Löwen aktuell Dritter

TSV 1860 träumt vom Aufstieg: Drei End-Gegner in der Analyse

Sascha Mölders und die Mannschaft des TSV 1860 feiern den 2:0-Derbysieg
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Derbysieger, Derbysieger: So jubelten Mölders & Co. nach dem 2:0-Sieg am 9. Januar.

Der Aufstiegskampf geht in die heiße Phase: Neun Punkte sind noch zu vergeben. Was ist drin für 1860 gegen Wehen, Bayern II und Ingolstadt?

München - Eines ihrer Saisonziele haben die Löwen am Mittwochabend auf dem Sofa erreicht: Beim verdienten Magenta-Chillen nach der FCK-Demontage am Vortag (3:0) sind die Seriensieger von der Grünwalder Straße in den DFB-Pokal 2021/22 eingezogen. Möglich gemacht haben es die formstarken Magdeburger (3:0 in Saarbrücken), die den eigentlich ebenso formstarken Ex-Relegations-Rivalen seiner letzten rechnerischen Chance auf das Erreichen von Tabellenplatz vier beraubt haben.

TSV 1860: Die Löwen sind zweitbestes Rückrunden-Team

Schlechter als Platz 4 werden die Löwen die Spielzeit 2020/21 also nicht beenden. Ob es vielleicht sogar zu mehr reicht – Stichwort inoffizielles Saisonziel – wird sich auf den letzten Metern des Langstreckenlaufs über 38 Runden zeigen. Durch ihren Ergebnisturbo in den vergangenen neun Spielen (sieben Siege, zwei Unentschieden) sind die Giesinger das zweitbeste Rückrunden-Team, stellen den besten Angriff (65 Treffer, Torverhältnis +36) und haben sich vor dem großen Finale auf Tabellenplatz drei breitgemacht.

Jedoch: Auch die letzten drei Gegner sind nicht von Pappe, wie Doppeltorschütze Phillipp Steinhart nach der FCK-Gala korrekt anmerkte. Über die Endspurt-Gegner Wehen (Samstag, ab 14 Uhr im Live-Ticker), Bayern II (Sonntag, 16. Mai) und Ingolstadt (22. Mai) sagte er: „Das sind schon drei Bretter.“ Versehen allerdings mit dem Zusatz: „So wie wir momentan drauf sind, ist alles möglich.“ Wie dick welches der drei Bretter wirklich wird, zeigt unser Beschaffenheits- und Härtecheck.

Diesen Gegnern muss sich der TSV 1860 auf seinem Weg zum Aufstieg stellen

Wehen Wiesbaden

Zusammen mit dem Aufsteiger Verl zählt der Zweitliga-Absteiger zu den spielstärksten Gegnern, die den Löwen in dieser Saison in die Quere gekommen sind. Nur mit viel Glück und einem späten Knöferl-Tor schaffte 1860 am 18. Dezember ein 2:2 (nach 0:2-Rückstand), das die breite Weihnachtsbrust rettete. Doch sind die Wiesbadener noch immer so stark wie sie sich beim 2020-Finale in Giesing präsentiert haben? Auffällig: Zuletzt war eine breite Ergebnis-Streuung drin (0:3 gegen Duisburg, dann 3:0 in Lübeck), und auch die Zehn-Spiele-Bilanz ist wechselhaft (fünf Niederlagen, drei Siege, zwei Unentschieden). Größte Stärke der Hessen ist die Physis, basierend auf mannschaftlicher Geschlossenheit. Es gibt gute Individualisten im Team (Korte, Malone und der rotgesperrte Tietz), aber seit dem Ausfall von Dennis Kempe, 35, keinen emotionalen Anführer. Stefan Aigner könnte einer sein, doch der Ex-Löwe fällt seit dem dritten Spieltag mit einer Schambeinentzündung aus.

Fazit: Für das Brett Wehen braucht 1860 einen starken, aber momentan wohl nicht den allerstärksten Bohrer.

FC Bayern II

Mehr Dramatik geht nicht: Die Bayern kämpfen gegen den Abstieg aus der 3. Liga, die Löwen wollen die Liga nach oben verlassen. Ein Jammer, dass am 16. Mai noch immer keine Zuschauer erlaubt sein werden. Klar ist: Auch wenn die Auswahl des Stadtrivalen nur noch wenig mit dem Meisterteam von 2020 zu tun hat, dürfte die Klasse der FCB-Talente ausreichen, um den Köllner-Schützlingen Paroli zu bieten, spielerisch, aber auch kämpferisch (gegen 1860 sowieso).

Fazit: Die Löwen werden einen guten Tag und die Wucht eines Schlagbohrers benötigen, um wie beim 2:0 im Hinspiel durch das rote Brett durchzukommen.

FC Ingolstadt 04

Gut gespielt, aber den Big Point in Rostock verschenkt – und zum ersten Mal in 2021 aus den Top 3 rausgefallen. Wie das Team von Tomas Oral mit dem jüngsten Rückschlag umgeht, wird das Heimspiel am Samstag gegen Saarbrücken zeigen (in dem Zehner Marc Stendera gelbgesperrt fehlt). Sechser Robin Krauße fordert einen Sieg und legt sich fest: „Wer neun Punkte aus den letzten drei Spielen holt, der steigt auf.“ Ein erneutes Scheitern wäre ein Horror für den von der Relegation 2020 traumatisierten FCI.

Fazit: Von den nächsten beiden Spieltagen hängt ab, wer am 22. Mai das dickere Brett zu bohren hat: Sechzig – oder der FC Ingolstadt.

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