Das machte seine Verletzung so frustrierend

Daniel Wein: „Die Fans mit einem geilen Spiel beschenken“ - Vorfreude auf 10.000 im Grünwalder

Blauer Hoffnungsträger: Bei seinem Comeback nach mehrmonatiger Verletzungspause in Halle traf Daniel Wein zum 1:1.
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Blauer Hoffnungsträger: Bei seinem Comeback nach mehrmonatiger Verletzungspause in Halle traf Daniel Wein zum 1:1.

Daniel Wein kam nach mehreren Monaten endlich zurück. Und traf sofort für den TSV 1860. Im Interview spricht er über seine Verletzung und die Vorfreude auf die Fans.

München – Es war ein Comeback nach Maß für Daniel Wein. Nach mehrmonatiger Verletzungspause wegen einer Achillessehnenentzündung mit anschließendem Zehenbruch kam der 27-jährige Münchner am vergangenen Sonntag in Halle zu seinem ersten Drittliga-Einsatz in dieser Saison. Eingewechselt für den verletzten Marcel Bär, dauerte es keine acht Minuten, bis „Vinos“ platzierter Schuss zum 1:1 einschlug. Das Interview mit dem blauen Hoffnungsträger.

Daniel Wein, besser kann man sich nicht zurückmelden, oder?
Das war natürlich eine tolle Geschichte für mich persönlich. Ich mach ja nicht so viele Tore, umso schöner, dass es gleich im ersten Spiel geklappt hat nach der langen Verletzungspause. Noch schöner wär’s natürlich gewesen, wenn wir gewonnen hätten.
Hat es sich eigentlich noch wie die gleiche Mannschaft angefühlt? Viel war zuletzt von einem Kopfproblem die Rede.
Auf jeden Fall fühlt es sich noch so an wie die gleiche Mannschaft, wie eine verstärkte Mannschaft. Ein Kopfproblem sehe ich nicht. Es fehlt uns einfach das Erfolgserlebnis. Damit kann es ganz schnell in die andere Richtung gehen.
Sie sind mental unbelastet zurückgekommen, oder täuscht der Eindruck?
Direkt nach der letzten Saison hab ich schon auch ein, zwei Wochen gebraucht, um die Enttäuschung zu verarbeiten. Aber jetzt bin ich unbelastet reingegangen, das stimmt. Ich hatte eher mit mir selbst zu tun, dass ich komplett fit werde.
Wie frustrierend war diese bislang längste Verletzungspause bei 1860?
Wirklich frustrierend war die Ungewissheit. Niemand konnte wirklich absehen, wie lange es dauert. Bei einem Bänderriss weißt du, wie lange das ungefähr braucht, aber diese Entzündung wollte einfach nicht weggehen.
Welche Therapien habt ihr versucht?
Da war einiges dabei. Zwei, drei andere Sachen bei verschiedenen Ärzten. Der Schmerz war viel schlimmer, als es die MRT-Bilder hergegeben haben, das war das Problem.
Ab wann spürten Sie, dass es aufwärts geht?
Im Laufe der Behandlung wurde es immer besser – mit Schwankungen zwar, aber es war deutlich gemildert. Wann genau dieser Zeitpunkt war, lässt sich nur schwer festmachen. Jetzt mache ich spezielle Aufwärmübungen, damit komme ich gut zurecht.
Sie haben Ihren Vertrag im März bis 2023 verlängert. Nach einer Adduktorenverletzung waren Sie auf der Zielgeraden Ihren Stammplatz los. Wie sieht’s jetzt aus?
Damals hat die Mannschaft super performt, ein Spiel nach dem anderen gewonnen. Ich hab schon verstanden, dass es da keinen Grund zu großen Änderungen gab. Jetzt geht’s von vorne los. Die Ansage heißt: Wer am besten trainiert, der spielt.
Auf welcher Position liegen die besten Chancen, sich wieder festzuspielen?
Meine Positionen sind die Sechs und die Innenverteidigung, auf rechts sehe ich mich nicht so, da haben wir jetzt andere Alternativen.
Die offensivere Rolle vom Halle-Spiel taugt Ihnen nicht?
Da hab ich auch auf der Sechs gespielt, aber hatte offensiv ein paar Freiheiten mehr, weil Halle zu zehnt extrem hinten drinstand. Aber klar, ich mag das schon, wenn ich offensiv mal mitgehen kann.
In der internen Torjägerliste sind Sie nur einen Treffer von der Spitze weg.
Das ist schon ungewöhnlich, wenn du nach acht Spieltagen mit einem Tor vorne dabei bist. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten. Wir waren letzte Saison die offensivstärkste Mannschaft, und das verlernt man nicht.
Von den nächsten vier Ligaspielen werden drei zuhause ausgetragen – gegen Zwickau, Viktoria Berlin und Waldhof Mannheim. Wann platzt der Knoten?
Am besten gleich am Samstag! Wir hatten zwar das 3:0 gegen Köln, da hab ich schon geglaubt, dass wir es gepackt hätten. So was brauchen wir jetzt halt noch mal. Wir sind immer noch relativ am Anfang der Saison.
Eigentlich wäre es jetzt das Wiesn-Eröffnungs-Heimspiel. Wie sehr vermissen Sie das Oktoberfest?
Die Wiesn-Spiele waren immer ein Saisonhighlight mit einer ganz eigenen, positiven Stimmung – klar vermisse ich das. Auch die Wiesn selbst natürlich als Münchner. Aber das lässt sich jetzt leider nicht ändern. Hoffen wir auf nächstes Jahr.
Vergangenen Sommer haben sie den Abgang ihrer „Gangstertruppe“ betrauert: Herbert Paul, Timo Gebhart und Efkan Bekiroglu. Ist schon Ersatz gefunden?
Ich bin mit allen Gangstern immer noch im Kontakt, auch mit Noel (Niemann) und Leon (Klassen). Aber auch jetzt in der Mannschaft hab ich meine Gangster, mit Semi (Belkahia) häng ich viel ab, Merv (Biankadi) ist mein Zimmerkollege bei Auswärtsfahrten.
Wie groß ist die Vorfreude auf 10.000 Fans am Samstag?
Riesig, da freuen wir uns alle drauf! Das ist jetzt noch mal ein großer Schritt zurück zum Ausverkauft. Ich hoffe, dass wir die Fans mit einem Sieg und einem geilen Spiel beschenken können.

Das Interview führte Ludwig Krammer.

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