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Köllner zögert weiter: „Dann legen alle wieder die Hände in den Schoß...“

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Von: Uli Kellner

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Michael Köllner posiert im Landtag mit den 1860-Fans unter den Parlamentariern.
Sechs Politiker und ein parteiloser Trainer: Ex-SPD-Mitglied Michael Köllner inmitten der Löwen-Fans unter den Landtagsparlamentariern. Von links: Hep Monatzeder (Grüne), Martin Hagen (FDP), Albert Duin (FDP), Markus Büchler (Grüne), Inge Aures (SPD), Max Deisenhofer (Grüne). © FDP-Fraktion

Donnerstagfrüh lag er noch in Mallorca am Pool - am Abend unterhielt er den „Löwen-Stammtisch“ im Maximilianeum. Viele Fragen, viele Antworten - bis auf eine...

München - „Michael Köllner, parteilos“. Dem frisch aus Mallorca eingeflogenen Trainer (und Ex-SPD-Mitglied) gehörte der erste Lacher beim „Löwen-Stammtisch“ im Landtag – und wie das so ist beim redegewandten Oberpfälzer: Er sorgte auch mal wieder für eine extralange Fragestunde. Sie endete nach zwei Stunden mit Applaus, Selfies, Autogrammen – und mit Politikern, die zufrieden den Heimweg antraten.

Es war ein Abend, so unterhaltsam wie das Derblecken am Nockherberg. Köllner würzte seinen Auftritt als Ehrengast der einladenden FDP-Fraktion mit Anekdoten, klarer politischer Kante („Ich hoffe, dass man Karl Lauterbach das Handwerk legt“), Witzeleien und schonungslos ehrlichen Bekenntnissen. Zum Beispiel, dass er schon nach Spielen im Bett lag und sich dachte: „Ich habe bodenlos versagt.“ Weil 1860 mal wieder sein treues Publikum enttäuscht hatte. Die wichtigste Frage jedoch, sie war auch am Ende des launigen Abends nur zum Teil beantwortet: Bleibt er nun bei 1860, jetzt, da der Verein ihm bereits fünf Neuzugänge spendiert hat?

„Mit den fünf Neuzugängen habe ich ein gutes Gefühl. Du brauchst Charaktere, du brauchst Qualität, und am Ende muss alles finanzierbar sein. Aus meiner Sicht läuft’s gerade richtig gut. Aber: Wir müssen aktiv bleiben.“

1860-Trainer Michael Köllner beim Politiker-Stammtisch im Landtag.

Einerseits sagte Köllner: „Mit den fünf Neuzugängen habe ich ein gutes Gefühl. Du brauchst Charaktere, du brauchst Qualität, und am Ende muss alles finanzierbar sein. Aus meiner Sicht läuft’s gerade richtig gut. Wir sind auf einem sehr guten Weg und haben etwa die Hälfte der Strecke in der Vorbereitung auf die neue Saison erreicht.“ Er sagte aber auch in Richtung des eifrig nickenden Ex-1860-Funktionärs Hep Monatzeder: „Ich kenne den Verein gut. Wenn man jetzt sagt: Passt alles! Dann ist mein unterschwelliges Bauchgefühl, dass dann alle wieder die Hände in den Schoß legen, sich in den Biergarten setzen und sagen: Mei, ist’s in Minga schön! Und dann wird nichts mehr gemacht.“ Nein, sagte er ins Gelächter der Politiker hinein: „Wir müssen schon aktiv bleiben bei unseren Themen.“ Aus seiner Sicht ist es legitim, den Druck hochzuhalten, „denn wir müssen eine Mannschaft bekommen, die nächste Saison vorne mitspielen kann“.

Köllners anstehende Themen sind: Aufbau eines neuen Trainerteams, aus dem zwei Assistenten ausgeschieden sind (Co-Trainer Günter Brandl und Athletiktrainer Matthias Luginger). Gastgeber Martin Hagen verglich den kernigen Köllner am Ende mit Kulttrainer Werner Lorant und schwärmte: „Man sagt ja immer, im Fußball gibt’s keine Typen mehr. Ich glaube, der Abend heute hat das Gegenteil bewiesen.“

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