Bayerisches Duell

1860: "Absolutes Endspiel" gegen Fürth

München - Der TSV 1860 muss nach einer Schwächephase wieder punkten. Trainer Möhlmann nimmt seine „Löwen“ vor dem Duell mit seinem Ex-Club in die Pflicht. Vor dem Gegner hat der Routinier jede Menge Respekt.

Im Kampf gegen den Abstieg beschwört der TSV 1860 München seine erfolgreiche Vergangenheit. Das bayerische Duell gegen Greuther Fürth werden die „Löwen“ am Freitag (18.30 Uhr) anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des einzigen deutschen Meistertitels mit Trikots aus der Saison 1965/1966 bestreiten. „Damals waren es elf Freunde auf dem Platz. Solche Tugenden müssen wir jetzt auch einbringen“, forderte Kapitän Christopher Schindler.

Im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga offenbarten die „Löwen“ genau in diesem Bereich zuletzt große Probleme. Trainer Benno Möhlmann hatte nach der 1:3-Niederlage in Karlsruhe harsch den Teamgeist kritisiert: „Das ist keine hundertprozentige Mannschaft“, klagte er. In der Tabelle belegt sein Team den drittletzten Rang: Einen Punkt vor dem Vorletzten Paderborn, drei Zähler hinter dem 15. Fortuna Düsseldorf. Fürth belegt den zehnten Platz.

Vor dem Duell mit seinem ehemaligen Verein Fürth hat der 61-Jährige noch einmal klar gemacht, worum es ihm im Endspurt geht: „Die Situation ist eindeutig, die Jungs sind gefordert.“ Möhlmann berichtete, unter der Woche „Tacheles“ mit seiner Mannschaft gesprochen zu haben.

"Jedes Spiel ist jetzt ein absolutes Endspiel"

Spielführer Schindler hat wie der Trainer noch einmal an seine Mitspieler appelliert. „Ich hoffe, dass wir anders auftreten als zuletzt“, erklärte der Verteidiger. Für die sechs verbleibenden Partien gebe es nur ein Motto: „Jedes Spiel ist jetzt ein absolutes Endspiel, so müssen wir es auch angehen.“

Das erste davon wartet gegen die Franken, die Möhlmann stark einschätzt. „Die Mannschaft funktioniert, sie haben eine sehr offensive Ausrichtung“, erklärte er. Für den Tabellenzehnten geht es im verbleibenden Saisonausschnitt nicht mehr um Auf- oder Abstieg, sondern nur noch einen versöhnlichen Saisonabschluss. Auch deshalb, vermutet Möhlmann, könnte der Gegner „schon etwas ausprobieren“.

Der Fürther Trainer Stefan Ruthenbeck warnte vor dem Gastspiel in der Arena vor den Hausherren. „Gegen uns werden sie nicht noch einmal so auftreten wie zuletzt“, sagte er. Der Coach forderte seine Mannschaft auf, „cool zu bleiben“. Erst am Montag hatte Fürth Tabellenführer Freiburg ein Duell auf Augenhöhe geliefert, wegen mangelnder Chancenauswertung allerdings mit 2:3 verloren.

Personell kann der TSV 1860 wieder auf frische Kräfte bauen. Daniel Adlung kehrt nach einer Sprunggelenksverletzung zurück. Der Mittelfeldspieler hatte zuletzt im Februar gespielt. Auch die zuletzt gesperrten Milos Degenek und Romuald Lacazette stehen wieder zur Verfügung.

dpa

Rubriklistenbild: © sampics / Stefan Matzke

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