Die Lage verspricht Dramatik pur

TSV 1860 weiter auf Aufstiegskurs: Steinhart löst das Finalticket - Löwen haben entscheidenden Trumpf

Mitarbeiter der Woche: Linksverteidiger Phillipp Steinhart erzielte drei von vier Löwen-Treffern gegen FCK (3:0) und Wehen (1:1).
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Mitarbeiter der Woche: Linksverteidiger Phillipp Steinhart erzielte drei von vier Löwen-Treffern gegen FCK (3:0) und Wehen (1:1).

Der TSV 1860 München hat im Endspurt der 3. Liga alles in der eigenen Hand. Zwei Spiele sind es noch in der Liga - und dann vielleicht nochmal zwei in der Relegation.

Wiesbaden/München – Durch das 1:1 beim SV Wehen hat 1860 am 22. Mai auf jeden Fall ein Endspiel in Ingolstadt vor sich. Dabei sah es in dem Spiel eine ganze Zeit so aus, als würde die Serie der Löwen nun reißen. Für eine gute Stunde sah es am Samstag so aus, als wäre Michael Kölners Erfolgsbart dem Untergang resp. der Vollrasur geweiht. Dann gelang das, woran nicht mehr jeder Löwe in diesem undankbaren Spiel geglaubt hatte. Etwas, woran selbst Kapitän Sascha Mölders mehrmals an diesem Nachmittag gescheitert war. Nach einem Zuspiel von Richard Neudecker zog Steinhart ab, und obwohl er aus der Situation heraus seinen schwachen rechten Fuß benutzte, fand der Ball den Weg ins Tor des SV Wehen, abgefälscht noch von dem einen oder anderen Gegnerbein.

TSV 1860: „Wir sind in dieser Saison immer zurückgekommen“

Doch noch das 1:1, es war zugleich der Endstand. Seit der 32. Minute hatten die Gastgeber durch Wurtz in Führung gelegen und diesen Vorsprung mit einer Leidenschaft verteidigt, als wären sie selbst noch im Rennen um die Aufstiegsplätze. „Wir sind in dieser Saison immer zurückgekommen“, kommentierte Retter Steinhart, Wehens erstklassige Konterchancen nicht verschweigend: „Das nehmen wir mit in die nächsten Spiele.“

Alles noch mal gut gegangen also, nicht nur für das seit Anfang März wuchernde Gestrüpp in Köllners Gesicht. Zufrieden konnten die Löwen nicht nur sein, weil sich das Glück über weite Strecken der Partie abgewandt zu haben schien. Bezeichnend: Mölders ließ freistehend eine Premiumchance liegen (43.). Ein von Lex abgefälschter Schuss wurde von Tim Boss chefmäßig entschärft und trudelte danach gegen den Pfosten (63.). Jedoch: Den Aufstiegsrivalen in Rostock und Ingolstadt machte der günstige Zwischenstand in Wiesbaden keine Beine, im Gegenteil. Beide mussten sich am Ende mit Nullnummern zufrieden geben, die den Ostclubs an der Tabellenspitze mehr helfen als den Verfolgern aus Oberbayern.

Kampf um die Aufstiegsplätze: Rostock ist quasi durch

Nach Dresden (2:0 gegen Köln) ist Rostock quasi durch: Mit zwei Siegen gegen den sicheren Absteiger Haching und den Vorletzten Lübeck kann der FC Hansa die 2. Liga klarmachen. Bitter für 1860: Mit einem Sieg in Wiesbaden wäre Platz zwei in der Endabrechnung eine realistische Option gewesen. Nun riecht es mehr denn je nach Relegation, der vierten seit 2015. Positiv jedoch: Das Endspiel in Ingolstadt haben die Löwen dank Steinharts Ausgleich zu 99,9 Prozent sicher.

Die Lage vor den letzten beiden Spieltagen verspricht Dramatik pur. 1860 und FCI gehen punktgleich in den Endspurt, und selbst wenn Sechzig am Wochenende das Derby gegen Bayern II verliert und der FCI in Duisburg gewinnt, gibt es am 22. Mai ein Finale um Platz drei. Größter Trumpf der Köllner-Elf ist jetzt das Torverhältnis (+36), bei dem sich Ingolstadt (+10) schon sehr anstrengen muss, um die Löwen über diese Wertung noch abzufangen. Steinharts Ausgleich sei „enorm wichtig“ gewesen, kommentierte Köllner, vermied es aber auch diesmal, beim Thema Aufstieg in die Offensive zu gehen.

Bei Marco Hiller sorgt der Spielplan dafür, dass Ingolstadt noch gar nicht so präsent ist in seinem Kopf. „Unser Ziel ist es jetzt, das nächste Spiel zu gewinnen“, sagte der 1860-Keeper und blickte angriffslustig voraus auf Sonntag – auf das Adrenalin-Duell mit Bayern II: „Unabhängig von der Tabellensituation ist es ein Derby, ein geiles Spiel!“ Der Showdown am 22. Mai kann warten – und Köllners Rasiermesser auch.

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