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„Externe Hilfe“: Köllner holt Teambuilding-Experten

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Von: Uli Kellner

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Michael Köllner steht im Trainingslager von Windischgarsten vor seiner Mannschaft.
Tapetenwechsel: Von diesem Freitag bis zum 7. Juli trainieren die Löwen im idyllisch gelegenen Windischgarsten. © Imago

Auf dem Weg zum Aufstieg 2023 ist Trainer Michael Köllner jedes Mittel recht. Ein Führungskräfte-Coach soll dem Team in Windischgarsten Mentaltricks vermitteln.

Nach einem freien Tag, dem ersten in der vor zwei Wochen gestarteten Vorbereitung, wird es heute wieder ernst für Michael Köllners aufstiegswillige Löwen: Abfahrt ins Trainingslager, das der Vorjahresvierte traditionell in den Bergen Oberösterreichs aufschlägt, in der idyllisch gelegenen 2400-Seelen-Gemeinde Windischgarsten. Gastgeber ist erneut Horst Dilly, der den 40-Mann-Tross der Giesinger seit 2019 in sein gleichnamiges Hotel einlädt. Was die Löwen in der Tourismusregion Pyhrn-Priel erwartet? Natürlich kein Urlaub, wie ihn die begleitenden Fans – bis zu 150 – genießen. Köllner will sportlich am Feinschliff arbeiten, am Teamspirit – aber auch sonst ist für Abwechslung gesorgt.

Teampsychologe

Was die Löwen sportlich in Windischgarsten vorhaben? „Es geht nicht darum, Marathonläufe zu veranstalten“, scherzte Köllner und kündigte eine gedrosselte Schlagzahl an: „Wir werden nicht hergehen und jeden Tag zweimal trainieren, sondern müssen gezielt an unserem Spiel arbeiten. Im Trainingslager hast du die Möglichkeit, individuell auf Spieler einzugehen, in kleinen Gruppen.“ Und, verriet er exklusiv: Die Löwen werden seit langer Zeit mal wieder die professionellen Dienste eines Teampsychologen in Anspruch nehmen. Köllner spricht von „externer“ Hilfe: „Das ist ein reiner Führungskräfte-Coach. Es geht darum, Teambuilding mal auf andere Art voranzutreiben – nicht indem man den Berg hochläuft und oben zusammen eine Mass Bier trinkt.“ Sein Credo: „Wir müssen als Gruppe zusammenfinden, uns klar werden, welche Ziele wir haben und wie wir während der Saison miteinander umgehen müssen. Das wird das Wichtigste sein im Trainingslager.“

Testspiele

Wie jeden Sommer werden die Löwen zwei Testspiele während ihres Sechs-Tage-Camps bestreiten, das erste direkt nach der Ankunft an diesem Freitag (17 Uhr), das zweite am Vorabend der Heimreise, Mittwoch, 18.30 Uhr. Im SV Ried übernimmt ein bewährter Sparringpartner den Part des Welcome-Gegners; der Ex-Verein des Ex-Türkgücü-Trainers Andreas Heraf schloss die zurückliegende Erstligasaison auf Platz 7 ab und forderte Red Bull Salzburg im Finale des ÖFB-Cups (0:3). Der Linzer ASK, Gegner beim Windischgarsten-Kehraus, schnitt eine Position schlechter ab als Ried (Platz 8) und hat eine bewegte Historie: 2012 Zwangsabstieg und Fastinsolvenz, 2019 Vizemeister hinter Salzburg – zumindest der erste Teil der jüngeren Geschichte dürfte bei 1860-Fans Erinnerungen wecken. Fun Fact: Ried und Linz waren zugleich die letzten Vereine von Oliver Glasner, 47, ehe der Salzburger via Wolfsburg zum Erfolgstrainer des Frankfurter Europa-Märchens aufstieg.

Neues Trikot

Großes Privileg für die 1860-Fans, die die 300 km bis Windischgarsten nicht scheuen: Sie werden die Ersten sein (neben Mannschaft und Mitarbeitern), die das Trikot für die geplante Aufstiegssaison zu Gesicht bekommen. Im Testspiel gegen Ried werden die Löwen erstmals im neuen Nike-Outfit auflaufen – das Design wird seit Tagen wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Zeugwart Norbert „Steges“ Stegmann, 72, ist einer der wenigen, die das Trikot bereits gesehen haben; sein Urteil am Rande des Mathäser- Besuchs lässt sich in jede Richtung interpretieren. „Interessant“ sehe es aus, so der Mann, der seit seinem Dienstantritt 1996 Löwen-Trikots aller Art gesehen, gefaltet und in Busse verladen hat.

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