Die Aufstiegsrechnung der Löwen

TSV 1860 und das blaue Wunder 2020? Schrille Pointe in der 3. Liga möglich

Hiergeblieben! Kann der TSV 1860 (l. Shootingstar Dennis Dressel) die enteilten Ingolstädter noch abfangen?
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Hiergeblieben! Kann der TSV 1860 (l. Shootingstar Dennis Dressel) die enteilten Ingolstädter noch abfangen?

Damit 1860 München ein Drittliga-Finale gegen den FC Ingolstadt bekommt, muss Ligarivale Magdeburg Schützenhilfe leisten. Gibt es etwa noch ein Happy-End für die Löwen?

  • Einen Aufstieg des TSV 1860 konnte man zuletzt öfter mal abhaken - eigentlich.
  • Denn nach wie vor haben die Löwen die rechnerische Möglichkeit auf ein Happy-End.
  • Die Aufstiegsrechnung nimmt Konturen an - wir stellen die Komponenten vor.
  • Mehr zu diesem Thema gibt es in unserer App.

München – Wie immer im Kosmos des TSV 1860 war die verbale Bandbreite riesig, nachdem der eigene Verein seine Hausaufgaben erledigt hatte (3:0 gegen Haching), nicht aber mancher Drittligarivale. Trainer Michael Köllner: „Es wäre fatal, jetzt den Aufstiegskampf auszurufen.“ Investor Hasan Ismaik: „Vielleicht erleben wir doch noch ein Wunder . . .

Die Wahrheit dürfte wie so oft dazwischen liegen. Auch Köllner ist Profi genug, um die Tabelle vor dem 37. Spieltag der 3. Liga aus dem Effeff zu kennen, und auch Ismaik wird wissen, dass mehr als ein Wunder her muss, damit der Tabellensiebte noch auf den Relegationsplatz klettern kann. Oder doch nicht? 

Wer mit Löwen-Seele und -Reflexen vertraut ist, der weiß: Natürlich wird seit dem Wochenende wieder gerechnet. Denn auch wenn Ingolstadt die aufkeimende 1860-Hoffnung mit Füßen trat (2:0 in Meppen), gibt es eine nicht ganz abwegige Chance, dass das Köllner-Team doch noch ein echtes Aufstiegsfinale bekommt.

TSV 1860 München: Aufstiegsrechnung beinhaltet folgende Komponenten

Die Rechnung ist ebenso kompliziert, wie das gewünschte Ergebnis zu erreichen ist: Am Mittwoch, wenn alle Begegnungen um 19 Uhr angepfiffen werden, müssen die Löwen (55 Punkte) möglichst deutlich in Großaspach (hier im Live-Ticker) gewinnen und hoffen, dass Hansa Rostock gegen KFC Uerdingen patzt (56), der MSV Duisburg (58) bei Bayern München II verliert und der FC Ingolstadt (60) gegen den 1. FC Magdeburg nicht über ein Remis hinauskommt. 

Alle drei Fälle sind unterschiedlich wahrscheinlich, doch was heißt das schon in einem von Nervenflattern geprägtem Saisonendspurt?

Fakt ist jedenfalls: Tritt alles wie beschrieben ein, hat der TSV 1860 München am Samstag ein Endspiel: Im Heimduell mit Ingolstadt hätte es das Team von Michael Köllner, um den sich Gerüchte ranken, dann in der Hand, dem oberbayerischen Rivalen den Platz an der Sonne noch streitig zu machen. 

Dazu könnte ein einfacher 1860-Sieg reichen (falls der FCI das Vorspiel gegen Magdeburg verliert) – wahlweise ein torreicher, falls Ingolstadt am Mittwoch Unentschieden spielt. Das Idealszenario in diesem Fall: 1860 gewinnt 6:0 in Großaspach und besiegt dann Ingolstadt mit 3:0.

1860 München: Gibt es am Ende eine schrille Pointe gegen Nürnberg?

Für den TSV 1860 gibt es natürlich noch weitere rechnerische Aufstiegsoptionen, alle sind ähnlich theoretisch (Eintracht Braunschweig müsste dann noch zweimal verlieren). Andererseits: Die Ergebnisse in den Bundesligen zeigen, dass im Fußball speziell am Saisonende wenig planbar ist. 

Bestes Beispiel ist der Relegationsgegner, der auf den Drittligavertreter zukäme: Da hatte Nürnberg bereits alle Trümpfe in der Hand, um sich direkt zu retten (Führung in Kiel bei Karlsruher Rückstand in Fürth) – und war am Ende doch wieder der Depp, was Jens Keller den Trainerjob gekostet hat. Noch vor den beiden Relegationsduellen, die am Dienstag, 7. Juli, und am Samstag, 11. Juli (jeweils 18.15 Uhr) anstehen.

Konsens bei den 1860- und FCN-Fans dürfte sein, dass eine Relegation von Köllners aktuellem gegen seinen ehemaligen Klub eine schrille Pointe wäre. Unsere Zeitung hatte den Trainer schon im Januar gefragt, ob diese Konstellation für ihn ein Traum oder ein Albtraum wäre. 

Köllners Antwort damals im La-Manga-Camp: ausweichend bis amüsiert. Ein Wiedersehen mit Nürnberg ist nun trotzdem wahrscheinlicher geworden. Als Drittligagegner. Wenn die Franken nicht sogar auf die Idee kommen, dass man ja auch wieder auf die Karte Köllner setzen könnte, um den Club zurück nach oben zu bringen ...

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