„Ich will mehr Verantwortung übernehmen“

Daniel Wein der „Thomas Müller“ von 1860?: Gegen Köln müssen drei Punkte her - „Ein Sieg wäre fällig“

Daniel Wein im Spiel gegen Türkgücü München.
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Daniel Wein im Spiel gegen Türkgücü München.

Fast ununterbrochen stand er für die Löwen in dieser Saison auf dem Platz. Daniel Wein ist eine feste Größe bei 1860 geworden. Mit Zuversicht geht er deshalb in die Vertragsverhandlungen.

München - Bester Löwe im Derby gegen Türkgücü, Dauerbrenner unter Trainer Michael Köllner: Daniel Wein (26) hat sich festgespielt in der Startelf des TSV 1860. Das Interview vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Viktoria Köln

Daniel Wein, es scheint sich mal wieder ein altes Löwen-Grundgesetz zu bewahrheiten: Wein spielt immer. Von 1065 möglichen Minuten in dieser Saison haben Sie nur 30 verpasst. Sind Sie der Thomas Müller der Blauen?
Wein: (lacht) Ich weiß nicht, ob ich der bin – ich mach halt, was der Trainer von mir verlangt. Egal, wo er mich einsetzt. Ich glaube, man weiß, was man bekommt, wenn man mich aufstellt.
Im Sommer sagten Sie, dass Sie als Innenverteidiger noch einen Tick wohler fühlen als auf der Sechs. Haben Sie Ihr Repertoire erweitert, als Sie kürzlich für Marius Willsch rechts hinten aushelfen mussten?
Wein: Würde ich nicht sagen. Rechtsverteidiger ist nicht so mein Ding. Klar, wenn einer ausfällt und mich der Trainer da hinstellt, dann gebe ich wie immer alles. Aber zentral fühle ich mich deutlich wohler. Im Zentrum kann ich den Ball nach rechts spielen oder nach links. Wenn du außen stehst, dann fehlt dir einfach eine Option.

Daniel Wein will in seiner vierten Saison bei den Löwen mehr Verantwortung übernehmen

Vor Ihrer vierten Saison bei 1860 hatten Sie erklärt, noch mehr Verantwortung übernehmen zu wollen. Wo in der Team-Hierarchie würden Sie sich derzeit ansiedeln?
Wein: Schwere Frage. Im Februar werde ich 27, spiele jetzt in der vierten Saison bei 1860 – ich denke, dass ich da auf einem guten Weg bin. Ich versuche mehr zu sprechen auf dem Platz, mehr Verantwortung zu übernehmen wie jetzt auch gegen Türkgücü. Ich denke schon, dass man sich auf mich verlassen kann.
Ist es ein indirektes Kompliment für Sie, dass der Verein dann doch keinen Ersatz für Tim Rieder geholt hat? Werten Sie das als Vertrauensbeweis?
Wein: Kann man so sehen, ja. Wobei der Trainer ja auch den Erde (Dennis Erdmann) zum Sechser umfunktioniert hat. Tim war natürlich ein herber Verlust, aber ich nehme die Rolle gerne an und streite mich jetzt mit Erde um den Platz (lacht).
Zwei komplett unterschiedliche Spielertypen…
Wein: Würde ich auch sagen. Erde ist eher der harte Zweikämpfer, ich bin mit Ball vielleicht der etwas offensivere Spieler.

Daniel Wein hofft auf mehr Glück bei den Schiris und weniger Dusel bei den Gegnern

Sportlich läuft es ähnlich wie letzte Saison in der Rückrunde: Starker Beginn mit einer Ungeschlagen-Serie – plötzlich dann die ersten Niederlagen und kaum noch Siege. Liegt das weiterhin an den fehlenden Zuschauern, wie Sie damals analysierten?
Wein: An den fehlenden Zuschauern kann man’s jetzt nicht mehr festmachen. Wir spielen meistens ganz gut, finde ich, aber im Moment fehlt uns manchmal auch das Glück. Nicht nur mit den Schiedsrichtern, auch wenn der Gegner das Dusel hat und aus einer Chance ein Tor macht.
Was sagt es über die Liga aus, wenn man nach nur zwei Siegen in neun Spielen immer noch oben dabei ist?
Wein: Mir war es schon vor der Saison klar, dass das wieder ein relativ enges Rennen wird. Keine Mannschaft kann sich entscheidend absetzen. Für uns ist das gut im Moment, trotzdem täten wir gut daran, mal wieder drei Punkte zu holen.
Am Samstag geht es zu Viktoria Köln, wo am 33. Spieltag der letzten Saison der Quasi-Knockout im Aufstiegskampf erfolgte.
Wein: Da haben wir auf jeden Fall was gutzumachen. Auch für mich war das 0:2 in Köln eines der schlechtesten Spiele, das ich gemacht habe. Danach kommt dann Mannheim zu uns – auch da wäre mal ein Sieg fällig.

Daniel Wein geht zuversichtlich in die Vertragsverhandlungen

Würden Sie dafür plädieren, den Kader im Winter auf etwas breitere Füße zu stellen?
Wein: Das ist nicht meine Baustelle, da müssen Sie unseren Geschäftsführer Sport oder den Trainer fragen.
Für Sie selbst geht es zusätzlich darum, sich für eine Vertragsverlängerung zu empfehlen.
Wein: Die Gespräche laufen jetzt an. Ich bin positiv gestimmt, bringe meine Leistung und denke, dass ich mir eine Vertragsverlängerung verdient hätte.

Das Interview führte Uli Kellner.

Im Spiel gegen Victoria Köln fehlt ein wichtiger Knipser. Können die Löwen trotzdem das Spiel für sich entscheiden?

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