Nach Köln ist vor Mannheim

TSV 1860 München: Die Route von Giesing nach Gelsenkirchen

Kumpels: Wunderlich (Köln, l.), Mölders (1860). 
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Kumpels: Wunderlich (Köln, l.), Mölders (1860). 

Die 3. Liga befindet sich auf der Zielgeraden. Der TSV 1860 München hat trotz des Unentschieden gegen Viktoria Köln weiterhin alle Chancen auf den Aufstieg.

München – Das Ziel „Veltins-Arena, Rudi Assauer Platz 1, 45891 Gelsenkirchen“ kann seit Dienstagabend in den Navi-Apps der Fans gespeichert werden. Offen bleibt, wer von den Top-Vier der Dritten Liga in der kommenden Saison gegen den abgestürzten FC Schalke 04 antreten darf. Hansa Rostock, der FC Ingolstadt, Dynamo Dresden, das nach nach zwei Corona-Absagen (Duisburg, Uerdingen) am Samstag gegen Halle wieder in den Spielbetrieb einsteigen soll.

Und die Münchner Löwen? Die Route von Giesing nach Gelsenkirchen führt über Mannheim, Kaiserslautern, Wiesbaden, München (Bayern II) und Ingolstadt. Heute in einem Monat soll im Sportpark der Schanzer mindestens die Relegation begossen werden. „Die Reise ist noch nicht zu Ende“, sagte Trainer Michael Köllner nach dem 1:1 gegen Viktoria Köln. „Es gibt noch 15 Punkte zu holen.“

TSV 1860: Leistungsgerechtes Unentschieden gegen Köln

Zwei mögliche Zähler haben sich die Blauen am Dienstag aus der Hand nehmen lassen. Nach griffig-giftiger erster Halbzeit und einem lehrbuchmäßigen Gegenpressing-Treffer über Balleroberer Dennis Dressel, Erik Tallig, Richy Neudecker und Vollstrecker Sascha Mölders gehörte der zweite Durchgang eher den formstarken Gästen aus Köln-Höhenberg. „Wir haben Fußball gespielt, den Ball laufen lassen und Sechzig ein Stück weit gequält“, bilanzierte Olaf Janßen zufrieden.

Viktorias Trainer hatte in der Halbzeitpause die richtigen Hebel gefunden, um sich dem hohen Pressing der Sechziger zu entziehen. Entscheidende Figur: der 35-jährige Mölders-Kumpel Mike Wunderlich, dem es in der 64. Minute gelang, unter staunender Anteilnahme der Löwen Neudecker und Merveille Biankadi per Chip-Pass Timmy Thiele zu bedienen, dessen Kopfball-Ablage René Klingenburg zum 1:1 verwertete. „Wenn du Viktoria Köln nicht permanent auf den Füßen stehst und deine Räume nicht extrem verdichtest, dann reicht eine Aktion aus“, kommentierte Köllner.

Tallig: „Wir haben keinen Druck, wir sind die Verfolger“

Was den Löwen-Coach mehr beschäftigen dürfte, war die mangelnde Effizienz und Klarheit im Offensivspiel. Auch wenn sich sein Team nach dem Ausgleich aufbäumte und die Entscheidung suchte, verrannten sich Tallig & Co. allzu oft in Einzelaktionen. Am deutlichsten zu besichtigen beim eingewechselten Fabian Greilinger, dem im Übereifer bis auf eine Rettungsaktion gegen Wunderlich rein gar nichts gelingen wollte.

Abhaken, auf Samstag und Waldhof Mannheim schauen, das nach dem 0:5 in der Hinrunde was gutzumachen hat und dabei keinem tabellarischen Druck ausgesetzt ist. Von Erfolgszwang wollen natürlich auch die Löwen nichts wissen. Erik Tallig: „Wir haben keinen Druck, wir sind die Verfolger, die Jäger – wir wollen einfach weiter so spielen und unsere Serie fortsetzen.“ Michael Köllner: „Es war wichtig, die Serie zu halten, das habe ich der Mannschaft auch mit auf den Weg gegeben. Nicht dass der eine oder andere denkt, wir hätten was verloren. Im Gegenteil: Wir spielen einen super Fußball, punkten konstant. So muss es weitergehen.“ Schon in zwei Tagen.

(Ludwig Krammer)

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