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Pokal-Hit: 1860 will übermächtigen Dortmundern ein Bein stellen

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Von: Uli Kellner

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1860-Coach Miachel Köllner sieht sich und sein Team im DFB-Pokal-Spiel gegen die Dortmunder klar in der Außenseiterrolle. Ärgern will er den Bundesligisten trotzdem.

München - Sechs Tage danach, schwarz-gelbe Klappe, die zweite. Nach dem Spektakel in Dresden (4:3) erwarten die Löwen das nächste Highlight, diesmal im DFB-Pokal. Freitagabend (29. Juli), zwei Kultvereine im ungleichen Duell. Zu Gast in der Hölle von Giesing: Vizemeister Borussia Dortmund. „Ich glaube, es gibt keine bessere Mannschaft in Deutschland, über die ich reden will“, sagte Kapitän Stefan Lex.

Auch Sechser Tim Rieder wirkte positiv aufgewühlt, als er sich Flutlicht-Duelle mit Hummels, Adeyemi und Co. ausmalte. „Ein Highlightspiel in meiner Karriere – es gibt kein geileres Los“, sagte der Rückkehrer, der schon 1. Liga mit Augsburg gespielt hat. Rieder verspricht, dass die Mannschaft das Feuer von Dresden „komplett“ mit rüber in den DFB-Pokal nehmen werde: „Volle Kanne. Alle stehen kopf. Besser geht’s nicht!“

1860-Coach Köllner: „Für mich persönlich ist es aber kein besonderes Spiel“

Auch Michael Köllner hat in den letzten Tagen gespürt, dass der kollektive Pulsschlag in Giesing höher ist als vor anderen Spielen. Ob beim Joggen in der Früh oder „im Einkaufsmarkt“ – überall hätten ihm die Leute zugerufen: „Am Freitag gilt’s!“ Für ihn selber, das kann man glauben oder nicht, sei es allerdings eine Paarung wie jede andere: „Ich kann es gut einordnen: Für unseren Verein ist es ein großes Spiel. Es geht um viel Geld und Ansehen. Für mich persönlich ist es aber kein besonderes Spiel. Wenn wir nächste Woche gegen Oldenburg spielen, werde ich genauso nervös sein.“

Und was ist sportlich von seiner Mannschaft zu erwarten? „Wir brauchen einen Tag, an dem wir deutlich über uns hinauswachsen“, sagte der Coach. Was Dortmund besser kann? „Die können alles besser als wir“, sagte er nüchtern: „Bei denen spielt gefühlt das halbe Nationalteam – Spieler, die uns hoffentlich an Weihnachten den WM-Titel auf den Gabentisch legen werden. Dortmund ist eine Mannschaft, die Minimum Platz zwei in der ersten Liga erreichen wird, wir sind in Deutschland vielleicht die Nummer 60, 70 oder 40.“ Kurzum: „Für uns ist es eine brutale Herausforderung – eine größere als letztes Jahr, als wir gegen Zweitligisten weitergekommen sind.“

1860 will BVB einen „heißen Tanz“ bereiten

Schalke war für die Löwen das Highlight der Pokalsaison 21/22; durch ein Tor von Lex gab es Ende Oktober einen 1:0-Coup, gefeiert von vollen Fanblöcken kurz vor der Rückkehr der Corona-Geisterspiele. Damals waren die 15.000 Tickets ruckzuck weg. Diesmal ging’s noch etwas schneller. Nach Auskunft von Rieder hätte allein er mit seinen Kartenanfragen „die Stehhalle füllen“ können. Geschäftsführer Marc Pfeifer bestätigte, dass die Nachfrage das Angebot um das Drei- bis Vierfache überstieg. Und was sagt der Trainer zur Debatte um das viel zu kleine Stadion? Köllner, der Pragmatiker, meinte: „Es ist das Stadion, in dem wir diese Saison spielen. Ich habe leider kein zweites in der Hosentasche.“ Mit anderen Worten: Warum sollte er sich über Dinge Gedanken machen, die er nicht ändern kann?

Einfluss hat er maximal auf die Auf- und ein bisschen auf die Einstellung. „Wir sind klar in der Außenseiterrolle“, sagt er: „Dennoch wollen wir dem BVB einen heißen Tanz bereiten.“ Und Rieder? Der glaubt, dass vielleicht sogar mehr drin ist als ein kurzes Tänzchen: „Einen Sieg gegen Dortmund würde ich sofort unterschreiben.“

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