1860 ist gefordert

Acht knackige Spiele bis zur Pause: Heißer Herbst für Bieros Löwen

Ein Mann in Rage: Bierofka im Löwen-Training.
+
Ein Mann in Rage: Bierofka im Löwen-Training.

In der trüben Gegenwart des TSV 1860 München sind die Nerven von Coach Daniel Bierofka angespannt. Denn der Rest des Jahres hat es in sich - und das weiter ohne die Langzeitverletzten der Löwen.

München - Angesagt ist der für die Küste typische Wettermix: ein bisschen Sonne, viel Wolken und Nebel bei frischen 12 bis 17 Grad und gelegentlichem Nieselregen. Kräftige Windböen (46 km/h) werden auch erwartet, doch selbst ohne Widrigkeiten von außen wäre Rostock eine unangenehme Dienstreise für den TSV 1860. Der letzte Sieg im Ostseestadion liegt lange zurück (2008). Zudem gilt es, Kapitän Felix Weber zu ersetzen, den notorischen Rot-Sünder (drei Platzverweise im letzten halben Jahr) – und auch den erneut angeschlagenen Efkan Bekiroglu, ohne den die Löwen meistens leer ausgehen (2019: sechsmal bei sieben Versuchen). Berücksichtigt man dann noch die schlechte Auswärtsbilanz des Tabellen-15., dürfte sich als sportliche Prognose eine Siegwahrscheinlichkeit im Promillebereich ausrechnen lassen.

Dass die Nerven im Löwen-Lager angegriffen sind, belegt eine Szene aus dem Mittwochstraining, als Daniel Bierofka wütend in Richtung Prince Owusu brüllte – Augenzeugen zufolge hatte der Stürmer bei einer Übung die Ohren auf Durchzug gestellt. Anspannung, die nicht von ungefähr kommt, denn die Gegenwart ist trüb (Platz 15) – und der Spielplan für den Rest des Jahres hat es in sich.

Heißer Herbst: Fünfmal müssen die Löwen in der Fremde ran

Rostock am Samstag ist der Auftakt in einen heißen Herbst, der acht knackige Spiele bereithält. Fünfmal müssen die Löwen in der Fremde ran, dreimal geht es gegen bayerische Rivalen (Bayern II daheim, Haching und Ingolstadt auswärts) – und nur zweimal gegen Gegner, die hinter 1860 stehen (Groß­aspach, Münster).

Zumindest Bierofka klang zuletzt aber nicht so, als würde er sich von all den negativen Vorzeichen verrückt machen lassen. Weißblauen Kassandras, die 1860 im Sinkflug sehen, hält der Coach entgegen, dass sein Team gegen Uerdingen (0:1) sogar zu zehnt stabil gestanden sei. „Wir haben ja wirklich nichts zugelassen“, erinnert er und stützt sich auf entsprechendes Datenmaterial, das die Wahrscheinlichkeit von Toren bzw. Gegentoren bemisst (xG – Expected Goals). „Wenn wir das 1:0 machen, kippt das Momentum auf unsere Seite. Leider schaffen wir das gerade nicht, aber wenn man die letzten sechs Spiele sieht: Fünfmal waren wir besser, was Anzahl und Qualität der Chancen angeht. Genau da müssen wir weitermachen.“

Bierofka: „Es zählt erst mal nur die Vorrunde“

Entsprechend optimistisch ist Bierofkas Prognose. Mit 23 Punkten schlossen seine Löwen 2018 die Hinrunde ab und ließen noch kurz vor Weihnachten den ersten Sieg der Rückrunde folgen (2:1 gegen Lautern). Aktuell steht sein Team bei 14 Punkten. In Bierofkas Kopf „zählt erst mal nur die Vorrunde“, sagte er und kündigte an: 23 Punkte seien in der Summe „durchaus möglich“. Bedeutet: Neun Punkte aus den nächsten sieben Spielen sind das Ziel bis zum Hinrundenfinale in Ingolstadt am 16. Dezember. Der heiße Herbst ist dann auch vorbei. In Münster am 21. Dezember beginnt der Winter, die Rückrunde – und eine neue Zeitrechnung. Auch weil spätestens bis dahin alle Langzeitverletzten zurückerwartet werden: Karger, Moll, Belkahia; Bekiroglu sowieso. Was von 1860 zu erwarten ist, hat jüngst der im Sommer scheidende Sascha Mölders formuliert: „Wir werden am Ende der Saison die Klasse halten. Fertig, aus!“ Ein überraschender Punkt in Rostock wäre für dieses Vorhaben eine gute Basis.

Lesen Sie auch: „Es werden tatsächlich sehr viele Fehler gemacht in der 3. Liga“, sagt Ex-FIFA Schiedsrichter Babak Rafati und nimmt zur Schiri-Kritik von Löwen-Coach Bierofka Stellung.

Und: Wieder Frust in der Fremde: Die 1860 München enttäuscht mit 1:2 in Würzburg. Doch warum tun sich die Löwen so schwer? Beweisen können sich die Löwen jedoch auch gegen den FC Hansa Rostock am 26. Oktober. 

WhatsApp-News zum TSV 1860 gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für Löwen-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Löwen direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

Werden Sie jetzt Fan unserer Facebook-Seite „TSV 1860 News“!

Auch interessant

Meistgelesen

TSV 1860: Bleibt Tim Rieder ein Löwe? Konkurrenz wohl zu groß
TSV 1860: Bleibt Tim Rieder ein Löwe? Konkurrenz wohl zu groß
TSV 1860: Die neuen Löwen sind im Schnitt 22,2 Jahre alt
TSV 1860: Die neuen Löwen sind im Schnitt 22,2 Jahre alt
Leistungstests beim TSV 1860 München - Fragezeichen in der Abwehr
Leistungstests beim TSV 1860 München - Fragezeichen in der Abwehr
“Löwenstüberl“ in der Corona-Krise: Wirt Lankes versucht‘s mit Kreativität
“Löwenstüberl“ in der Corona-Krise: Wirt Lankes versucht‘s mit Kreativität

Kommentare