Ex-Aufsichtsrat hat Verständnis für Ismaik

Christian Ude: „Es fehlt am Gemeinsinn für den Verein“

Christian Ude
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Christian Ude.

13 Jahre lang war Christian Ude Aufsichtsratsmitglied beim TSV 1860, ehe er sich im Jahr 2009 verabschiedete. Nichtsdestotrotz ist der ehemalige Oberbürgermeister natürlich noch Fan der Sechzger - allerdings hat Ude jetzt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk ziemlich mit dem Giesinger Klub abgerechnet.

13 Jahre lang saß Christian Ude im Aufsichtsrat von 1860. „Ich bin froh, nicht mehr dabei zu sein“, sagt Ude jetzt im Deutschlandfunk. Trotzdem bleibt der ehemalige Oberbürgermeister im Herzen ein Blauer. „Das Gefühl ein Löwe zu sein ist Gott sei dank von den spielerischen Erfolgen in dieser Saison unabhängig und auch von den Akteuren die gerade im Namen des Vereins oder des Unternehmens auftreten. Löwe zu sein ist ein Lebensgefühl.“

Und wie soll’s mit den Löwen weitergehen? Weg mit Hasan Ismaik? Ude hat Verständnis für den Investor: „Jeder Investor will auch das Sagen haben, den reinen Wohltäter, der Millionen deponiert, um sie dann aus den Augen zu verlieren, gibt es nicht. Wenn man einen Investor braucht und ihn an Land zieht, muss man auch damit leben, dass es ihn gibt. Nun ist hier besonders wenig Fußballkenntnis mit besonders viel Machtbewusstsein vereint, was die Sache außergewöhnlich schwierig macht. Wer ihn loswerden will, muss aber auch eine Ersatzlösung haben und die hab ich noch von niemanden gehört!“

Der Ex-OB sieht in der sportlichen Führung und dem Verhältnis zum Investor ein großes Problem. „Eine devote Haltung ist immer peinlich – vor allem wenn man mit ganz großen Sprüchen das Amt antritt und dann das Gegenteil praktiziert. Sinnvoller wäre es, wenn bei Sechzig jetzt mal alle Akteure akzeptieren, dass es auch die anderen gibt. Der Investor ist doch nur ein Problem! Es gab Menschen, die überall erfolgreich wirkten, nur nicht bei Sechzig. Kaum ist ein Präsident gewählt, ist es die Hauptaufgabe mancher Fan-Gruppe, den Präsidenten abzuschießen. Die Mehrheiten auf den Delegierten-Konferenzen haben immer die Minderheiten, auch wenn sie dies nur um ein Haar ist, völlig missachtet und vor den Kopf gestoßen. Es fehlt am Gemeinsinn für den Verein.“

Alle Informationen zu den Löwen gibt‘s in unserem News Blog.

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