So geht es mit dem Grünwalder Stadion weiter

15.000 Zuschauer oder doch mehr? Jetzt machen Aussagen der Stadt Hoffnung

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Lückenhaftes Bild: Die Westkurve im Grünwalder Stadion darf aktuell nicht vollständig befüllt werden.

In der kommenden Saison sollen 15.000 Zuschauer die Löwen-Heimspiele besuchen sollen. Doch ist damit schon das Maximum erreicht? Aussagen der Stadt machen Hoffnung.

München - Eine Spielabsage aufgrund eines Stromausfalls im Stadion? Ein vergleichbarer Fall im höherklassigen Fußball ist in den vergangenen Jahrzehnten nicht überliefert. Vor 13 Jahren gab es im Weserstadion einmal einen Blackout. Nach einer einstündigen Unterbrechung konnte die Bundesliga-Partie zwischen Bremen und Schalke aber fortgesetzt werden. Spötter werden sagen: Typisch, dass diese Posse bei 1860 passiert. Bei einem Verein, dessen Historie ohnehin von Pleiten, Pech und Pannen gekennzeichnet ist.

Den ganzen Dienstag über waren Techniker der Stadt mit der Ursachenforschung beschäftigt. Ergebnis: Die Hauptsicherung für die Stromversorgung war defekt und legte die gesamte Stadiontechnik lahm. Weshalb sich die Sicherung löste, dafür hatten die Elektriker des städtischen Baureferats bis zum Dienstagnachmittag noch keine Erklärung. Der Zwischenfall passt bestens zu der seit Langem anhaltenden Diskussion über die weitere Sanierung der maroden Kultstätte auf Giesings Höhen. Wie und in welchem Zeitrahmen geht es weiter mit der Ertüchtigung des „Grünwalders“? Und welche Zuschauerkapazität ist möglich? Die Freunde des Sechzger Stadions gehen von einer theoretischen Kapazität von 21.500 aus, angesichts der Lärm- und Brandschutzbestimmungen dürfte das Maximum aber bei 20.000 liegen

Es werde Licht: Am Tag nach dem Spielausfall brachte eine von der Stadt beauftragte Firma das Flutlicht wieder in Gang.

Nun liegt der genaue Plan der Stadt vor. Er soll am kommenden Mittwoch im Stadtrat beschlossen werden. Quintessenz: Zur kommenden Saison soll eine Kapazität von 15.000 Zuschauern zugelassen werden. Zwar werden schon in dieser Spielzeit auch Teilbereiche im derzeit gesperrten Block J geöffnet – aber nach wie vor dürfen nur 12.500 Zuschauer ins Stadion. Für das Plus an Zuschauern in der Westkurve werden in anderen Bereichen des Stadions weniger Fans eingelassen. Das heißt: Aus statischen Gründen könnte die gesamte Westkurve schon lange geöffnet werden – doch wegen Lärmschutz und Sicherheitskonzept beharrt die Stadt auf die niedrige Zuschauerzahl. 

Dabei räumt selbst das Referat für Bildung und Sport ein: „Das Fanverhalten auf Basis der Erfahrungen der Vorrunde 2017/18 war bisher sehr positiv, da sich diese ihrer Verantwortung bewusst sind.“ Auch die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Polizei und 1860 sei gut verlaufen. Eine „geringfügige Kapazitätserhöhung“ erscheine daher als „gut vertretbar“. Die höhere Lärmemission sei bei einer Erweiterung auf 15.000 Zuschauer „ genehmigungsrechtlich nicht erheblich“, heißt es. Der Aufwand sei mit dem Bau von Schallschutztoren an den Eingängen vergleichsweise gering. Außerdem sollen in den derzeit gesperrten Bereichen der Westkurve (Block J und obere Ränge in Block F1 und F2) die Wellenbrecher und Blockabtrennungen verstärkt sowie die Tribünenstufen ausgebessert werden.

Stadt: Ausbau auf 18.500 Zuschauer wäre möglich, aber ...

Komplizierter sähe es bei einer maximal gefüllten Westkurve aus – was eine Kapazität von 18.500 Zuschauern ermöglichen würde. Hierfür wäre nach Auskunft der Stadt eine grundlegende Sanierung der Westkurve notwendig. „Ein umfassendes und zeitaufwendiges Projekt, das nicht ohne erhebliche Beeinträchtigung des Spielbetriebes realisiert werden könnte“, wie es heißt. Gleichwohl räumt das Sportreferat ein: „Die grundlegende Sanierung ist dringend erforderlich.“ Also besteht Hoffnung für den TSV 1860, dass eine Kapazität von 18.500 Zuschauern auf absehbare Zeit möglich ist. Für die Dritte Liga dürfte das wohl noch genügen, für die Zweite Liga müsste man aber neu überlegen – zumal das „Grünwalder“ derzeit nur drittligatauglich ist.

Die Rathaus-Regierung aus SPD und CSU befürwortet den Ausbau auf 15.000. Allerdings sind die Politiker durchaus überrascht, wie unkompliziert dieser plötzlich vonstatten gehen kann. Bisher habe das Baureferat stets von einem größeren Aufwand gesprochen. Verena Dietl, sportpolitische Sprecherin der SPD, vermisst überdies eine griffige Darstellung der Verwaltung, weshalb die Kapazität von 18.500 Zuchauern eigentlich nicht möglich sein soll. Zum Vergleich: 2005 in der Zweiten Liga waren noch 21.700 Zuschauer zugelassen, bis Ende der 90er-Jahre, als die Löwen noch in der Bundesliga spielten, sogar knapp 30.000.

Klaus Vick

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