Köllner muss seine Erfolgself umbauen

Links hinten drückt Köllner der Schuh

Echt jetzt? Steinhart fiel es schwer, seinen Platzverweis zu akzeptieren.
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Echt jetzt? Steinhart fiel es schwer, seinen Platzverweis zu akzeptieren.

Löwen-Sorgen: Steinhart gesperrt, fast alle Vertreter unpässlich.

München – Selten war ein Platzverweis so überflüssig wie jener von Phillipp Steinhart in Rostock. 84. Minute, Nik Omladic wollte in Höhe der Mittellinie lossprinten: ein in den Weg gestelltes Steinhart-Bein, ein Schiedsrichter mit schlechtem Gewissen (nach dem nicht gegebenen Handelfmeter) – Gelb-Rot war so abseh- wie vertretbar. Eine Aktion, die am Samstag ohne Ergebnisfolgen blieb, die Löwen aber für Mittwoch in arge Nöte bringt. Ausgerechnet vor dem Topspiel gegen Saarbrücken, das darauf brennen dürfte, sich für den Relegations-K.o. vor zwei Jahren zu rächen.

Steinhart, 28, war der Mann, den es aktuell am wenigsten hätte erwischen dürfen (abgesehen von Torwart Marco Hiller und Torjäger Sascha Mölders). Nicht nur wegen der soliden Form des Linksverteidigers, sondern wegen des Mangels an Alternativen. Leon Klassen, der acht Jahre jüngere Backup: entzündete Mandeln; der talentierte Linksfuß war nicht in Rostock dabei. Niklas Lang: Hatte in der Vorbereitung einen Stammplatz, aber innen – wegen eine Bänderverletzung fällt er eh schon länger aus. Bliebe Maxim Gresler: 17 Jahre alt, ein bulliges Talent, das für links hinten vieles mitbringt – außer Erfahrung. Kaderzeit in dieser noch jungen Saison: null Minuten.

Heißt: 1860-Coach Michael Köllner muss improvisieren. Der günstigste Fall: Daniel Wein, in Rostock verletzt raus (Oberschenkel rechts), wird rechtzeitig fit – dann könnte Stephan Salger nach links rücken und Dennis Erdmann ins Abwehrzentrum. Sollte Wein ausfallen, würde sich erstmals der stark verschlankte Kader bemerkbar machen. Wahrscheinlichste Variante dann: Köllner stellt auf Dreierkette um (Erdmann, Moll, Salger) und verdichtet die Reihen im Mittelfeld. Möglicher Nutznießer: Austria-Neuzugang Martin Pusic, der Mölders im Angriff entlasten könnte.

Beim heutigen Pressegespräch wird Köllner zum ersten Personalengpass der neuen Saison Stellung nehmen. Tendenz: Er bleibt entspannt. Taktik ist sein Steckenpferd. Und außerdem: Am Ende der Englischen Woche geht es zum Lokalrivalen nach Unterhaching. Da kann es nicht schaden, auch ein paar ausgeruhte Spieler auf dem Rasen zu haben.

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