Toto-Pokal ohne Köllner

TSV 1860: Erst Corona-Schreck, dann Zittersieg - Gorenzel rechnet mit Liga-Spiel gegen Halle

Toto Cup SV Burghausen  TSV 1860
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Nach Schlusspfiff bedankten sich die Löwen bei Torhüter Tom Kretzschmar. Auch die Fans feierten den Elfmeter-Helden mit Sprechchören.

Ein turbulenter Totopokaltag lieferte dem TSV 1860 ein ebensolches Spiel. Köllner und Goden mussten in Corona-Quarantäne, die Löwen ins Elfmeterschießen.

Burghausen – Die Löwenfans ließen ihren Elfmeter-Helden Tom Kretzschmar mit Sprechchören hochleben, auch im Burghauser Fanblock blieb die Stimmung trotz des dramatischen Ausscheidens intakt. Dieses 7:6 (2:2, 1:0) der Sechziger nach Elfmeterschießen im Totopokal-Achtelfinale bei Wacker Burghausen, es wird in die weiß-blauen Annalen eingehen.

Corona-Fall beim TSV 1860: Köllner und Goden verpassen Totopokal gegen Wacker Burghausen

Und zwar weniger wegen des Weiterkommens gegen einen unterklassigen Gegner, bei dem die Löwen nach einem früh verschossenen Wacker-Elfer (Helmbrecht, 2.) eine zwischenzeitliche 2:0-Führung aus der Hand gaben. Sondern vielmehr wegen einer pandemischen Premiere. Zum ersten Mal wurde eine Partie des TSV 1860 von einem Coronafall im Stammkader überlagert. Ohne den positiv getesteten Kevin Goden und ihren ebenfalls in häusliche Quarantäne gesteckten Cheftrainer Michael Köllner schafften die Blauen den Einzug ins Viertelfinale des Landespokals.

Wacker Burghausen gegen 1860 München: Löwen verschenken 2:0-Führung und müssen ins Elfmeterschießen

Marcel Bär (27.) und Stefan Lex (55.) hatten vor gut 3500 Fans für den vermeintlich beruhigenden Vorsprung gesorgt, Christoph Maier (64.) und Robin Ungerath (68.) per Doppelschlag ausgeglichen. Im direkt anschließenden Elfmeterschießen hielt Kretzschmar gegen Leipold, Bär verwandelte den letzten Elfer souverän. Die Auslosung des Viertelfinales findet am Samstag in der Halbzeit der BR-Übertragung Würzburg gegen Havelse statt.

Keine personellen „Experimente“, wollte Köllner ob der Schwere der Aufgabe gegen den Regionalliga-Zweiten wagen. Sascha Mölders war zur Schonung für die Liga eingeteilt, der Rest sollte sich bereithalten. Kurz vor der Abfahrt an die Salzach dann der Schock: Rechtsverteidiger Goden hatte ein positives Testergebnis erhalten, neben dem Ex-Nürnberger mussten auch Köllner und mindestens drei ungeimpfte Spieler zu Hause bleiben. Der Trainer, eigenen Aussagen zufolge lange Zeit skeptisch gegenüber Corona-Impfstoffen, hatte sich zwar unlängst doch noch seine Spritze abgeholt, scheiterte jedoch an der 14-tägigen Immunisierungs-Frist.

Die beiden Co-Trainer Günter Brandl und Oliver Beer übernahmen Köllners Aufgaben an der Seitenlinie.

Coronavirus: Folgen für 1860 in der Liga? Gorenzel rechnet mit Halle-Spiel

Welche Auswirkungen das Ganze auf das Ligaspiel am Sonntag (13 Uhr) beim Halleschen FC haben wird, soll heute Mittag in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden entschieden werden. An eine Verlegung glaubt 1860-Sportchef Günther Gorenzel nicht: „Ich gehe davon aus, dass gespielt wird, weil wir mehr als 16 einsatzberechtigte Profis haben.“ Mit der Leistung war Gorenzel nur angesichts der besonderen Umstände zufrieden. Der neuformierten Viererkette Lang-Wein-Belkahia-Greilinger gestand er Abstimmungsprobleme zu. Zumindest Salger dürfte am Sonntag in den Verbund zurückkehren.

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