Nachholtermine frühestens im Mai

Coronavirus: Auch im April keine Partien in der 3. Liga - Löwen warten auf nächste Entscheidung

Das Topspiel des TSV 1860 München gegen den MSV Duisburg fällt aus. Nun hat der Verein abermals reagiert. 

  • Die 3. Liga pausiert wegen des grassierenden Coronavirus* bis mindestens zum 30. April.  
  • Damit sind die Spieltage 28 bis 35 betroffen - auch für den TSV 1860
  • Der DFB will den Vereinen finanziell unter die Arme greifen. 

Update vom 16. März, 21.19 Uhr: Der DFB hat seine Absicht bekräftigt, Vereinen aus der 3. Liga in der Corona-Krise zu helfen. „Es geht darum, im Notfall sehr gezielt Überbrückungshilfen zu geben, um Liquiditätskrisen zu vermeiden“, zitierte der kicker DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge.

In der dritthöchsten Spielklasse haben Klubs ohnehin immer wieder mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die nun ausbleibenden Einnahmen durch die Aussetzung der Partien belasten die Vereine zudem. Der Verlust für alle Drittligisten soll zusammen etwa 1,1 Millionen Euro pro Spieltag betragen. Laut Schatzmeister Osnabrügge muss der Verband aber auch die eigene Haushaltsplanung im Auge behalten, da auch er von der Krise „natürlich wirtschaftlich betroffen sein“ werde, berichtete der kicker.

Update vom 16. März, 20.20 Uhr: Die Saison in der 3. Liga wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie bis zum 30. April unterbrochen. Das beschlossen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Vertreter der Clubs am Montag in einer Videokonferenz. 

Das teilte der DFB mit. Zuvor waren bereits zwei Spieltage abgesagt worden. Eigentlich hätte am Wochenende wieder gespielt werden sollen.

„Wie es nach dem 30. April hinaus in der 3. Liga weitergeht, dazu soll auch die morgige Sitzung der Europäischen Fußball-Union UEFA mit ihren Ergebnissen weitere Hinweise liefern“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung der Löwen. 

Coronavirus/TSV 1860 München: Löwen planen Geisterwochenende

Update vom 13. März, 14.18 Uhr: Der TSV 1860 München hat dieses Wochenende komplett dicht gemacht. Kein Training findet an der Grünwalder Straße statt. 

„Aufgrund der aktuellen Entwicklung rund um den Covid-19-Virus (#Coronavirus) hat sich die sportliche Leitung der Münchner #Löwen dazu entschlossen, die anberaumten Trainingseinheiten bis einschließlich Montag abzusagen“, schrieb der Verein. 

Somit haben die Löwen ein komplettes Geisterwochenende geplant. 

Update vom 11. März, 16:06: Die 3. Liga zieht die Reißleine. Wie der TSV 1860 am Mittwochnachmittag bekannt gab, wurden der 28. und 29. Spieltag nach einer Empfehlung des Ausschusses 3. Liga vom DFB abgesagt. Wie es mit den nächsten Spieltagen weitergeht, wird demnach am kommenden Montag geklärt. 

Die Pressemitteilung des TSV 1860 im Wortlaut: 

Die beiden nächsten Spieltage in der 3. Liga werden verlegt. Mit dieser Entscheidung folgt der DFB als Liga-Träger der Empfehlung des Ausschusses 3. Liga, die im Austausch mit den 20 Klubs ausgesprochen wurde. Der 28. und 29. Spieltag, die ursprünglich für dieses Wochenende sowie kommenden Dienstag und Mittwoch terminiert waren, werden frühestens Anfang Mai nachgeholt. Die genauen Zeitpunkte werden noch festgelegt. Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Die Frage, wie ab dem 30. Spieltag in der 3. Liga verfahren wird, soll am kommenden Montag geklärt werden. Der DFB hat an diesem Tag den Ausschuss und alle Klubs der 3. Liga zu einer außerordentlichen Versammlung in Frankfurt am Main eingeladen.

DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius sagt: „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, nahezu stündlich ergeben sich neue Sachlagen. Klar ist: Die Gesundheit steht über allem.

Klar ist darüber hinaus, dass wir unserer Verantwortung für die Vereine gerecht werden wollen und müssen. Vor diesem Hintergrund ist vom DFB für den Fußball in Deutschland ein vernünftiges und entschlossenes Handeln gefragt. Dies muss stets auf Grundlage der von den zuständigen Gesundheitsbehörden ausgesprochenen Verfügungen und im engen Austausch mit den beteiligten Klubs - wie nun in der 3. Liga - geschehen.“

Der Ausschuss 3. Liga, der sich zum großen Teil aus Klubvertretern zusammensetzt, hatte sich bereits am Montag in einer ersten Einschätzung grundsätzlich dafür ausgesprochen, die von behördlichen Anordnungen betroffenen Partien zunächst eher zu verlegen statt Geisterspiele auszutragen. Hintergrund ist die besondere wirtschaftliche Sensibilität in der 3. Liga, in der die Erträge aus dem Spielbetrieb existenziell für die Klubs sind und mehr als 21 Prozent der jährlichen Gesamteinnahmen ausmachen. Die Haltung des Ausschusses erhärtete sich mehrheitlich im weiteren Austausch mit den Klubs. Der daraus folgenden Empfehlung hat sich der DFB unter Beachtung zahlreicher weiterer Faktoren und in Abwägung der Gesamtsituation nun angeschlossen.

