaft sind, die sehr gutes Pressing spielt. In unseren besten Spielen haben wir das immer hinbekommen.“

. . . mentale Stärke: „Im Aufstiegskampf kommt es auf Nuancen an. Du musst unheimlich wachsam sein. Allein wenn der Platz nicht gut gemäht ist, hat das Auswirkungen – und auch sonst dürfen wir ab sofort nichts dem Zufall überlassen. Wir müssen jetzt den absoluten Fokus auf diese sieben Spiele legen – ohne die Mannschaft in Watte zu packen. Entscheidend ist, dass du die Mannschaft jetzt in eine absolute Top-Performance bringst.“

. . . das freigetestete Corona-Trio Belkahia, Dressel, Moll: „Alle drei hatten milde bis gar keine Verläufe. Auch die Untersuchungen wegen der Herzmuskel-Geschichte sind super ausgefallen – das Thema hat ja viele in Unruhe versetzt. Sie fangen jetzt reduziert an, machen nur einen Teil des Trainings mit. Am Ende ist das Ziel, dass uns die drei am Samstag gegen Saarbrücken helfen können.“

. . . die Rolle der Führungsspieler: „In den nächsten Wochen wird es generell auf unsere Eckpfeiler ankommen. Die müssen jetzt marschieren und den Karren ziehen.“

. . . die Krise der Löwen am Elfmeterpunkt: „Ich hoffe, dass wir da in den nächsten Wochen an Schärfe zulegen werden. Der letzte am Samstag hat mich richtig geärgert, aber jetzt ist bei Marcel Bär alles erledigt. Sein Kind ist da, eine Tochter. Die mentale Belastung der Schwangerschaft ist vorbei. Wer den nächsten Elfer schießt? I don’t know.“

. . . mögliche Transfers aus der Konkursmasse von Türkgücü: „Grundsätzlich muss man das beobachten, wenn so eine Mannschaft auf den Markt kommt. Man darf jetzt aber nicht hergehen und wie damals im Osten jedem Spieler ein Angebot machen, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Aber natürlich werden wir genau hinschauen.“

Zuletzt blamierten sich der TSV 1860 München und der 1. FC Saarbrücken im Pokal. Nun geht es für beide um den Aufstieg. Der Live-Ticker.

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