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Traum-Spieltag! Löwen haben wieder Chancen im Aufstiegsrennen

Sascha Mölders mit einem Traumtor: Der Oldie netzt per Seitfallzieher ein.
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Akrobatik eines Alterslosen: Sascha Mölders erzielt per Seitfallzieher seinen 18. Saisontreffer.

Na, wer hatte das schönste Osterwochenende in der 3. Liga? Rhetorische Frage. Als einzige Mannschaft aus den Top-Sieben der Tabelle konnte der TSV 1860 sein Spiel gewinnen.

Lotte/München – 3:1 (3:0) beim KFC Uerdingen durch einen frühen Kopfballtreffer des jungen Semi Belkahia und einen Doppelpack des alterslosen Sascha Mölders. Aus neun Punkten Rückstand auf Platz drei sind sechs geworden, nur ein weiterer fehlt zum direkten Aufstiegsplatz.

Dem Halali von Sportgeschäftsführer Günther Gorenzel („Wir werden auf die Jagd gehen“) haben die Löwen mit den Siegen gegen Dresden und Uerdingen Taten folgen lassen. (Nicht-rhetorische) Frage: Geht da wirklich noch was in Sachen 2. Liga? Eine Indiziensuche.

Effizienz: 1860 machte gegen Uerdingen drei Tore aus vier Chancen

Die große Schwäche der bisherigen Rückrunde geht nach den jüngsten Eindrücken in der Liga fast schon als Stärke durch. Gegen Dresden reichten zweieinhalb Chancen zum Siegtreffer, dieses Mal war die Quote noch beeindruckender. „Wir haben in der ersten Halbzeit den Grundstein gelegt. Dabei waren wir sehr effektiv mit drei Toren aus vier Chancen“, sagte Trainer Michael Köllner, dem freilich auch die Wackelphase nach der Pause nicht entgangen war: „Da wollten wir das Spiel nach Hause bringen. Das ist uns dann bis auf das eine Tor gelungen. Danach hätte es nochmals in die andere Richtung gehen können. Aber am Ende haben wir es doch gut kontrolliert.“ Sicher kein Nachteil für 1860, dass Uerdingen kurzfristig auf seine beiden besten Torschützen verzichten musste. Muhammed Kiprit plagten Kniebeschwerden, Ex-Löwe Adriano Grimaldi war als enge Kontaktperson eines Corona-Falles gezwungen, sich in Quarantäne zu begeben.

Flexibilität: Trainer Köllner setzte diesmal auf eine junge Innenverteidigung

Die meisten Beobachter dürften nach der Gelbsperre für Stephan Salger mit dem erfahrenen Dennis Erdmann in der Startelf gerechnet haben. Köllner hatte einen anderen Plan, schickte mit Niklas Lang, 18, und Semi Belkahia, 22, die jüngste Innenverteidigung auf den Rasen, die jemals für 1860 in einem Punktspiel auflief. Und der Coach, dessen Wechsel in der Viererkette intern in jüngerer Zeit nicht nur auf Zuspruch gestoßen sein sollen, wurde belohnt. Erdmann (Vertragsende im Sommer) dürfte die Zeichen der Zeit spätestens am Samstag erkannt haben.

Nervenkostüm: Admiral Köllner und Kapitän Mölders geben den Ton mit Ironie an

Dass Himmel und Hölle nirgendwo näher zusammen liegen als an der Grünwalder Straße, gehört zur DNA der Löwen. Umso besser trifft es sich, dass in Admiral Köllner und Kapitän Mölders zwei ironiebegabte Wesen den Ton im Saison-Endspurt angeben, denen mikrofonbewehrte Berufsträumer sonstwo vorbeigehen. „Sechs oder neun Punkte – am Ende ist das auch eine Menge Holz“, sagte Köllner: „Vor ein paar Wochen war die Messe gelesen für viele. Da schließe ich mich ja auch immer gerne an. Da soll man es auch dabei belassen.“ Mölders’ Fazit: „Am Ende ist es mir wurscht, ob ich die Tore schieße. Ich bin Kapitän dieser Mannschaft – mit Stolz und will nur die Spiele gewinnen.“

Trotzdem: Beim sozialen Netzwerk Instagram fand sich am Samstag unter den Glückwünschen für den Magdeburger 2:0-Sieg gegen den FC Ingolstadt (1860-Gegner am letzten Spieltag) auch ein Like der Löwen. Zumindest das dürfte am kommenden Wochenende schwerer fallen. Dann spielen die Ingolstädter gegen Bayern II.

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