Alle Beteiligten sind sich dabei im Klaren, dass die weiteren Folgen des Coronavirus‘ auf den Spielbetrieb der laufenden Saison noch nicht in vollem Umfang abzusehen sind. Zum Schutze des Wettbewerbs wurde sich daher darauf verständigt, die kompletten Spieltage 28 und 29 zu verlegen und nicht ausschließlich die Partien, die aktuell von behördlichen Anordnungen betroffen sind. So ist gewährleistet, dass alle Klubs die gleiche Anzahl von Spielen absolviert haben und kein verzerrtes Tabellenbild entsteht. Das weitere Vorgehen wird am Montag in der Versammlung mit den Vereinen abgestimmt.

Die Tickets für das Heimspiel des TSV 1860 München gegen den MSV Duisburg behalten ihre Gültigkeit.

Update vom 10. März, 21.50 Uhr: Der TSV 1860 reagierte in einer Pressemitteilung auf die offenen Fragen der Fans zu den kommenden Partien der Löwen. Die Geschäftsführer Günther Gorenzel und Michael Scharold äußersten sich in einer Pressekonferenz zum Coronavirus, das bereits für ein Geisterspiel im Pokal beim FC Memmingen sorgte. Gorenzel sprach von einer „ernsten Situation“, man wolle „Vereinsinteressen den öffentlichen Interessen hinten anstellen“.  Inzwischen entschied der Bayerische Fußball-Verband, bis zum 23. März alle Amateurspiele auszusetzen.

Topspiel gegen Duisburg: Ticketverkauf wird nur gestoppt, wenn...

Ein Problem sieht Gorenzel bei der Wettbewerbsgleichheit, falls in manchen Drittligastadien gespielt werden würde, während andere Vereine ohne Unterstützung von den Rängen auskommen müsse. „Das widerspricht dem Gebot der Fairness und Chancengleichheit“, so Gorenzel. Scharold sieht vor allem den wirtschaftlichen Schaden. Die Geisterspiele bezeichnete er als „Worst Case, weil uns die Zuschauereinnahmen komplett fehlen würden. Gleichzeitig aber noch Ausgaben anfallen.“ Er plädiert aufgrunddessen für eine einheitliche bundesweite Regelung durch den DFB. 

Auch eine Saisonverlängerung bis zum 30. Juni schließt er nicht aus, auch wenn dies „unglaublich kompliziert“ werden könnte. Der Ticketverkauf für die kommenden Ligapartien, auch für das Topspiel gegen Duisburg, würde nur gestoppt werden, sollte eine behördliche Anordnung bei den Löwen eingehen. „Wie wir dann weiter verfahren, hängt davon ab, ob es Spielverlegungen oder Geisterspiele gibt“, bittet Scharold die 1860-Anhänger um Geduld. Doch auch er weiß, „es kann jeden Tag zu einer neuen Bewertung der Lage kommen.“

1860 München: Keine Zuschauer bei Toto-Pokal-Halbfinale 

Update vom 10. März, 11:46 Uhr: Fußball-Regionalligist FC Memmingen kann das bayerische Pokal-Halbfinale gegen den Drittligisten TSV 1860 München am 31. März nicht wie geplant austragen – zumindest nicht mit Zuschauern. Hintergrund ist das in Bayern jetzt ausgesprochene Verbot bis 10. April Großveranstaltungen mit über 1.000 Besuchern durchzuführen. „Der Rechtsdirektor der Stadt Memmingen Thomas Schuhmaier hat uns zudem mitteilt, dass die Durchführung des Spiels auch mit einer Zuschauerbegrenzung unter 1.000 Personen nicht möglich ist“, teilt FCM-Präsident Armin Buchmann mit. In der städtischen Begründung heißt es weiter: „Da Ziel der Maßnahme die Verhinderung der Ansteckungsketten des Sars-CoV-2 Virus ist, würde auch eine Durchführung des Fußballspiels mit Zuschauerbegrenzung unter der fußball-affinen Bevölkerung Massenansammlungen auslösen. Diese gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Dass diese Entscheidung wirtschaftliche Folgen hat, ist uns selbstverständlich klar, sie ist allerdings nicht vermeidbar“.

