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TSV 1860: Bär auf den Spuren von Völler, Max und Co. - die blauen Schützenkönige

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Von: Ludwig Krammer

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19 Saisontreffer und er kann noch nachlegen: Marcel Bär.
19 Saisontreffer und er kann noch nachlegen: Marcel Bär. © Imago

Den Aufstieg haben die Löwen bekanntlich verpasst, ganz ohne Erfolgserlebnis wird diese Spielzeit trotzdem nicht zu Ende gehen.

München – Denn: Mit Marcel Bär stellen die Sechziger den besten Torschützen der Saison; Stand jetzt muss sich „Cello“ die Kanone mit Baris Atik von Meister Magdeburg teilen. 19 Treffer haben beide auf dem Konto.

Bärs Vorteil: Er kann am Samstag (13.30 Uhr) im Heimspiel gegen Dortmund II noch nachlegen, während Kollege Atik beim Saisonfinale in Osnabrück wegen seiner zehnten Gelben Karte fehlen wird. Bärs klare Ansage: „Wenn man da oben steht, dann kann ich nur sagen: Cello Bär will die Kanone haben.“ Am besten natürlich als alleiniger König.

In der blauen Toptorjäger-Galerie seit Bundesliga-Gründung 1963 ist Bär der siebte Preisträger. Nur einem Löwen gelang das Kunststück zweimal: Martin Max holte sich die Kanone 2000 und 2002, ehe ihm der damalige Präsident Karl-Heinz Wildmoser den Laufpass gab. Ein Blick zurück aus gebotenem Anlass.

Rudi Brunnenmeier war der erste Torschützenkönig der Löwen in der Bundesliga.
Rudi Brunnenmeier war der erste Torschützenkönig der Löwen in der Bundesliga. © Imago

Rudi Brunnenmeier: Der Olchinger Ausnahmestürmer war der erste Torschützenkönig für den TSV 1860 in der Bundesliga. In der Saison 1964/65 traf Brunnenmeier 24-mal ins Tor und distanzierte den Dortmunder Timo Konietzka um zwei Treffer. Zur Saison 1965/66 wurden Brunnenmeier und Konietzka Kollegen in Giesing – die Löwen lupften ihre bis heute einzige Meisterschale.

Ferdl Keller: Der Pasinger Bäckerssohn kehrte 1972 von Bundesligist Hannover 96 zu seinem Heimatverein in die damals zweitklassige Regionalliga Süd zurück, um die Löwen nach oben zu schießen. Gleich in seiner ersten Saison wurde Keller mit 26 Toren bester Liga-Schütze. Zum Aufstieg reichte es nicht. Nach vier vergeblichen Versuchen zog Keller 1976 weiter zum HSV, mit dem er 1977 den Europapokal der Pokalsieger gewann.

Rudi Völler: Das stürmische Supertalent, 1980 für 700 000 D-Mark von Zweitligist Kickers Offenbach zu den erstklassigen Löwen gewechselt, erlebte gleich in seiner ersten Saison den Abstieg in die 2. Liga. Mit 37 Toren wurde Völler Schützenkönig im Unterhaus, den Aufstieg verpassten die Löwen nur um einen Punkt. Es folgte der Zwangsabstieg in die drittklassige Bayernliga, Völler ging zu Werder Bremen und holte auf Anhieb die Bundesliga-Torjägerkanone.

Andi Löbmann: Der Münchner war sicher kein begnadeter Fußballer, seine Trefferquote in der drittklassigen Bayernliga konnte sich jedoch sehen lassen. Speziell in der Saison 1988/89, die Löbmann mit 29 Toren als Klassenbester abschloss.

Martin Max bekam die Torjägerkanone zweimal.
Martin Max bekam die Torjägerkanone zweimal. © Imago

Martin Max: Als Schalker holte der gebürtige Oberschlesier 1997 den UEFA-Pokal, bei den Löwen folgten immerhin zwei Torjäger-Kanonen: 2000, im Champions-League-Qualifikations-Jahr, mit 19 Treffern und zwei Jahre später mit 18 Toren. Die Teilnahme an der WM 2002 war Max trotzdem nicht vergönnt. DFB-Teamchef Rudi Völler zog den torlosen Bayern-Ersatzstürmer Carsten Jancker vor. Max kann es bis heute nicht verstehen: „Dafür gibt es schlicht keine Erklärung“, sagte er 2018 dem Magazin 11 Freunde.

Sascha Mölders: Der Kultstürmer aus dem Revier schoss die abgestürzten Löwen 2018 zurück in den Profifußball - und lieferte auch in der 3. Liga beeindruckend ab. 22 Tore waren es in der Saison 2020/21. Mit einem Hattrick könnte Bär am Samstag noch gleichziehen. (Ludwig Krammer)

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