Gespräche über Verkauf werden geführt

1860-Führung einig über Ismaik-Ablösung

München - Auch am Wochenende war den Chaoswochen beim TSV 1860 keine Verschnaufpause vergönnt. Immerhin war das wohl der Anlass dafür, dass sich der Verein am Sonntag auf seiner Homepage zu einer Mitteilung an die leidgeprüften Fans durchringen konnte.

Darin ist zu lesen: „Präsidium und Vereinsvertreter im Beirat des TSV 1860 bestätigen, dass sie sich in sehr ernsthaften und produktiven Gesprächen mit Gesellschafter Hasan Ismaik und seinen Rechtsberatern befinden, um für die Zukunft des Vereins zeitnah eine langfristig tragfähige Lösung zu finden. Im Laufe dieser Woche hatte es dazu erstmals seit längerer Zeit wieder direkten Kontakt und intensive Diskussionen zwischen Verein und Investor gegeben.“ Auffällig dabei: Die Worte „Rechtsberater“ (Plural) sowie „langfristig“ und „tragfähig“.

Hasan Ismaik (Mitte) mit Präsident Gerhard Mayrhofer (l.) und Geschäftsführer Markus Rejek.

Das allein lässt schon Raum für Spekulationen. Mehrere Rechtsberater an Ismaiks Seite – das deutet darauf hin, dass es um den Verkauf seiner Anteile (60 Prozent) geht. Und „langfristig tragfähig“ kann eigentlich auch nur auf ein künftiges Miteinander mit einem Investor hinweisen, der nicht Ismaik heißt. So dürfte es auch kommen. Wie die tz erfuhr, sollen bereits in dieser Woche mit dem Jordanier, der den Löwen seit vier Jahren Geld zur Verfügung stellt, Gespräche über einen Verkauf geführt werden. Präsidium und Verwaltungsrat sollen sich geschlossen dafür ausgesprochen haben, dass dem TSV 1860 nur mit dieser Lösung eine bessere Zukunft möglich sei.

Die tz hatte bereits am 6. Juni berichtet, dass eine Ablösung Ismaiks als Investor im Raum stehe. Damals gab es bereits ein Münchner Unternehmen, das Interesse hatte, Ismaik die Anteile abzukaufen, mittlerweile sollen auch noch andere Kandidaten hinzugekommen sein, die bei den Löwen einsteigen wollen. Rund 25 Millionen (inklusive der Ablösung aller Darlehen) sollen Ismaik dafür geboten werden. Wie sich die Dinge bei 1860 dann entwickeln würden?

Bilder: Fan-Protest gegen Löwen-Sportchef Poschner

Bilder: Fan-Protest gegen Löwen-Sportchef Poschner

Die Tage von Sport-Geschäftsführer Gerhard Poschner und Investoren-Statthalter Noor Basha dürften im Falle eines Verkaufs gezählt sein, ein Engagement von Felix Magath als starker Mann im sportlichen Bereich gilt zumindest bei einem der Investoren-Kandidaten als ausgemachte Sache. Und Gerhard Mayrhofer? Am Samstagvormittag hatte der Präsident dem Mitorganisator der Protestveranstaltung, Franz Hell, mitgeteilt, dass er zurücktreten werde.

Die gleiche Information hatte auch der Verwaltungsrat erhalten. Nur kurze Zeit später wollte Mayrhofer nichts mehr davon wissen und erklärte auf Nachfrage der Bild: „Diese Meldung gibt es nicht mehr.“ Trotzdem halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass Mayrhofer in dieser Woche zurücktreten wird. Auf der Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag wird dann aller Voraussicht nach erst mal ein Interimspräsident gesucht.

tz

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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