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TSV 1860: Löwen kompensieren Bär-Ausfall im Kollektiv

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Von: Jacob Alschner

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Teamwork: Bär (Mi.) traf noch am ersten Spieltag in
Dresden. Seitdem übernehmen die Kollegen.
Teamwork: Bär (Mi.) traf noch am ersten Spieltag in Dresden. Seitdem übernehmen die Kollegen. © Sampics

Bereits neun Spieler haben sich in die Torschützenliste des TSV 1860 eingetragen. Der Ausfall von Top-Stürmer Marcel Bär wird im Kollektiv aufgefangen.

München – Ende Juli wurde es doch noch mal unruhig an der Grünwalder Straße. Dem TSV 1860 war eine gute Vorbereitung gelungen, neun Neuzugänge auf – im Ligavergleich – absoluten Top-Niveau waren geholt worden. Und doch gab es Grund zur Sorge. Im DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund, dem zweiten Pflichttermin der Spielzeit, hatte sich Über-Stürmer Marcel Bär am Fuß verletzt; monatelang, das war klar, sollte der 30-Jährige ausfallen.

Gerade Bär, der die Mannschaft von Trainer Michael Köllner noch in der Vorsaison beinahe zum Aufstieg und sich selbst mit 21 Treffern zur Torjägerkanone der 3. Liga geschossen hatte. Gerade er fiel nun aus. „Jeder Ausfall von einem Spieler ist schlimm“, sagte Köllner. Doch der Fall Bär, der sei „noch ein bisschen schlimmer.“ Also, dachte man im Löwen-Umfeld, musste man noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden. Ein anderer Stürmer sollte her – vielleicht aus der 2. oder sogar der Bundesliga – um Bär ersetzen zu können. Doch es passierte nichts.

TSV 1860: Sechs Neuzugänge trafen bereits

Und frei nach Ex-Bundestrainer Berti Vogts ist knappe vier Wochen später klar: Der (Stürmer-)Star ist die Mannschaft. Nach fünf Spieltagen in der Meisterschaft, die Sechzig gegen ekelig zu bespielende Gegner (Dresden, Oldenburg, Verl, Meppen und Halle) ohne Punktverlust hinter sich brachte, steht als Belohnung der verdiente erste Tabellenplatz. 13 Tore erzielte 1860 dabei, nur der Neuling SV Elversberg hat drei mehr auf dem Konto. (Die Show, die die Sensations-Saarländer momentan abziehen, ist ohnehin ein Kapitel für sich.)

Das wirklich Bemerkenswerte – das gilt zugegebenermaßen auch für Elversberg – ist die Tatsache, dass sich bereits neun Spieler in die Torschützenliste des TSV eintragen konnten. Martin Kobylanski (28), Marcel Bär und Fynn Lakenmacher (22) sind mit nur zwei Treffern Top-Torschützen, Stefan Lex (32), Yannick Deichmann (28), Joseph Boyamba (26), Tim Rieder (28), Jesper Verlaat (26) und Meris Skenderovic (24) jeweils einmal. Und sorgten so schnell dafür, die Gedankenspiele um einen neuen Stürmer genau das bleiben zu lassen: Gedankenspiele.

Sechs Neue trafen schon. Immer mehr wird klar, welch gute Arbeit Sechzigs Sportchef Günther Gorenzel und Kollegen leisten. Schon am 16. Mai, zwei Tage nach Abpfiff des letzten Spieltags der vergangenen Saison, stand mit Tim Rieder der erste Neuzugang fest. Die übrigen acht folgten beinahe auf dem Fuße. Ligaweit sorgt das für Eindruck, andernorts bewundert man die Entschiedenheit und das Tempo, mit dem die Neuen an die Grünwalder Straße geholt wurden. In den meisten Fällen, das kommt hinzu, ohne einen Cent Ablöse zu bezahlen.

Wie stark sind die Löwen mit Marcel Bär?

Die Liga weiß: Mit diesem Kader ist 1860 nur schwer zu stoppen. Selbst den Spielern fällt die Leistungsfähigkeit des Löwen-Rudels in der Breite auf: „Wir haben einen Super-Kader, viele Spieler“, sagte Kobylanski schon nach dem 4:0 gegen Meppen. „Dass wir mit Cello (Bär, d. Red.) einen sehr, sehr wichtigen Spieler verloren haben, kompensieren wir damit, dass sich jeder in die Torschützenliste einträgt.“ Aber, das wollte Kobylanski dann doch auch noch unterbringen: „Natürlich erwarten wir ihn mit offenen Armen zurück.“ Wer würde das nicht?

Einige Monate werden die Löwen zwar noch ohne ihren etatmäßigen Stürmer Nummer eins auskommen müssen. Sein Ziel, so Bär, sei eine Rückkehr auf den Platz noch in diesem Jahr. Wie realistisch das ist, wird man sehen. Doch in der aktuellen Verfassung seiner Löwen braucht Bär nichts zu überstürzen, kann sich voll auf die Reha konzentrieren. Die ganze Mannschaft packt mit an, schießt Tor für Tor und sammelt Sieg für Sieg. Nicht auszumalen, wie stark Sechzig erst wird, wenn Bär wieder dabei ist. (Jacob Alschner)

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