Ärger über „Scheichlied“

1860 bereit für die neue Saison? Coach Köllner zieht Zwischenfazit: „Es ist knüppelhart“

Aktiv - auch ohne Ball: Die Löwenmannschaft posiert während des Trainingslagers nach einer Wanderung auf die Wurzeralm.
+
Aktiv - auch ohne Ball: Die Löwenmannschaft posiert während des Trainingslagers nach einer Wanderung auf die Wurzeralm.

Das Trainingslager des TSV 1860 ist fast vorbei. Trainer Michael Köllner zieht ein erster Fazit. Er ist happy, erwartet aber einen schweren Auftakt.

Windischgarsten – Zwei Tage noch, dann ist das Trainingslager der Löwen in Windischgarsten schon wieder Vergangenheit. Vor dem Testspiel gegen Pacult-Club Austria Klagenfurt (15.30 Uhr) zog Trainer Michael Köllner eine Zwischenbilanz der Vorbereitung und warf mehr als nur einen Blick auf die in drei Wochen startende Saison. Köllner über…

…die Leistung im Testmatch gegen den SV Ried:
„Ried war einer von diesen tief stehenden Gegnern, wie sie uns in der neuen Saison öfters begegnen werden. Wir haben uns von Minute zu Minute gesteigert, das Spiel bestimmt. Schade, dass wir 0:1 verloren haben, das ärgert mich auch. Trotzdem war es ein guter Test gegen einen Erstligisten, der uns in der Vorbereitung um eine Woche voraus ist.“
…die Löwenfans, die nach dem Test das „Scheichlied“ anstimmten:
„Mich ärgert es, wenn ein paar Idioten meinen, das Scheichlied singen zu müssen. Das geht einfach nicht, wir haben uns nicht umsonst ‚Vereinen statt spalten’ auf die Fahnen geschrieben. Wir hatten das Thema ja schon mal in der Kurve in Jena – und irgendwann werde ich mir diese Leute schnappen. Ohne Hasan Ismaik würde es nicht gehen bei Sechzig, genauso wenig ohne das Präsidium. Ich verstehe beide Seiten, ich bin ein Trainer für alle. Für den Verein ist es essenziell, dass wir alle an einem Strang ziehen.“
…die Ruhe im Verein:
„Es ist außergewöhnlich im Profifußball, wenn du deine personellen Planungen schon zu Beginn der Vorbereitung abgeschlossen hast. Wir wollen sexy, seriös und sympathisch rüberkommen, nicht als ewig streitender Club. Inzwischen sind wir ein super Werbeträger für die Stadt, das merkt man auch an unseren Sponsoren. Trotzdem: Sechzig ist und bleibt ein fragiles Produkt, an dem du stetig arbeiten musst. Wenn wir das so beibehalten können, dann wird sich der sportliche Erfolg zwangsläufig einstellen.“
…das Startprogramm mit namhaften Gegnern wie Würzburg, Wiesbaden und Kaiserslautern:
„Es ist ein knüppelhartes Auftaktprogramm und es wird eine knüppelharte Saison. Wir wollten schon letztes Jahr vom ersten Spieltag an hoch und so ist es auch dieses Mal. Wir hoffen, dass wir 18 Mannschaften hinter uns lassen können. Druck werden wir an Anfang an haben, dem müssen wir gerecht werden. Aber ich glaube auch nicht, dass unsere Gegner sagen: ‚Hipp, hipp, hurra, die Löwen kommen!’“
…das Alternativsystem mit der Dreierkette und zwei Spitzen:
„Ich muss schauen, dass ich meine Spieler – anders als vielleicht Jogi Löw - in ein griffiges Spielsystem einbinde, wo jeder seine Stärken einbringen kann. Das haben wir vor zwei Jahren mit der Raute geschafft, letztes Jahr mit dem 4-1-4-1. Und jetzt müssen wir wieder ein stückweit was verändern, die Spieler rauslocken aus ihrer Komfortzone. Also auch mal eine Dreierkette reinschmeißen, um die Aufmerksamkeit zu schärfen.“
…die Zugänge Deichmann, Bär und Goden:
„Ich bin froh, dass meine Wünsche erfüllt wurden. Wir haben gute Jungs geholt, auch vom Charakter her – der Teamspirit ist sehr gut. Und jetzt haben wir mehr Möglichkeiten in der Offensive. Sascha Mölders wird seine Quote aus der letzten Saison kaum toppen können, umso wichtiger ist es, dass wir die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen können.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare