3. Liga: Ex-Löwe Trares tippt den Endspurt

Der Löwen-Aufstiegs-Check: Einer der vier Topclubs denkt an einen rosa Elefanten...

Bernhard Trares schaut angespannt drein.
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Drückt seinem Ex-Verein TSV 1860 die Daumen: Bernhard Trares, einer der Aufstiegshelden der 90er-Jahre.

Ex-Löwe Bernhard Trares ist ein Experte ist in Sachen Aufstieg. Naheliegend ist es also, ihn zu fragen: Wer setzt sich durch im spannenden Aufstiegskampf der 3. Liga?

Wo er herkommt, wollen die Löwen hin: Bernhard Trares war fünf Monate Cheftrainer bei Zweitligist Kickers Würzburg (bis 1. April), der frühere 1860-Profi kennt sich aber auch bestens in der 3. Liga aus. Als Spieler schaffte der heute 55-Jährige mit den Löwen den Durchmarsch von der Bayern- bis in die Bundesliga (1992 bis 1994)

„Wäre Corona nicht gekommen, wären wir mit Mannheim aufgestiegen“, blickt Trares auf das unglückliche Ende seiner bislang erfolgreichsten Trainerstation zurück (im Januar 2018 hatte er den SV Waldhof in der Regionalliga übernommen und ein Jahr später in die 3. Liga geführt).

Wir baten den 55-Jährigen um eine fachliche Bewertung der vier Aufstiegsanwärter – und um subjektive Tipps, wie es denn laufen könnte im nervenaufreibenden Endspurt.

  • So tippt Ex-Löwe Trares den Endspurt im Aufstiegskampf
  • Hansa Rostock (34 Spiele, 65 Punkte)
  • FC Ingolstadt (H)             2:1
  • FSV Zwickau (H)              2:0
  • SpVgg U‘haching (A)      1:1
  • VfB Lübeck (H)                3:0
  • Endergebnis: 75 Punkte, 57:33 Tore (+24)
  • FC Ingolstadt (34 Spiele, 63 Punkte)
  • Hansa Rostock (A)          1:2
  • 1. FC Saarbrücken (H)    2:2
  • MSV Duisburg (A)           0:1
  • TSV 1860 (H)                   2:2
  • Endergebnis: 65 Punkte, 52:44 Tore (+8)
  • TSV 1860 (34 Spiele, 61 Punkte)
  • Kaiserslautern (H)          2:1        
  • Wehen Wiesbaden (A)  1:1
  • FC Bayern II (H)              3:0
  • FC Ingolstadt (A)             2:2
  • Endergebnis: 69 Punkte, 70:33 Tore (+37)
  • Dynamo Dresden (32 Spiele, 59 Punkte)
  • MSV Duisburg (H)           1:1
  • KFC Uerdingen (A)          2:2
  • SC Verl (A)                       1:0
  • Viktoria Köln (H)             0:1
  • Türkgücü (H)                   3:2        
  • Wehen Wiesbaden (A)  1:1
  • Endergebnis: 68 Punkte, 59:36 Tore (+23)
  • Tabellenspitze (gemäß der Trares-Prognose)
  • 1. Hansa Rostock            38 57:33 75     
  • 2. TSV 1860                     38 70:33 69
  • 3. Dyn. Dresden              38 59:36 68
  • 4. FC Ingolstadt              38 52:44 65
  • Würde bedeuten: Rostock und 1860 steigen direkt auf, Dresden muss in die Relegation.

Hansa Rostock (34 Spiele, 65 Punkte)

Der Club von der Ostsee steht für Trares zurecht ganz oben – und er wird sich auch nicht mehr vom Platz an der Sonne verdrängen lassen. Auch weil Trares an Trainer Jens Härtel glaubt, der schon 2018 mit Magdeburg in die 2. Liga eingezogen ist. „Der hat wieder seine alten Jungs zusammengeholt“, so Trares: „Viele, mit denen er schon aufgestiegen ist.“ U.a. Löhmannsröben, Farrona Pulido, Türpitz. Trares’ Einschätzung aus der Ferne: „Die sind sehr klar, sehr bissig – und die steigen auch auf. Die gucken nicht nach rechts, nicht nach links – die gehen einfach geradeaus durch und schaffen das.“

FC Ingolstadt 04 (34 Spiele, 63 Punkte)

An den FCI hat Trares keine guten Erinnerungen: „Letztes Jahr, als wir mit Mannheim dort waren, ist das eine oder andere nicht ganz sauber gelaufen: Elfer gekriegt, der keiner war. Tor gemacht, das nicht zählte. Aber: Ist ja jetzt vorbei.“ Es soll also nicht nach Rache klingen, wenn Trares dem Audi-Club nun ähnliches Ungemach auf der Aufstiegs-Zielgeraden prophezeit. Das Hauptthema, sagt Trares, wird das letztjährige Scheitern in der Relegation gegen Nürnberg sein. „ Ich glaube, das ist schon noch in ihren Köpfen drin“, sagt er: „Wenn du sagst: Wir wollen nicht auf Platz drei, wir wollen nicht auf Platz drei. Dann kommst du natürlich auf Platz drei. Wie mit dem rosa Elefanten. Wenn du dir sagst: Denk jetzt nicht an einen rosa Elefanten – dann hast du ihn schon vor Augen.“ Trares klingt aber auch so wenig begeistert, wenn er vom zweckmäßigen Fußball der Marke Tomas Oral spricht: „Sie haben nicht den Anspruch, schönen Fußball zu spielen, sie spielen reinen Ergebnisfußball – das jedoch machen sie recht gut. Sie schlagen lange Bälle, sind auch bereit, mit zehn Mann zu verteidigen. Das ist ihre Strategie.“

TSV 1860 (34 Spiele, 61 Punkte)

Für Trares ist klar: Sein Ex-Club nutzt die Chance, die sich durch die Jägerrolle und den zuletzt positiven Rückenwind ergeben hat. „Wie sich 1860 nach vorne gearbeitet hat, wie sie auftreten, das ist alles sehr erfreulich“, sagt er: „Sie haben sich eine gute Ausgangsposition geschaffen – und sie haben das Momentum. 1860 hat ja keiner auf der Rechnung gehabt. Deswegen sind sie am lockersten von allen. Offiziell wollten sie ja erst nächstes Jahr angreifen und aufsteigen. Wenn’s nun schon dieses Jahr klappt, umso besser – ich wünsche es keinem Verein mehr.“

Dynamo Dresden (32 Spiele, 59 Punkte)

Ob auch er bei Dynamo in der Verlosung war, will Trares nicht verraten. Fakt ist jedenfalls, dass er die Sachsen weiterhin auf der Rechnung hat – trotz oder gerade wegen des Trainerwechsels, der nach dem 0:3 gegen Halle vollzogen wurde. „Meistens löst so was ja einen Schub aus“, weiß Trares. „Man darf auch nicht vergessen: Dresden hat zwei Spiele weniger.“ Qualität sei ohnehin vorhanden beim letztjährigen Zweitligisten. Auch so viel, um die aktuelle Krise zu meistern: „Jede Mannschaft fällt mal in ein Loch, sogar die Bayern in der Bundesliga. Der Druck steigt jetzt natürlich, speziell bei einem Traditionsverein, der ja erst letztes Jahr aus der 2. Liga abgestiegen ist.“ Aber, sagt Trares: „Sie haben noch sechs Spiele, das reicht ihnen.“

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