Eine Verpflichtung, die allen dient

"Aygün hatte die Idee": Mugosa war sein erster Transfer

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Die Löwen haben wieder eine Nummer 9: Stefan Mugosa, von Sportchef Necat Aygün (l.) für geschätzt 300 000 Euro aus Kaiserslautern geholt.

München - Stefan Mugosa verstärkt wie erwartet die Löwen, darf aber noch nicht mit zum Derby nach Nürnberg. Die Idee hatte Necat Aygün, betonte Torsten Fröhling.

Großer Andrang auf Pressekonferenzen – das ist bei einem Verein wie dem TSV 1860 mit dem Hang zum Chaos nicht unüblich. Auch gestern, einen Tag vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg, waren ungewöhnlich viele Stühle besetzt im Mediencontainer der Löwen. Allerdings: Auf der anderen Seite des Begegnungszentrums. Nicht bei den Reportern – sondern dort, wo die Vereinsvertreter sitzen.

Nachdem Trainer Torsten Fröhling fertig war mit seinen Ausführungen, betrat Sportchef Necat Aygün das Pressestüberl – im Schlepptau den sehnlichst erwarteten Sturm-Neuzugang. „Hallo . . . Vielen Dank . .  Ich freue mich, bei 1860 zu sein“, sagte Stefan Mugosa, 23, auf Deutsch. Die weiteren Aussagen ließ der zweimalige montenegrinische Nationalstürmer von einem Dolmetscher übersetzen. Vertrag bis 2018, beim 1. FC Kaiserslautern ohne Perspektive, zuletzt nach Aue ausgeliehen – so viel zu den Eckdaten des Mannes, der seine Tore jetzt für die Löwen schießen will. Befugt dazu ist er aber erst ab dem vierten Spieltag.

„Er hatte Samstag erst seinen Medizincheck, der Spieltag läuft aber schon seit Freitag. Montenegro gehört nicht zur EU, da gibt es vorher einige bürokratische Hürden zu nehmen“, erklärte Fröhling, der in Nürnberg noch einmal dem zuletzt konkurrenzlosen Duo Stephan Hain und Rubin Okotie das Vertrauen schenken will. Beim Pokalcoup gegen Hoffenheim hätten beide vor allem läuferisch überzeugt, merkte der Trainer an: „Es gibt also keinen Grund, alles durcheinander zu wirbeln. Unsere beiden Stürmer wissen aber jetzt, dass ihnen jemand im Nacken sitzt.“

Und dieser Mugosa ist bestimmt nicht immer so schüchtern, wie er sich bei seinem ersten Auftritt vor der Münchner Presse gab. Stattliche 1,88 m misst er, und die setzt er nach Auskunft von Ex-Profi Aygün, dem geistigen Vater dieses Transfers, eindrucksvoll ein: „Er bringt Qualitäten mit, die uns helfen: Kopfballstärke, Technik, Torabschluss – das sind absolut seine Stärken. Dazu ist er für seine Größe auch schnell. Er ist auf jeden Fall eine Verstärkung für uns; ein kompletter Stürmer.“ Einen weiteren Vorzug nannte Fröhling: „Er hat richtig Bock auf uns.“

Das Praktische ist, dass dieser Transfer für alle Beteiligten zur rechten Zeit kommt. Trainer und Team haben künftig eine Option mehr im dünn besetzten Angriff, der Spieler ließ erkennen, dass er gerne zeigen würde, warum er sich am Betzenberg verkannt fühlte – und auch Aygün nutzt diese Verpflichtung, die mit geschätzt 300 000 Euro Ablöse zu Buche schlägt.

Der Nachfolger von Gerhard Poschner betonte, dass er den Transfer in Eigenregie eingefädelt habe. Er hilft ihm, sein Profil zu schärfen – auch vor dem Hintergrund, dass Investor Hasan Ismaik bei seinem München-Besuch nicht den Eindruck erweckte, viel Geld für einen neuen Sportchef ausgeben zu wollen. Fröhling jedenfalls machte deutlich, dass er gerne mit Aygün weiterarbeiten würde. „Er hatte die Idee“, reichte er den Transfer-Lorbeer an den Novizen und Ex-Scout weiter: „Necat war schon letzte Saison unheimlich viel unterwegs, er hat viel vorbereitet.“ Und, auch nicht unwichtig: „Er weiß, was ich will.“

Auch heute, beim Derby in Nürnberg, sind sich Fröhling und Aygün einig: Die ersten Punkte der Saison sollen her – bloß schnell weg von Platz 18. Hoffenheim sei ein Aha-Erlebnis gewesen, glaubt der Trainer: „Wir müssen diesen Weg weitergehen und die Euphorie mitnehmen – natürlich mit einer vernünftigen Portion Respekt.“ Die Mannschaft will er gegenüber dem Pokal „nicht so viel verändern“.

Aygün kündigte derweil an, dass in Kürze noch mehr Transfers zu erwarten seien. „Wir sind mittendrin“, sagte er: „Ich tue alles, um dem Verein zu helfen. Was danach kommt, wird man sehen.“

Uli Kellner

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