Hiller-Patzer, keine Power

Löwen fehlt der Wumms: Sieges-Serie reißt gegen Würzburg - war‘s das mit dem Aufstiegskampf?

Nach 16 Spielen ohne Niederlage mussten die Münchner Löwen jetzt erleben, dass jede Serie mal ein Ende hat. Sportlich wird es jetzt wieder kritisch, In der Clubpolitik steckt derweil auch neues Konfliktpotenzial.

  • TSV 1860 München - FC Würzburger Kickers 1:2 (1:1)
  • Am 30. Spieltag der 3. Liga kam es zum bayerischen Duell zwischen den Löwen und den Kickers.
  • Die Sechzger erlauben sich zwei dicke Patzer und verlieren das erste Mal seit 16 Spielen.

München – Ein letzter Verstolperer von Dennis Dressel ins Toraus, dann war der Kas endgültig gebissen. Samstag, 6. Juni, 15.54 Uhr – nach 16 Spielen ohne Niederlage hatten die Löwen tatsächlich wieder ein Spiel verloren. „Das tut im ersten Moment schon weh“, sagte Trainer Michael Köllner, für den es die erste Pleite als 1860-Coach war. Und auch das Aus im Aufstiegskampf? Die Bestandsaufnahme:

TSV 1860 München: Vier Punkte hinter direkten Aufstiegsplätzen

Lage: Acht Spieltage vor Schluss sind die Löwen auf vier Punkte hinter die direkten Aufstiegsplätze zurückgefallen. Moritz Stoppelkamp bescherte Spitzenreiter Duisburg mit seinem späten Tor gegen Chemnitz den ersten Sieg nach der Corona-Pause*, Mannheim profitierte gegen Viktoria Köln von einem Eigentor. Bei 1860 patzte Marco Hiller fatal, als er sich einen harmlosen Schuss von Fabio Kaufmann (14.) zum 0:1 durch die Beine bugsierte. „Ein absoluter Fangfehler, der nicht mal in der D-Jugend passieren darf“, urteilte Ex-Keeper Michael Hofmann, der als BR-Experte im Einsatz war.

„Darf nicht mal in der D-Jugend passieren“: Löwen-Torwart Marco Hiller verschuldete das 0:1.

Auch das zweite Gegentor resultierte aus einem nicht erzwungenen Fehler. Marius Willsch verlor die Kugel im Spielaufbau, wieder war Kaufmann zur Stelle. Der zwischenzeitliche Ausgleich von Efkan Bekiroglu hielt gerade mal elf Minuten. „Das 1:2 war der Genickbruch“, gestand Tim Rieder. „Danach hatten wir keine echte Torchance mehr“, ergänzte Sascha Mölders, der wegen seiner fünften gelben Karte am Dienstag (19 Uhr) in Uerdingen* gesperrt ist.

TSV 1860 München gegen Würzburger Kickers: Serie reißt nach 16 Spielen

Hoffnung: Trainer Köllner verwies bei aller Enttäuschung über den fehlenden Offensiv-Wumms („nicht zwingend genug“) auf die dominante Anfangsphase, an die es am Dienstag anzuknüpfen gelte. „Wir müssen in Uerdingen zurückkommen. Die Saison ist noch nicht zu Ende, es gibt noch 24 Punkte.“ Verteidiger Aaron Berzel könnte nach überstandener Sprunggelenksverketzung in den Kader zurückkehren.

Clubpolitik: Das von Sportchef Günther Gorenzel geforderte „Wumms-Paket“* für Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen steht weiter aus. Die möglicherweise weichenstellene Entscheidung fällt am morgigen Dienstag, wenn der Geschäftsführungs-Beirat in einer Telefonkonferenz über die Nachfolge von Finanzboss Michael Scharold abstimmt. Alles deutet auf eine Installation von Marc-Nicolai Pfeifer (Stuttgarter Kickers) hin, den die e.V.-Seite für geeigneter hält als den von der Investoren-Seite vorgeschlagenen Marketing-Fachmann Sven Froberg (Ex-Wolfsburg). Dank der 50+1-Regel hat Präsident Robert Reisinger das letzte Wort. Von einer einvernehmlichen Lösung ist nicht auszugehen. Beim Spiel gegen Würzburg würdigten sich Reisinger und Ismaik-Vertreter Saki Stimoniaris keines Blickes.

Erste Pleite als 1860-Coach: Michael Köllner

Fakt ist: Ohne Aussicht auf Zuschauereinnahmen* (im Etat mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt) benötigt 1860 frisches Kapital um die Mannschaft zusammenhalten zu können. Der (fromme) Wunsch von Trainer Köllner: „Wir haben in der Mannschaft eine hohe Einigkeit. Ich hoffe, dass sich diese Einigkeit auf alle Ebenen überträgt.“

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Rubriklistenbild: © Stefan Matzke/sampics

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