„Kann ganz wertvoller Spieler werden“

Haben die Löwen zu wenig Biss in der Offensive? Fans fordern torgefährlichen Ideengeber

Martin Pusic
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Wird Pusic gegen Zwickau zum Einsatz kommen?

Lange Zeit mühten sich die Löwen gegen den 1. FC Magdeburg. Gegen tiefstehende Mannschaften scheint die Köllner-Elf noch kein Mittel gefunden zu haben.

  • Trotz vieler Offensiv-Neuverpflichtungen fehlt die Bissigkeit im Löwen-Spiel
  • Noch ist das Transferfenster offen und 1860 könnte noch einmal zuschlagen.
  • Beim Spiel gegen Zwickau kann Löwen-Coach Köllner jedenfalls aus dem Vollen schöpfen.

München - Es war (und ist) das große Thema in den einschlägigen Internet-Foren zum Thema 1860: Brauchen die Löwen noch einen torgefährlichen Ideengeber hinter den Spitzen, einen neuen Bekiroglu, einen wie diesen abgezockten Sercan Sararer, der bei Türkgücü München in zwei Spielen schon vier Scorerpunkte (ein Tor, drei Assists) gesammelt hat?

Den Löwen fällt gegen tiefstehende Mannschaften noch zu wenig ein

Das 1:1 am Samstag gegen den 1. FC Magdeburg, von Trainer Michael Köllner als gefühlte Niederlage bezeichnet, hat der Debatte frisches Futter geliefert. Gegen tief stehende, ausschließlich auf Konter bedachte Gäste, fiel den Löwen lange Zeit nichts Überzeugendes ein, dazu mangelte es den Aktionen an Tempo und Präzision, um die Deckung des FCM in Not zu bringen. Kein Mutmacher mit Blick auf die kommenden beiden Gegner aus Zwickau (3. Oktober) und Lübeck (10. Oktober), die kaum angenehmer zu bespielen sein werden. Stefan Lex’ Vorahnung: „Zwickau wird gegen uns auch eher defensiv spielen – und das wird uns in dieser Saison noch öfters passieren, weil wir spielerisch einen Schritt nach vorne gemacht haben im letzten halben, dreiviertel Jahr.“

Bis zum 5. Oktober ist das Transferfenster in diesem Jahr coronabedingt noch geöffnet, doch auf eine Nachverpflichtung deuten die jüngsten Äußerungen der 1860-Geschäftsführung nicht hin. „Im Fußball kann sehr viel passieren, wir sind bis dato weitestgehend verletzungsfrei geblieben“, sagte Finanzboss Marc-Nicolai Pfeifer am Wochenende im Bayerischen Fernsehen. „Nichtsdestotrotz: Sollte sich da noch was tun, dann sind wir gut vorbereitet und könnten uns gegebenenfalls nochmals engagieren.“ Fast wortgleich hatte sich zuletzt Sportchef Günther Gorenzel geäußert, der mit Erik Tallig, Richard Neudecker, Martin Pusic und Talent Tim Linsbichler bereits vier Offensivspieler verpflichtet hat. Ob’s reicht für höhere Ambitionen?

Schon nach dem DFB-Pokal-Spiel gegen Eintracht Frankfurt kam die Thematik mit der schwachen Offensive auf.

Löwen-Trainer Michael Köllner hat viel Optionen offen

Trainer Michael Köllner bieten sich jedenfalls eine Reihe von Möglichkeiten. Mit Zehner Neudecker, der seinen Trainingsrückstand aufgeholt hat, könnten die Löwen in Zwickau zur Mittelfeld-Raute zurückkehren. Daniel Wein als Sechser, Dennis Dressel (links) und Tallig als Achter, davor die Spitzen Lex und Sascha Mölders – so könnte die offensive Startformation aussehen. Linksaußen Fabian Greilinger bliebe die Rolle des pfeilschnellen Jokers. Alternativ wäre auch eine neue Doppelspitze Mölders/Pusic denkbar, dahinter könnte Lex wirbeln, flankiert von Tallig und Neudecker/Dressel.

Pusic’ Viertelstunden-Einsatz gegen Magdeburg gab durchaus Anlass zu blauem Optimismus. Der Austro-Kroate präsentierte sich so bissig wie agil, scheiterte bei seiner Kopfballchance am blockenden Ex-Löwen Korbinian Burger – auffällig war auch die feine Ballbehandlung des Ex-Mattersburgers. „Er ist ein Torjäger, taucht dort auf, wo die Bälle runterfallen“, lobte Köllner den 32-jährigen Linksfuß. „Er kann sicher ein ganz, ganz wertvoller Spieler für uns werden. Man hat aber auch gesehen, dass wir noch ein paar Tage brauchen, bis wir ihn komplett in unser Spiel integriert haben.“ Pusic hat’s vernommen. Vier Trainingstage bleiben bis zur Reise nach Zwickau.

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