Abwechslung vom Ligaalltag

„Schwoam mas owe“ – Teambuilding-Maßnahme auf der Sechzger-Wiesn

Michael Köllner genoss die Abwechslung vom tristen Ligaalttag sichtlich.
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Michael Köllner genoss die Abwechslung vom tristen Ligaalttag sichtlich.

Sportlich läuft es derzeit nicht für den TSV 1860 München. Da kam die Ablenkung durch einen Wiesn-light-Abend gerade recht.

München - Was das Münchner Oktoberfest angeht, hat Michael Köllner ein schlechtes Timing. Als der Oberpfälzer 2019 den Trainerjob beim TSV 1860 übernahm, war die Wiesn seit fünf Wochen vorbei, auf der Theresienwiese gab es nur noch den Abbau der Bierzelte zu besichtigen. Ein Jahr später war es dann Corona, das Köllner um zünftigen Bierzelt-Spaß brachte. Und heuer?

Ist die Pandemie noch immer nicht besiegt – und die Tracht des Trainers weiterhin nahezu unbenutzt.

TSV 1860: Wiesn light dank Sponsoren und Gönner

Gestern änderte sich das das. In der Sechzger-Alm auf dem Vereinsgelände luden Sponsoren und Gönner zu einer Art Wiesn light, zu einem kleinen Ersatzprogramm für das große ausgefallene Volksfest: 280 geladene Gäste, auch Vertreter beider Gesellschafter anwesend (Anthony Power/Hans Sitzberger) – und das komplette Profiteam der Löwen. Um kurz vor 19 Uhr liefen die Spieler mit ihren Partnerinnen ein, alle stilecht in Tracht gekleidet – vorneweg Michael Köllner („Ich bin mit Lederhose aufgewachsen“), der sich ehrlich über ein bisschen Abwechslung vom tristen sportlichen Alltag zu freuen schien.

In Tracht und Begleitung: Die Spieler des TSV 1860.

„Bier ist schon erlaubt, auch ein richtiges.“

Michael Köllner über die Abendgestaltung

Keineswegs sei der Abend ein Pflichttermin, versicherte der Trainer: „Ich glaube, dass uns das ganz gut tut: zusammensitzen, Geselligkeit, Kameradschaft. Das können wir heute leben – vielleicht nicht so exzessiv, wie man das normal machen würde.“ Schließlich sei die Tabellensituation nicht dazu angetan, „dass wir alle gleich auf die Tische springen und die Krüge in die Höhe stemmen werden“. Aber, fügte der Coach lächelnd hinzu: „Bier ist schon erlaubt, auch ein richtiges. Wenn wir wo hingehen, dann wollen wir schon auch miteinander lachen.“ Zwei Stunden waren für den Bierzelt-Ersatztermin vorgesehen – „wir haben heute schließlich zweimal trainiert“.

Michael Köllner blickt sportlich hoffentlich besseren Zeiten entgegen.

Ob die Teambuildung-Maßnahme wirkt, können die Fans übrigens in ähnlich zünftigem Ambiente verfolgen. Bei der ersten 60er-Wiesn, veranstaltet vom blauen Unterstützerkreis, verwandelt sich das Vereinsgelände ab heute in ein Mini-Oktoberfest – mit Liveübertragung des Verl-Spiels im Stüberl, Freibier, Schafkopf-Turnier und Auftritt des Kabarettisten Roland Hefter. Der hat zum Thema Wiesn gestanzelt: „Brach koane Pyramiden, muaß ned zum Papst nach Rom – da liebe Gott ist überall, auch im Hippodrom.“ In diesem Sinne: Prost, Löwen – auf (sportlich) bessere Zeiten! (Uli Kellner)

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