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Ismaik macht die Löwen rund: 1860-Investor nach Rückschlag „maßlos enttäuscht“

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Von: Jacob Alschner

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Luft schon wieder raus? Beim selbstbewussten VfL Osnabrück endet jäh der Höhenflug von Marcel Bär, Stephan Salger und Co..
Luft schon wieder raus? Beim selbstbewussten VfL Osnabrück endet jäh der Höhenflug von Marcel Bär, Stephan Salger und Co.. © kolbert-press

TSV 1860: Investor Hasan Ismaik lobte seine Löwen nach den zwei Siegen und hoffte auf eine Trendwende. Doch nach der Niederlage in Osnabrück ist er wieder sauer.

München - Michael Köllner hatte Mühe, Optimismus zu versprühen. Ob der Blick nach der verdienten 1:3-Niederlage beim VfL Osnabrück nach unten gehe? „Ne, ne. Der Blick ist auf das nächste Spiel gerichtet“, versicherte der Trainer des TSV 1860.

Doch die Unruhe im Umfeld könnte während der Länderspielpause zunehmen, nachdem selbst der zuletzt so positiv gestimmte Hasan Ismaik seinem Missmut freien Lauf gelassen hatte („Ich bin maßlos enttäuscht“).

Auf Tabellenplatz 15 stehen die Löwen aktuell und damit nur einen einzigen Punkt oberhalb der Abstiegsplätze. Und auch die Art und Weise der Niederlage war besorgniserregend.

TSV 1860: Nach dem Treffer von Lex verloren die Löwen die Kontrolle über das Spiel

Die Löwen hatten nicht schlecht begonnen, nach einer offenen Anfangsphase die Kontrolle über das Spiel übernommen und sich immer weiter vor das Osnabrücker Tor gearbeitet. Eine vergebene Großchance brauchte Stefan Lex noch, um sich warm zu schießen, doch in der 24. Minute brachte er den Ball im Tor unter. Yannick Deichmann hatte von rechts reingeflankt, Kapitän Sascha Mölders verpasste in der Mitte, Lex versenkte im Fallen.

Danach allerdings verloren die Löwen die Kontrolle über das Spiel. Der VfL kam in der 39. Minute zum Ausgleich durch den sehr auffälligen Ba-Muaka Simakala, 24, der nach sehenswerter Ballannahme per Schlenzer vorbei an Marco Hiller traf.

In die Pause ging es unter stehenden Anfeuerungen des VfL-Publikums für die eigenen Mannen, die nach dem Seitenwechsel vollends aufblühten. Es dauerte nicht lange, da traf abermals Simakala (48./Kopfball nach Eckball). Die Bremer Brücke bebte. Das Spiel, so muss man es sagen, war nun gelaufen.

1860 verliert in Osnabrück: Köllners Wechsel zeigten keinerlei Wirkung

Die Löwen hatten fortan gar nichts mehr vom Spiel, konnten jenseits der Mittellinie kaum etwas mit dem Ball anfangen. Auch Köllners Wechsel – u.a. Kevin Goden für Biankadi und Quirin Moll für Daniel Wein – leuchteten nicht jedem ein und zeigten keinerlei Wirkung. Mölders sprach nach dem Spiel am Magenta-Mikrofon von „Angsthasen-Fußball“. Ganz Unrecht hatte er damit nicht.

Zu allem Unglück kam auch noch Pech dazu. Innenverteidiger Niklas Lang, 19, blieb nach einem Zweikampf im Strafraum liegen, musste behandelt und schließlich ausgewechselt werden. „Es sieht nach einer Innenbandverletzung aus“, sagte Köllner noch – eine genaue Diagnose soll es heute nach einer MRT-Untersuchung geben.

Kurz vor Schluss setzte sich der ohnehin gebrauchte 1860-Nachmittag fort. Der VfL wollte noch mehr und fand nach Vorarbeit des ebenfalls umtriebigen Rechtsaußen Aaron Opoku den einlaufenden Felix Higl. Der setzte sich im Zweikampf mit Yannick Deichmann durch und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Damit war die dritte Auswärtsniederlage perfekt – und damit die gute Stimmung nach den jüngsten Erfolgserlebnissen im DFB-Pokal (1:0 gegen Schalke) und im Ligabetrieb (6:0 gegen Freiburg II).

1860-Investor Ismaik: „Ich erwarte eine Kehrtwende“

Die Löwen müssen nun aufpassen, nicht endgültig im Abstiegssumpf zu versinken. Ismaik sah sich dazu genötigt, seinem Ärger Luft zu verschaffen und meldete sich über seine Internetkanäle zu Wort. Die Art und Weise der Niederlage sei „nicht Löwen-like“, grollte der Mehrheitsgesellschafter. „Ich bin maßlos enttäuscht, auch beim Blick auf die Tabelle.“ Er habe zwar weiterhin Vertrauen in die handelnden Akteure, „aber ich erwarte eine Kehrtwende“. Bitter für 1860: Die nächste Chance zur Wiedergutmachung bietet sich erst in zwölf Tagen, beim Heimspiel in München gegen Duisburg. Nach dem desolaten Auftritt von Osnabrück könnte es eine sehr lange Länderspielpause werden. Köllners Optimismus wird auf eine harte Probe gestellt.

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