TSV 1860:

Köllner lobt Ersatzkeeper: „Wer heute Tom Kretzschmar gesehen hat . . .“

1860-Ersatztorwart Tom Kretzschar wirft sich einem Angriff des FC Ingolstadt entgegen.
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Ein junger Torwart wächst über sich hinaus: Hiller-Vertreter Tom Kretzschmar, 22.

Der umstrittene Platzverweis für Marco Hiller war für 1860 in Ingolstadt der Anfang vom Ende. Einen trifft sicher keine Schuld: Hiller-Ersatz Tom Kretzschmar.

„Für uns war das kein guter Moment in der achten Minute, dass unsere Nummer eins vom Platz fliegt“, sagte 1860-Trainer Michael Köllner nach der 1:3-Niederlage in Ingolstadt. Der Nachteil: Marco Hiller fehlte den Löwen in den 82 Minuten danach. Der Vorteil: Nachdem offiziell keine Zuschauer im Audi-Sportpark zugelassen waren, hatten die Gäste nun wenigstens einen lautstarken Ein-Mann-Fanblock. Hiller setzte sich in Reihe 1 hinter der Auswechselbank (wohin ihm kurze Zeit später Torwarttrainer Harry Huber folgte, der ebenfalls Rot sah). Von dort brüllte der 24-Jährige, bis die Stimme heiser war: „Schieb raus… Unser Ball… Jetzt sind wir da!“ Was er auch sonst ruft, wenn er zwischen den Pfosten steht.

Ein-Mann-Fanblock: In Reihe 1 hinter der Löwen-Auswechselbank feuerte Marco Hiller seine Kollegen 82 Minuten lang an.

Stark im Eins-gegen-eins, nervenstark am Punkt - fast wie der Original-„Killer-Hiller“

Klammert man das nackte, aus Löwen-Sicht unerfreuliche Ergebnis aus (Relegation verpasst), gab es sogar noch einen weiteren Vorteil: Bayernliga-Keeper Tom Kretzschmar, 22, durfte sich zeigen, erstmals in einem Pflichtspiel der 3. Liga. Und das Eigengewächs, das auch schon für die deutsche U18-Nationalmannschaft auflief, war ein würdiger Vertreter. Machtlos bei den ersten beiden Gegentoren, eilte der gebürtige Münchner einige Male rettend aus dem Tor und schnappte sich sogar den ersten der beiden Schussphasen-Elfer. Stark im Eins-gegen-eins, nervenstark am Kreidepunkt - fast wie der Original-„Killer-Hiller“. Von Köllner gab’s dafür ein Sonderlob: „Wer heute Tom Kretzschmar gesehen hat, der hat gesehen: Wir haben keinen schlechten, sondern einen richtig guten zweiten Torwart.“ 

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