Stadionfrage und Insolvenzvermeidung

Wird der Freitag der Tag der Entscheidung bei Sechzig?

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Haben sie endlich etwas zu verkünden? Sechzig-Präsident Robert Reisinger (l.) und Geschäftsführer Markus Fauser kämpfen um die Zukunft des Klubs.

Bei den Löwen stehen schon vor dem ersten Anpfiff in der Regionalliga wichtige Entscheidungen an. Möglicherweise kommen die Antworten schon an diesem Freitag auf den Tisch.

München - Es ist nach wie vor eine Zitterpartie. Und den Alltag hinter den Kulissen des TSV 1860 beschreibt ein Insider so: „Stündlich ändert sich etwas. Es werden Telefonkonferenzen rauf und runter geführt.“ Das zähe Ringen mit Hasan Ismaik, der die Stundung seiner 2018 fälligen Darlehen (acht Millionen Euro plus Zinsen) immer noch nicht zugesagt hat, dauert also an.

Doch inzwischen mehren sich immerhin die Hinweise, dass sich etwas tut, dass vielleicht schon an diesem Freitag der vielbeschworene Tag der Entscheidung ist. Am 7. Juli, so heißt es, könnte sogar der Auszug aus der Allianz Arena besiegelt werden.

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Sechzig hat schon einen „schwarzen Freitag“ abgewendet

Nun, schicksalsschwere Entscheidungen waren ja schon vor einer Woche, also für den 30. Juni, erwartet worden. Der von vielen befürchtete „schwarze Freitag“ ist zwar dann nicht eingetreten, und Daniel Bierofkas Mannschaft konnte für die Regionalliga angemeldet werden - die Rettung der finanziell schwer hilfsbedürftigen Sechziger war damit aber immer noch nicht gewährleistet.

Zuletzt schickte Investor Ismaik, der derzeit samt Familie in der jordanischen Hauptstadt Amman weilt, seinen Adlatus Anthony Power nach München. Der US-Amerikaner hat sich in seiner Zeit als 1860-Geschäftsführer den wenig schmeichelhaften Ruf erworben, vorzugsweise mit härtesten Bandagen zu operieren. Die schon seit längerem verfahrenen Verhandlungen dürften durch Powers Mitwirken nicht unbedingt erleichtert worden sein.

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Interessierter Unternehmer sorgt für zusätzliche Komplikationen

Auch das Angebot des Gautinger Unternehmers Gerhard Mey, bei 1860 einzusteigen, dürfte zu zusätzlichen Komplikationen geführt haben. Die Stimmung hinter den Kulissen, so heißt es, ist offenbar nicht die beste. Ein Beteiligter versuchte, sie mit Galgenhumor zu beschreiben: „Es ist eh alles eine Katastrophe - also machen wir das Beste daraus.“

Doch die Zeit drängt. Nicht mal eine Woche ist’s zum Saisonstart. Am Samstag soll das neue Trikot beim Testspiel gegen den SV Heimstetten (Glück-Auf-Stadion in Bodenmais) präsentiert werden. Ob dann tatsächlich schon „Die Bayerische“ als Sponsor wieder auf der Brust stehen wird, ist aber noch offen. Es liegt zwar ein unterschriftsreifer Vertrag des bisherigen Hauptsponsors vor, doch besiegelt ist noch nichts. Nicht auszuschließen also, dass die entsprechende Beflockung des Trikots kurzfristig überklebt werden muss.

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Fauser macht bei Insolvenzvermeidung Fortschritte

Doch, wie gesagt, es gibt Hoffnung: Aus informierter Quelle verlautete, dass Geschäftsführer Markus Fauser hinsichtlich der angestrebten Insolvenzvermeidung Fortschritte mache und „positive Rauchzeichen“ gegeben habe. Gut möglich erscheint, dass es an diesem Freitag zum Durchbruch in dieser so verwickelten Angelegenheit kommt und Ismaik die langersehnte Stundungserklärung unterschreibt.

Nahezu sicher ist, dass an diesem Freitag die Verhandlungen des TSV 1860 mit dem Lokalrivalen FC Bayern über den Auszug aus der Allianz Arena in Vertragsform gegossen und abgeschlossen werden. Damit stünde fest, dass die Sechziger ins Grünwalder Stadion zurückkehren. Darüber kann allerdings nicht jeder jubeln. Peter Grosser (78), Kapitän der Meistermannschaft von 1966, meinte: „Das wäre der Untergang.“

Armin Gibis

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