„Als junger Spieler ist es nicht einfach“

Löwen-Talent lehnt Erstliga-Angebote ab: „Bei Sechzig fühle ich mich zu Hause“

Niklas Lang im Sommer-Trainingslager des TSV 1860 München in Windischgarsten in Österreich.
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Niklas Lang im Sommer-Trainingslager des TSV 1860 München in Windischgarsten in Österreich.

Niklas Lang hätte es zu einem Bundesliga-Team schaffen können. Aber das Abwehr-Talent will sich zunächst in der 3. Liga durchsetzen - beim TSV 1860 München.

  • Der TSV 1860 München hat den Vertrag mit Abwehrspieler Niklas Lang verlängert.
  • Der 18-Jährige hatte auch Angebote von Teams aus der Bundesliga.
  • Für den Verbleib bei den Löwen hat er Gründe - die man 2020 auch „richtig brutal“ sehe.

München - 2019 war er mit einem Bein beim VfB Stuttgart, im Frühjahr 2020 buhlten der 1. FC Köln und Hoffenheim um ihn. Niklas Lang (18) hätte mit 17 den Sprung zu einem Bundesligisten* schaffen können, doch der Starnberger möchte sich erst mal im eigenen Verein nach vorne arbeiten. Dass er das Zeug dazu hat und mittelfristig einen gestandenen Innenverteidiger wie Aaron Berzel (28, zu Türkgücü) ersetzen könnte – daran zweifelt keiner. Nicht die Löwen-Bosse, die mit ihm bis 2022 verlängerten, und auch er selber nicht.

Niklas, eine Ihrer Stärken ist, sich in Gegenspieler „reinzubeißen“. Ist das Ziel, sich im Löwen-Drittligakader festzubeißen?

Lang: Wenn du im Fußball die Chance hast, dann musst du sie nutzen. Als junger Spieler ist es nicht einfach, in so eine Mannschaft reinzukommen, das geht in erster Linie über Leistung.

In den Tests gegen Bayreuth und Regensburg standen Sie in der Startelf.

Lang: Es ist schon schön, wenn dir der Trainer Spielzeit gibt. Die Spiele waren auch ganz ordentlich von mir. Es gibt immer was, das du verbessern kannst, aber im Großen und Ganzen hat es gepasst, denke ich.

Wie würden Sie Ihre Stärken beschreiben?

Lang: Ich denke, dass ich im Defensivverhalten relativ stark bin. Auch, was die Schnelligkeit angeht, wodurch ich viele Sachen noch mal wegmachen könnte. Luft nach oben gibt es sicher noch im Spielaufbau und Stellungsspiel.

Andere Kinder, die am See aufwachsen, segeln oder surfen. Für Sie soll es nur Fußball gegeben haben.

Lang: Schon als Dreijähriger hab ich bei uns im Dorf gespielt (in Perchting/Red.). Auch über meinen Vater, der am Anfang mein Trainer war. Dann bin ich zu Starnberg. Da kam auch viel über die Familie, absolut. Mein Vater hat früher selber Fußball gespielt, meine Mutter und mein Vater waren in der Leichtathletik. Ich war also schon immer im Sport drin.

Bei 1860 bietet sich nun die Profi-Chance. Was sprach dagegen, sie schon 2019 beim VfB zu suchen?

Lang: Letztes Jahr im Sommer gab’s dieses Angebot aus Stuttgart. Im Endeffekt bin ich 1860 sehr dankbar, dass sie mir danach noch mal die Chance gegeben haben – und dann gleich so eine richtig gute Chance. Das konnte ich so nicht erwarten und war top.

Hört sich an, als wären Sie hin- und hergerissen gewesen.

Lang: Es war schwierig, weil ich mich in München* und auch bei 1860 sehr wohlgefühlt habe. Dann war die Frage, ob ich’s mache oder nicht. Klar: Es wäre mit Internat gewesen, aber ich wäre auf jeden Fall rausgewesen… Am Ende haben sich die Verantwortlichen hier auch sehr um mich bemüht und mir ein klare Perspektive aufgezeigt.

Weil 1860 das überzeugendste Jugendkonzept hat? Bei kaum einem anderen Verein können Talente so schnell im Profikader ankommen.

Lang: Man sieht ja, dass es funktioniert. Dennis Dressel ist letzte Saison total aufgegangen, auch Fabi Greilinger oder Noel Niemann. Da gibt es viele, die, wenn auf sie gesetzt wird, sich in die Mannschaft gespielt haben. Dieses Jahr sieht man es auch richtig brutal. Die Durchlässigkeit ist natürlich schon super hier.

Den neuen Vertrag haben Sie aber nicht nur aus Dankbarkeit unterschrieben…

Lang: Nein, absolut nicht. Ich hab’ hier super Möglichkeiten und fühl’ mich einfach in dem Verein zu Hause. Deswegen bin ich froh, hier zu sein.

Bleibt noch die Frage nach den persönliche Zielen?

Lang: Ein paar Spiele würde ich gerne machen. Ich war letztes Jahr in Münster dabei, das war ein Riesenerlebnis.

Interview: Uli Kellner *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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