Maxi Wittek

Ein Leben lang für Sechzig spielen? "Das wäre gelogen"

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Maxi Wittek trainiert hart für seine Zukunft.

Estepona - Die drei "W"s standen für die Zukunft der Löwen. Doch Weigl und Wolf sind schon weg - und auch Maxi Wittek hat große Pläne.

Weigl, Wolf, Wittek – drei „W“s, die bis vor einem Jahr noch für die Zukunft des TSV 1860 standen. „Mit den Löwen in die Bundesliga“ hieß der vom Verein gerne propagierte Traum des Trios. Die Realität sah anders aus.

Im Januar 2016 steht Julian Weigl längst für die Zukunft von Borussia Dortmund, auch Marius Wolf hat durch seinen Wechsel zu Hannover 96 den Sprung in die Bundesliga geschafft. Und Maxi Wittek, das dritte W? Nun, so uneingeschränkt für die Zukunft der Löwen steht auch der Linksverteidiger nicht mehr. „Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich ein Leben lang bei Sechzig bleiben will“, sagt Wittek, dessen Vertrag 2017 ausläuft. „Ich will in die Erste Liga und ich hoffe, dass ich nach den Abgängen von Ju und Marius irgendwann nachziehen kann.“

Keine populistischen Treueschwüre, kein Löwen-Schmu – Wittek hat genügend Profi-Erfahrung gesammelt, um Fragen wie die nach einem möglichen schlechten Gewissen gelassen beantworten zu können. „Dass ein Abschied aus dem gewohnten Umfeld sehr schwer werden würde, das ist klar“, sagt er. „Aber ein schlechtes Gewissen wegen des Zeitpunkts hätte ich nicht. Persönlich hätte es für mich in diesem Winter nicht so viel Sinn gemacht.“ Ins Grübeln wäre er allerdings erst dann gekommen, „wenn Sechzig auf mich zugekommen wäre und gesagt hätte, es wäre besser, wenn…“

Das wäre Sportchef Oliver Kreuzer (der Wittek „unseren Roberto Carlos“ nennt) wohl im Traum nicht eingefallen. Schon alleine deshalb, weil die Löwen auf keiner Position so dünn besetzt sind wie auf der des Linksverteidigers. Durch die Verletzungen von Jannik Bandowski und Richard Neudecker ist Wittek an seinem Einsatzort praktisch konkurrenzlos. Als Zweitbesetzung probiert Benno Möhlmann im Trainingsager in Estepona derzeit Sertan Yegenoglu aus, der in der Innenverteidigung dem erfahrenen Jan Mauersberger weichen muss. Auch Christopher Schindler wäre eine Option, falls alle Stricke reißen. An Wittek führt also aktuell kein Weg vorbei.

Dumm nur für 1860, dass sich dies auf dem Platz in der Hinrunde nur bedingt behaupten ließ. „Es hätte durchaus besser sein können“, sagt Wittek mit gebotener Selbstkritik. Das Selbstvertrauen sei mit jeder Niederlage geschwunden, irgendwann sei dann halt kaum noch was zusammengelaufen.

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Warum das im neuen Jahr anders werden soll? Erst in diesen Tagen habe er auf Nachfrage von Ju Weigl am Telefon wahrheitsgemäß von einer positiven Stimmung in der Mannschaft berichtet, sagt Wittek. „Ich habe ein gutes Gefühl. Im Training ist richtig Zug drin, in den Zweikämpfen scheppert’s ordentlich. Freundschaften bringen uns jetzt nicht mehr weiter.“

Und unrealistische Pläne schon zweimal nicht. „Es geht jetzt nur darum, die Liga zu retten“, sagt Wittek. „An die Erste Liga brauchen wir hier bei Sechzig längere Zeit nicht mehr denken. In den nächsten drei Jahren wird es darum gehen, im Mittelfeld wieder Fuß zu fassen, dann kannst du oben vielleicht mal wieder anklopfen.“ Schwer vorstellbar, dass Wittek dann noch mitklopft.

Ludwig Krammer

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