FC Memmingen will Spiel verlegen 

Der FC Memmingen hat Kontakt mit dem Bayerischen Fußballverband aufgenommen, ob der Pokaltermin verlegt werden kann, zumal der ursprüngliche Zeitpunkt im Rahmenkalender ohnehin um den 21. April herum gewesen wäre. Gekaufte Karten behalten für einen möglichen Ersatztermin ihre Gültigkeit. Eine Rückgabe ist aktuell nicht möglich. Gut 2.500 Tickets sind für den Heimbereich bereits abgesetzt, dazu eine Anzahl an Karten für den Gästeblock. Der weitere Vorverkauf ist vom FCM bereits am Montag vorsorglich vorerst ausgesetzt worden. Die Verantwortlichen hatten mit einer mit 5.000 Zuschauern ausverkauften Arena gerechnet. Sobald der FCM selbst genauere Informationen hat, werden diese unverzüglich weitergegeben.

Der FC Memmingen wartet zudem noch auf eine Antwort der Stadt, ob die Regionalliga-Punktspiele am 20. März gegen den SV Wacker Burghausen und am 3. April gegen den FC Schweinfurt in der Arena ausgetragen werden können. Wenn die gleiche Regelung in Sachen Zuschauer wie im Pokalspiel zur Anwendung kommt, könnten diese Begegnungen allenfalls als „Geisterspiele“ ohne Zuschauer ausgetragen werden.

Update vom 9. März, 20.49 Uhr: Der TSV 1860 München könnte von der Entscheidung des Freistaates betroffen sein: Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen sollen im Freistaat Bayern bis Karfreitag untersagt werden.

Besonders bitter: Am Samstag, den 14. März steht das absolute Topspiel der 3. Liga gegen den MSV Duisburg an. 

Auch folgende Spiele im Grünwalder Stadion könnten betroffen sein:

1860 München - Würzburger Kickers - Sa, 21. März, 14.00 Uhr

1860 München - Hansa Rostock - Sa, 4. April, 14.00 Uhr

Der TSV 1860 München spielt bis zum Karfreitag (10. April) auch noch folgende Partien: 

1. FC Kaiserslautern - TSV 1860 München - Di, 17. März, 19.00 Uhr

KFC Uerdingen - TSV 1860 München - Sa, 28. März, 14.00 Uhr

Toto-Pokal in Memmingen (siehe unten)

Coronavirus: Memmingen stoppt Kartenverkauf für Pokalspiel gegen Löwen

Erstmeldung : Der FC Memmingen hat den weiteren Kartenvorverkauf für das bayerische Pokal-Halbfinale am 31. März gegen den TSV 1860 München vorsorglich vorerst ausgesetzt. „Wir verfolgen natürlich die aktuelle Entwicklung bezüglich des Coronavirus und die derzeit ausgesprochenen Empfehlungen für Veranstaltungen sehr genau“, so FCM-Präsident Armin Buchmann, „eine mögliche Option könnte sein, dass die Begegnung mit reduzierter Kapazität auszutragen damit ausreichend ‚Luft‘ bzw. Abstand in den Zuschauerreihen ist“. 

FC Memmingen verbessert Bedingungen

Gut 2.500 Karten für den Heimbereich sind bereits abgesetzt. Bei 1860 München läuft der Vorverkauf für maximal 1.100 Tickets für den Gästeblock derzeit noch. Die Arena hat ein Fassungsvermögen von 5.000 Besuchern. Damit würden nach aktuellem Vorverkaufsstand etwa ein Drittel der Stehplätze frei bleiben.

In Absprache und mit der Unterstützung der Stadt Memmingen werden die sanitären Bedingungen für das Pokalspiel in der Arena deutlich verbessert. Es werden für den Heim-Stehplatzbereich ausreichend Toiletten und Handwaschgelegenheiten zur Verfügung stehen.

Gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit - Rückgabe nicht möglich

Ob sich die Corona-Lage in den kommenden Wochen verschärft und auch in Bayern größere Veranstaltungen abgesagt oder verlegt werden müssen, muss abgewartet werden. Darüber befinden in der Folge dann ohnehin nicht mehr der Verein selbst, sondern die Gesundheitsbehörden beziehungsweise der Bayerische Fußballverband. Gekaufte Karten behalten aktuell ihre Gültigkeit, eine Rückgabe ist nicht möglich.

Wenn sich die Lage entspannt und mit einer vollen Arena gespielt werden kann, wird der Kartenverkauf fortgesetzt. Zwar wird Sport1 die Partie im Fernsehen übertragen. Ein „Geisterspiel“ ohne Fans ist für den FCM keine Option, denn die finanziellen Ausfälle wären angesichts der bereits verkauften Karten und abgeschlossener Sponsorenpakete laut Buchmann fatal.

Am vergangenen Samstag hat der FCM sein Punktspiel gegen den TSV Aubstadt mit 574 Zuschauern wie geplant und ohne Probleme ausgetragen. Auch das nächste Regionalliga-Heimspiel am 20. März gegen den SV Wacker Burghausen wird – nach heutigem Stand – ganz normal stattfinden.

PM (FC Memmingen)

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Rubriklistenbild: © MIS / Bernd Feil/M.i.S.

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