Löwen statt Kaninchen

Bierofka erwartet selbstbewussten Auftritt bei den ebenfalls angeschlagenen Magdeburgern

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„Timo hilft uns schon mit 80, 90 Prozent“: Bierofka über Gebhart. 

Haben die Löwen mit Daniel Hanslik ihren Wunschstürmer gefunden? Daniel Bierofka wollte die Informationen unserer Zeitung am gestrigen Freitag weder bestätigen noch dementieren.

„Namen kommentiere ich nicht“, sagte der Löwen-Trainer angesprochen auf eine mögliche Ausleihe des 22-jährigen Angreifers von Holstein Kiel.

Auch beim Zweitligisten hielt man sich bedeckt. Kiels Sportchef Fabian Wohlgemuth ließ ausrichten, dass es zu dieser Geschichte nichts zu sagen gebe. Übersetzt aus dem Branchenjargon: Das Thema ist heiß, doch unterschrieben ist noch nichts. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der letztjährige Torschützenkönig der Regionalliga Nord (für Wolfsburg II) jedenfalls noch bei den „Störchen“ angesiedelt statt im Löwenrudel.

Für die auswärtsschwachen Sechziger gilt es beim Spiel an diesem Samstag in Magdeburg, der aktuellen Sturmbesetzung zu vertrauen. Sascha Mölders soll es richten. Eine Umstellung auf 4-4-2 mit Totopokal-Spezialist Markus Ziereis als zweiter Spitze ist nach den jüngsten Eindrücken nicht zu erwarten. Offen war bis zuletzt die Besetzung der Flügel, wo sich Stefan Lex, Benjamin Kindsvater und Fabian Greilinger anbieten. In der Innenverteidigung hat sich Bierofka auf Dennis Erdmann festgelegt. Neben dem Ex-Magdeburger wird wohl Kapitän Felix Weber auflaufen.

Der öffentliche Teil des Matchplans: „Es wird entscheidend sein, dass wir Magdeburg fordern und aktiv am Spiel teilnehmen. Ich brauche Spieler, die den Ball haben wollen. Wie das Kaninchen vor der Schlange zu erstarren, wird uns nicht weiterbringen.“

Vor Erstarrungsgefahr muss sich bei Timo Gebhart niemand fürchten. Der Spielmacher ist zwar ausdauertechnisch noch lange nicht bei 100 Prozent. Zuletzt empfahl Bierofka dem Allgäuer öffentlich, „zwei bis drei Kilo“ abzunehmen. Auch deshalb fehlt dem lange verletzt gewesenen Rückkehrer die Leichtfüßigkeit. Trotzdem will und kann der 1860-Coach auf die Erfahrung und Ideen des 30-Jährigen kaum verzichten. „Timo hilft uns schon mit 80, 90 Prozent“, sagte der Coach vor der Abfahrt nach Magdeburg. Ein Satz, der Bierofka bei keinem anderen seiner Spieler über die Lippen kommen würde.

Unter Zugzwang stehen aber nicht nur die Löwen. Magdeburg hat als Zweitliga-Absteiger bislang nur einen Punkt mehr geholt. Speziell die Heimschwäche (nur zwei Siege in den letzten 15 Monaten) wurmt Trainer Stefan Krämer. Seine Ansage: „Das hier ist kein Wald- und Wiesenverein. Der Club ist eine Legende. Da sind zwei Siege ein bisschen dünn. Wir müssen alles investieren, um das Ding zu gewinnen und damit aus dem Selbstbedienungsladen wieder eine richtige Festung zu machen.“

Der Druck ist also klar verteilt. Bierofkas Einwurf: „Spielerisch ist Magdeburg eine der besten Mannschaften der Liga. Wenn sie ihre Qualität abrufen, dann haben sie das Zeug, aufzusteigen.“ Jetzt müssen der angewandten Fußballlehrer-Psychologie nur noch Taten folgen.

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