Behauptet sich der e.V. gegen Investor Ismaik?

Großer Tag für die Löwen: Team fordert Uerdingen - Klubspitze stellt Weichen für Zukunft

Müssen sich für den Aufstieg strecken: Die Löwen befinden sich acht Spieltage vor Saisonende mitten im großen Verfolgerpulk.
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Müssen sich für den Aufstieg strecken: Die Löwen befinden sich acht Spieltage vor Saisonende mitten im großen Verfolgerpulk.

Die Löwen wollen gegen den KFC Uerdingen eine neue Erfolgsserie starten. Zugleich wird über einen neuen Finanzchef abgestimmt - eine mal wieder heikle Situation.

  • Für den TSV 1860 steht ein in doppelter Hinsicht wichtiger Tag an - aus klubpolitischer und sportlicher Sicht.
  • Gesucht wird ein neuer Finanzchef - diesem drohen direkt ein paar Sorgen.
  • In der 3. Liga soll gegen den KFC Uerdingen eine neue Erfolgsserie ihren Anfang nehmen.
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München - Das wird ein spannender Dienstag für den TSV 1860! In der Dritten Liga will sich die Mannschaft von Trainer Michael Köllner beim KFC Uerdingen (ab 19 Uhr im Live-Ticker) für die 1:2-Heimniederlage gegen Würzburg rehabilitieren, klubpolitisch steht die Entscheidung über den Nachfolger von Finanz-Geschäftsführer Michael Scharold an. Wo steuern die notorisch klammen Löwen hin? Die tz gibt den zweigeteilten Überblick.

TSV 1860: Was erwartet den neuen Finanzboss?

Was auf dem Platz passiert, ist beim TSV 1860 bekanntermaßen nur ein Teil der Wahrheit. Mindestens so wichtig ist die Klubpolitik, wo der e.V. und Investor Hasan Ismaik als Gesellschafter seit drei Jahren im Clinch liegen. Am Dienstagabend soll im vierköpfigen Geschäftsführungs-Beirat über die Nachfolge des scheidenden Finanzchefs Michael Scharold abgestimmt werden.

Der e.V., vertreten durch Präsident Robert Reisinger und Verwaltungsrat Robert von Bennigsen, favorisiert Marc-Nicolai Pfeifer, Geschäftsführer der Stuttgarter Kickers, die Ismaik-Seite - Aufsichtsratschef Saki Stimoniaris und Anwalt Andrew Livingston - plädiert für den Marketing-Experten Sven Froberg, der zuletzt die PR beim VfL Wolfsburg verantwortete.

Auf Abschiedstour: Finanzchef Michael Scharold räumt seinen Posten bei Sechzig.

TSV 1860: Auf Scharold-Nachfolger wartet unsichere Finanzlage

Egal, auf wen es hinauslaufen wird (Reisinger hat dank 50+1 das letzte Wort), der neue Mann ist nicht zu beneiden. Ohne kalkulierbare Zuschauer-Erlöse ist 1860 aktuell kaum handlungsfähig. Das Präsidium forderte am Montag über die Vereinshomepage eine „sinnvolle finanzielle Lösung“, die der Fußball-KGaA „eine wirtschaftliche Perspektive für die kommenden zwei Spielzeiten“ eröffne.

Ismaik solle „zeitnah einen wirksamen Beitrag“ leisten. Das von Sportchef Günther Gorenzel gewünschte „Wumms-Paket“ zur Kaderplanung könne indes keines sein, das dem Klub „hinterher mit Wumms als Schuldenfalle wieder ins Genick kracht“. Ob sich Ismaik unter diesen Vorzeichen auf ein Sponsoring einlässt? Zweifel sind angebracht.

TSV 1860: Verschaffen Transferbeteiligungen an Ex-Löwen neuen Spielraum?

Nach tz-Informationen könnte Gorenzel auch auf andere Art Spielraum bekommen. Die als Sicherheit für ein Not-Darlehen von Hauptsponsor Die Bayerische hinterlegten Transferbeteiligungen für Marin Pongracic und Felix Uduokhai (rund zwei Millionen Euro) sollen durch eine Hypothek auf die KGaA-eigene Geschäftsstelle ersetzt werden.

Was noch fehlt, ist die Genehmigung durch die Stadt München, die den Löwen das Grundstück auf Erbpacht-Basis zur Verfügung stellt. Die Gespräche laufen auf höchster Rathausebene. Über grünes Licht würde sich nicht nur Gorenzel freuen.

TSV 1860: Gelingt nach Pleite gegen Würzburg Sieg gegen Uerdingen?

Die U17 hat’s geschafft. Als Tabellenführer rücken die jungen Löwen nach dem Saisonabbruch des DFB in die Bundesliga auf. „Gratulation zum Aufstieg“, hob Gorenzel am Montag die Leistung der Mannschaft von Trainer Jonas Schittenhelm hervor.

Ob Gorenzel auch den großen Löwen bald gratulieren kann? Im achtletzten Saisonspiel geht’s für 1860 am Dienstagabend in Düsseldorf gegen den KFC Uerdingen, der sich bei 44 Punkten ebenfalls noch gute Aufstiegschancen ausrechnet.

Will wieder die Trainerfaust auspacken: Michael Köllner hat mit den Löwen erst ein Spiel verloren - am vergangenen Samstag.

TSV 1860: Trainer Köllner sieht Uerdingen defensiv stark

Löwen-Trainer Köllner verweist auf die „Defensivstärke“ der Krefelder mit den bundesligaerfahrenen Innenverteidigern Assami Lukimya und Dominic Maroh. Seine Mannschaft, die gegen Würzburg Präzision und Power im Offensivspiel vermissen ließ, will er „mit ein paar frischen Spielern“ aufwerten.

Als Ersatz für den gelbgesperrten Sascha Mölders drängt sich Prince Owusu auf. „Er scharrt schon lange mit den Hufen“, sagt Köllner. Zurück im Kader ist Timo Gebhart, dem der Coach gegen Würzburg eine schöpferische Pause verordnet hatte. Auch Aaron Berzel reist mit ins Rheinland.

TSV 1860: Neben Dominanz auch Konterspiel wichtig

Dass die Erfolgsserie gegen die Unterfranken nach 16 Spielen riss - für Köllner nicht mehr als eine „Randnotiz“. Es gelte jetzt, einen „guten Mix“ aus kraftraubender Dominanz und ökonomischem Konterspiel zu finden und Rückstände zu vermeiden, so der Coach. Gorenzel fordert Effektivität: „Wir müssen uns für den Aufwand einfach belohnen!“

Köllners Ziel: „Wir wollen konstant punkten, dass wir im Finish den Fuß in der Tür haben.“ Schon am Samstag geht’s gegen Rostock weiter.

Mit dem Sieg gegen Uerdingen melden sich die Blauen im Aufstiegsrennen zurück - auch dank eines Kniffs von Köllner.

lk

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