Trainer über Neuzugänge und Freiburg-Spiel

Cacau & Co.: Fröhling verwundert über gehandelte Namen

+
Torsten Fröhling.

München - Torsten Fröhling sollte sich am Freitag zu einigen Dingen äußern. Zur Causa Sportdirektor und zu den gehandelten möglichen Neuzugängen etwa. Er konzentrierte sich dann aber aufs Sportliche.

Torsten Fröhlings etwas angestrengte Gesichtszüge entspannten sich, lächelnd sagte er: „Das ist eine sehr gute Frage.“ Endlich durfte sich der Trainer des TSV 1860 über das auslassen, was ihm am wichtigsten ist: die Heimpremiere gegen den SC Freiburg (Sa., 15.30 Uhr). Die von ihm belobigte Frage lautete: „Wie sieht Ihre Strategie gegen Nils Petersen aus?“ Dieser hatte bei Freiburgs 6:3-Auftaktsieg gegen Nürnberg dreimal getroffen. Fröhling meinte: „Entscheidend ist, dass wir Petersens Laufwege einschränken. Das heißt: Alle zehn Feldspieler müssen die Pressingzone einhalten.“ Als Fußballfachmann ist Fröhling bei der Presserunde am Freitag ansonsten jedoch kaum gefordert gewesen. Vielmehr konzentrierten sich die Medienvertreter auf die internen Komplikationen, die durch die Kündigung von Ex-Sportdirektor Gerhard Poschner aufgetreten sind. Fröhlings allgemeiner Befund dazu: „Unruhe gibt es bei uns schon seit Monaten, seit Jahren. Die Jungs machen sich natürlich Gedanken. Aber da muss die Mannschaft durch.“

Die Mannschaft, und auch ihr Trainer. Dessen Worte werden dieser Tage unweigerlich auf die Goldwaage gelegt. Denn auf der 1860-Geschäftsstelle gibt es kaum noch andere Ansprechpartner. Poschner ist weg, Geschäftsführer Markus Rejek im Urlaub, dessen Kollege Noor Basha abgetaucht – und Necat Aygün, der Poschners Aufgaben laut der 1860-Pressemitteilung „bis auf Weiteres“ übernimmt, gibt vorerst keine Interviews. Also wurde Fröhling befragt, was für einen Zeitraum die sehr vage Formulierung „bis auf Weiteres“ im Zusammenhang mit Aygüns Mission beschreibt. Seine Antwort: „Das kann auch drei Jahre sein.“ Hat also Aygün doch die Chance, sich dauerhaft als Sportchef zu etablieren? Fröhling, der als Trainer in solchen Fällen allenfalls seine persönliche Meinung kundtun kann, erklärte hierzu nur: „Necat ist ein Löwe durch und durch. Er wird alles tun, um 1860 nach vorne zu bringen.“ Ob der frühere 1860-Profi nun schleunigst nachholt, was Poschner versäumt hat, also endlich die drei geforderten Verstärkungen präsentiert? Fröhling: „Schöne Grüße von Herrn Aygün. Der ist oben im Büro hart am Arbeiten.“

Die Bild verkündete unterdessen die ersten möglichen Neuzugänge: Patrick Ochs (Wolfsburg), Mohamed Gouaida (HSV) und Cacau (Osaka). Fröhling wunderte sich: „Spieler, die ich gerade mit mir selber bespreche, stehen in München schon in den Zeitungen.“ Aus dem großen Reich der Spekulationen stammen zudem die vielen potenziellen Kandidaten für den Sportchefposten: Benno Möhlmann (zuletzt Trainer des FSV Frankfurt), Manfred Paula (Leiter Nachwuchs, FC Augsburg), Fredi Bobic (zuletzt Sportchef VfB Stuttgart), Martin Bader (zuletzt Sportdirektor 1. FC Nürnberg), Jens Lehmann (Ex-Nationaltorhüter) und Christian Ziege (zuletzt Trainer von Unterhaching).

Fröhling war’s zuviel, er flüchtete sich in den sportlichen Alltag: „Wir konzentrieren uns auf die Heimpremiere“, betonte er. Ob der angeschlagene Daniel Adlung dabei sein wird, entscheidet sich erst noch in einem Härtetest.

Für die Partie in der Allianz Arena werden übrigens gerade mal 20 000 Zuschauer erwartet. Im Vorwort des Stadionhefts beteuert Markus Rejek dennoch: „Die Vorfreude ist riesengroß.“

Armin Gibis

Auch interessant

Meistgelesen

Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Aigner: „Zwei Bonusspiele, um die Saison zu retten“
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Löwen wollen jetzt zusammenhalten - aber wie?
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung
Nur Neuhaus‘ Treffer macht den Löwen Hoffnung
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation
Personal, Taktik, Tickets: Die wichtigsten Fragen zur Relegation

Kommentare