Verteidiger übers Team und seine Situation

Bülow: "Hoffnung ist das falsche Wort"

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Ein Foto aus dem Trainingslager: Kai Bülow marschiert vorneweg.

München - Kai Bülow darf sich derzeit nicht zu den Stammkräften bei den Löwen zählen. Der 28-Jährige spricht über seine Situation und die des Teams.

Hoffnung? Kai Bülow sitzt auf der Terrasse des Mannschaftshotels und zieht die Augenbrauen hoch: „Hoffnung ist das falsche Wort. Wir sind uns der sportlichen Situation bewusst, in der wir stecken. Aber wir haben alles in eigener Hand. Und ich bin überzeugt, dass wir es schaffen, da unten rauszukommen. Der Zusammenhalt ist jetzt so, wie er sein sollte. Wir kennen uns alle besser, das sollten wir zu unserem Vorteil nutzen.“

Bülow weiß, wovon er spricht. Mit Hansa Rostock konnte er schon in jungen Jahren Erfahrungen im Abstiegskampf sammeln. „Damals wie heute sind vor allem die älteren Spieler gefragt, voranzugehen und die jungen mitzunehmen“, sagt der inzwischen 28-jährige Defensiv-Spezialist und lächelt. „Natürlich macht Fußball mehr Spaß, wenn man offensiv spielt und den Ball hat. Aber ich glaube, dass wir jetzt an einem Punkt sind, wo jeder begriffen hat, dass man als Erstes hinten gut stehen muss. Auch über die Defensivarbeit kann man Spaß haben. Ich spreche da aus Erfahrung.“

Bei den Testspielen in Marbella gegen Kiew und Szekesfehervar stand Bülow beides Mal nicht in der Startelf. Es ist davon auszugehen, dass dies auch beim Auftakt gegen Heidenheim so sein wird. Keine leichte Ausgangslage für einen Profi, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.

„Wir werden uns in den nächsten Wochen zusammensetzen und gucken, wie’s perspektivisch aussieht“, sagt Bülow. „Ich freue mich, dass ich wieder fit bin, dass mein linkes Sprunggelenk nach der OP endlich wieder in einem Zustand ist, in dem ich schmerzfrei Fußball spielen kann.“ In der Hinrunde sei dies nur selten der Fall gewesen, freie Knochenteile bereiteten Bülow permanente Schmerzen. Seine Bilanz: Fünf Einsätze in 19 Ligaspielen, davon nur drei von Anfang an.

„Ich habe keine Argumente, zu 1860 oder zu einem anderen Verein zu gehen und zu sagen: Hey, ihr müsst mit mir verlängern oder ihr müsst mich verpflichten“, gibt Bülow Einblicke in seine Gedanken. Doch allzu sehr will er sein Licht natürlich nicht unter den Scheffel stellen: „Ich glaube, dass meine Qualitäten weiterhin gefragt sind, egal in welcher Liga. Da mache ich mir keine Sorgen.“ Welche Qualitäten das konkret sind, neben Kopfball- und Organisationsstärke? Bülow: „Ich bin jemand, der seinen Beruf sehr ernst nimmt. Ich weiß, dass die Zeit begrenzt ist im Profifußball. Ricardo Moniz hat uns im Sommer gesagt: Ihr müsst jeden Tag versuchen, der Beste der Welt zu sein. Das klingt jetzt natürlich hochtrabend, aber im Kern ist es genau das, um was es geht.“

Sätze, die Gerhard Poschner gefallen werden: „Wir wissen, was wir an Kai haben – als Fußballer und als Persönlichkeit“, sagt der 1860-Sportchef. „Er hat extrem schnell wieder Fuß gefasst nach seiner Sprunggelenks-OP. Kai ist einer, den man immer auf der Rechnung haben muss.“

lk

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