TSV 1860

Marius Wolf: Bleibt er bei den Löwen?

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Zu früh gefreut: Wolf nach seinem Treffer zum 2:0, der wegen einer umstrittenen Abseitsstellung von Okotie aberkannt wurde.

München - Junglöwe Marius Wolf sorgt mit frechen Auftritten für Furore – und für unruhige Bosse: Verlängert er seinen Vertrag?

Entsetzen im Blick, die Arme fassungslos nach oben gerissen – so war die erste Reaktion von Marius Wolf, als seinem Fernschusskracher zum vermeintlichen 2:0 des TSV 1860 in Nürnberg die Anerkennung verweigert wurde. Auch am Tag danach hatte sich der aufstrebende Stürmer noch nicht so ganz beruhigt. „Zu mir wurde gesagt, dass Rubin (Okotie) die Sicht behindert hat, aber meiner Meinung nach stand er komplett woanders“, sagte Wolf: „Der Torwart (Kirschbaum) sieht mich, ich kann nur dahin schießen. Ist natürlich ärgerlich – auch weil es gegen den Club gegangen ist.“

Viereinhalb Jahre, zwischen 2008 und 2012, ist der in Coburg geborene Wolf, 20, in der Jugend des 1. FC Nürnberg ausgebildet worden. Danach war Schluss für ihn. Von heute auf morgen. „Weiß auch nicht, warum“, sagt der Jungprofi achselzuckend: „Mir wurde in der U 17 gesagt, dass ich nicht übernommen werde. Zum Glück hatte 1860 schon im Winter gesagt, dass sie mich gerne nehmen würden. Da hab ich natürlich nicht lange gezögert.“

Das Zögern zählt generell nicht zu den Eigenschaften des Flügelflitzers, der sich auf Anhieb im Profiteam festbiss, als Ex-Trainer Ricardo Moniz in seiner Stürmernot die Tür zur 2. Liga einen Spalt öffnete. Obwohl für die U 21 eingeplant, brachte es Wolf im ersten Profijahr auf 23 Einsätze – meist als Joker. Eine Rolle, die auch Torsten Fröhling für Wolf eingeplant hatte.

Dann jedoch fiel Valdet Rama zweimal in Folge aus, Wolf sprang zweimal ein – und zeigte nicht nur den Club-Verantwortlichen, dass das einstige Talent zu einem aufregenden Zweitligaspieler gereift ist. Torsten Fröhling dagegen will den einsetzenden Hype um seinen frechen Linksaußen nicht zusätzlich befeuern. „Auch Marius wird wieder einen schlechten Tag haben“, hält der Trainer den Ball flach. Aber, sagt er: „Ich freue mich, dass er mal ein gutes zweites Spiel gemacht hat. Ich nehm’ ihn immer ein bisschen hoch damit, dass er das noch nie geschafft hat. Jetzt muss ich wohl ein drittes gutes Spiel fordern. Oder mal ein Tor, das dann auch zählt.“

Für die Löwen zählt jetzt vor allem, dass Wolf seinen bis 2016 datierten Vertrag verlängert. Es ist durchaus fahrlässig, einen potenziellen Reißer wie Wolf so lange unangekettet (und mit einem Amateurgehalt) durch die freie Wildbahn laufen zu lassen. Längst sind andere Klubs auf das Juwel aufmerksam geworden, und Wolf gibt sich erst gar keine Mühe, das Interesse an seiner Person zu verheimlichen. Julian Weigl, der auf denselben Berater hört, sorgt gerade bei Borussia Dortmund für Furore. Und Wolf? Der schwärmt zwar vom guten Geist bei den neuen Löwen, will aber nicht mal garantieren, dass er bis zum Ende der Transferperiode das 1860-Trikot tragen wird. Sein einziger Kommentar zu diesem Thema: „Dazu sage ich gar nichts.“

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