TSV 1860 vor Auswärtsspiel in Duisburg

Sieg mit Begleitlärm?
Köllner will zornige Hupen hören

Der Bus des MSV Duisburg rollt vors Stadion, die Fans hupen.
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Aus einem Protest- wurde ein Anfeuerungskonzert: Hupende MSV-Fans bei der Ankunft des Mannschaftsbusses.

Die Tabelle der 3. Liga gewinnt wieder an Aussagekraft: Am Mittwoch wurden weitere Spiele nachgeholt, zumindest die ersten sechs Teams haben jetzt jeweils 25 Partien absolviert. Erfreulich für 1860: Lübeck hat Rostock geschlagen (1:0) und die Chancen der Löwen auf Platz drei erhöht. Ein Sieg in Duisburg wäre nun der nächste Schritt in Richtung Relegationsteilnahme. Das zu erwartende Hupkonzert soll Köllners Löwen dabei befügeln.

Beim Derbysieg gegen Haching (3:1) waren es außerhalb des Stadions gezündete Böllerschüsse, die die Sinne der 1860-Profis schärften. Am Samstag in Duisburg wird phontechnisch ebenfalls was los sein: Michael Köllner stellt sich auf ein Hupkonzert ein, das in Corona-Zeiten zur Begleitmusik bei MSV-Heimspielen gehört. „Das wird natürlich ein Thema in der Kabine sein – wie jede Veränderung“, sagt der 1860-Coach, der es mag, wenn sich was rührt. „Durch das Feuerwerk am Freitag sind meine Spieler wenigstens nicht eingeschlafen.“ Und was das Gehupe am Samstag angeht: „Das muss ja nicht nur Zebras ansprechen, die dann höher springen. Das kann genauso gut uns Löwen anspornen.

Anspornende Wirkung könnten auch die Ergebnisse vom Nachhol-Mittwoch entfalten. Zwar hat Ingolstadt seinen Direktaufstiegsplatz gefestigt (3:0 in Uerdingen), doch Platz 3, der zur Relegation berechtigt, ist gefühlt etwas näher gerückt. Mit einem Sieg in Lübeck wäre Rostock enteilt, durch Hansas 0:1-Niederlage bleibt es beim 1860-Rückstand von vier Punkten – bei nun gleicher Anzahl von Spielen. Letzteres ist auch der Aspekt, den Köllner bei seiner Nachschau herausstrich. „Das Gute ist, dass die Tabelle wieder ins Gleichgewicht kommt“, sagte er und behauptete: „Ansonsten juckt mich das wenig, ob wir gerade auf Platz 6 stehen, auf 5 oder auf 1.“

Köllner vergleicht die Saison mit einem Langstreckenlauf über 38 Runden: „Irgendwann kommst du aus der letzten Kurve raus, hast die Zielgerade vor Augen. Da kommt es dann drauf an, Gas zu geben.“ Wenn man nicht vorher schlapp gemacht hat. Um im Bild zu bleiben: Ob der Sieg gegen Haching neue Kräfte freisetzt, wird man am Samstag sehen. Duisburg jedenfalls sei gut drauf. „Das ist ein Gegner, der sich gegen Saarbrücken zwölf Minuten eine Auszeit genommen hat. Ansonsten haben sie ein sehr gutes Spiel gemacht.“ Endstand: 4:1 für die Saarländer. Hätte bei einem Heimspiel für ein zorniges Hupkonzert gesorgt. Ein solches auszulösen, ist zumindest Köllners Plan für morgen.

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