Entscheider gesucht

Die Löwen empfangen den FC Kaiserslautern

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Löwen-Auszeit auf der Wiesn: Ist unter ihnen der erhoffte Entscheider? 

Im Vergleich zu uns haben die Duisburger einige Entscheider in der Mannschaft.“ Ein Satz von Daniel Bierofka, der auch der tiefen Enttäuschung über das 1:2 vom vergangenen Samstag beim MSV geschuldet gewesen sein dürfte.

„Vor dem heutigen Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern war Bierofka jedenfalls bemüht, seine Führungskräfte auch als solche hervorzuheben. „Wir haben schon auch Spieler drin, die ein Spiel entscheiden können“, sagte der Coach. „Den Sascha (Mölders), den Timo (Gebhart), den Ossi (Owusu) oder den Zier(eis).“ Nur müssten die ihre Chancen halt auch nutzen, respektive „die Konter besser ausspielen“.

Gut möglich, dass Entscheider Gebhart gegen Tabellennachbar Lautern nach den missglückten Versuchen gegen Meppen (0:0) und Magdeburg (1:5) mal wieder eine Chance von Anfang an erhält. „Definitiv eine Option für die Startelf“ sei der Memminger laut Bierofka. „Timo will unbedingt zeigen, was er drauf hat.“ Und „nach drei, vier Wochen intensivem Fitnesstraining“ hätte der 30-Jährige nun auch das körperliche Rüstzeug, um seine Technik und Übersicht gewinnbringend einsetzen zu können. Wie das Ganze taktisch und strategisch aussehen wird? Da lässt sich Bierofka nach drei Tagen Geheimtraining nicht in die Karten schauen. Zumal die Lage beim Gegner schwer zu durchschauen ist. Neu-FCK-Trainer Boris Schommers (40) hat mit dem 1:1 gegen Magdeburg und dem mühsamen 3:0 im Verbandspokal gegen Oberligist SV Gonsenheim erst zwei Partien bestritten.

„Wir wollen in München den nächsten Schritt in unserer Entwicklung machen“, sagt der Ex-Nürnberger Schommers. Ein Schritt, den die in ihren Wiesntrikots auflaufenden Löwen verhindern wollen. „Entscheidend ist nicht das Trikot, sondern was drin steckt“, weiß Bierofka. Im besten Fall natürlich ein Entscheider.

An der Grünwalder Straße treffen nicht nur zwei Gründungsmitglieder der Bundesliga aufeinander – sondern auch zwei in chronischer Misswirtschaft und im Schicksal als unfreiwillige Investorenclubs. Was für die Löwen der Jordanier Hasan Ismaik, ist für die Lauterer seit Mai der Italo-Luxemburger Flavio Becca. Der 57-jährige Immobilienunternehmer sicherte den Pfälzern mit einem 2,6 Millionen Euro-Darlehen die Lizenz und will in den kommenden fünf Jahren bis zu 25 Millionen Euro in den FCK stecken.

„Eigenkapital oder Darlehen, es wird nie nur das eine oder nur das andere sein. Ein Darlehen hilft uns auch, um im Notfall mal etwas sagen zu können. Eigenkapital hingegen käme quasi einem Blankoscheck gleich“, wird Becca zitiert. Der Sport-Bild sagte er: „Natürlich ist die Champions League eines unserer Ziele, die wir uns setzen müssen, sonst hätte es keinen Wert, in der Dritten Liga in den FCK zu investieren. Aber zuerst müssen wir in die Zweite Liga und in die Bundesliga aufsteigen.“ Anders als Ismaik bei seinem Einstieg 2011 hat Becca reichlich Erfahrung im Profifußball. Er ist Mäzen bei F91 Düdelingen und besitzt seit 2018 den belgischen Zweitligisten Virton. Beraten wird er u.a. von FCK-Legende Klaus Toppmöller. Die 50+1-Regel sieht Becca kritisch: „Ich füge mich, schreie nicht wie andere: ,50+1 muss weg!’ Aber man muss wissen: Landet 50+1 irgendwann vor dem Europäischen Gerichtshof, wird die Regel gekippt.“

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