Er ist gekommen, um Tore zu schießen

Neuzugang Deichmann ist heiß auf die Löwen: „Sechzig musste mich nicht groß ködern“

Trägt den Löwen schon auf der Haut: Yannick Deichmann hat sich sein Sternzeichen tätowieren lassen.
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Trägt den Löwen schon auf der Haut: Yannick Deichmann hat sich sein Sternzeichen tätowieren lassen.

Mit Yannick Deichmann kommt ein Stürmer zu den Löwen, der Bock hat Tore zu schießen und sich zu verbessern. Michael Köllner hat jetzt die Qual der Wahl.

München - Wer sich die Zimmerbelegung im Hotel Dilly durchliest, der könnte durchaus auf die Idee kommen, dass Michael Köllner auch hinter verschlossenen Türen auf einen gesunden Konkurrenzkampf setzt. Richy Neudecker und Keanu Staude teilen sich eine Nummer, Stephan Salger und Semi Belkahia, die Talente Djayo/Knöferl – und in Zimmer 28: Stefan Lex und Yannick Deichmann, zwei (Halb-)Stürmer, von denen sich der Trainer nicht nur Tiefenläufe und Vorlagen erwartet, sondern ausdrücklich auch Tore.

Deichmann über das Angebot der Löwen: „Sechzig musste mich nicht groß ködern“

Fünf Stück konnte Routinier Lex (31) in der vergangenen Saison beisteuern, Zugang Deichmann (26) kam beim VfB Lübeck auf immerhin acht, war damit bester Schütze beim Absteiger. Und erweckte kaum überraschend das Interesse von ambitionierten Clubs wie dem MSV Duisburg oder Aufsteiger Hansa Rostock.

Warum sich Deichmann dennoch für das Angebot des (nicht minder ambitionierten) TSV 1860 aus dem tiefen Süden entschied? „Sie sind eine der spielstärksten Mannschaften der Liga und haben schon eine Gewalt, wenn ich nur sehe, wie viele Dauerkarten schon wieder verkauft sind. Man kann nur Bock haben, hier zu spielen“, sagt er breit lächelnd beim Gesprächstermin im Mannschaftshotel. „Sechzig musste mich nicht groß ködern, ich war sofort Feuer und Flamme, als die Anfrage kam. Ich habe große Lust, in einer Mannschaft zu spielen, die versucht, spielerische Lösungen zu finden.“

Deichmann geht auch mal einen Schritt zurück, um dann zwei nach vorne zu machen

Durchaus ein Kontrastprogramm zum VfB Lübeck, der sein Heil in der Dritten Liga zumeist in Kontern suchte - und trotz jeder Menge Lob der Konkurrenz am Ende als Vorletzter in die Regionalliga Nord zurückmusste. Dorthin, wo Deichmann 2017 vom damaligen Drittligisten VfR Aalen gewechselt war, um nach Stationen in St. Pauli und beim BVB II einen neuen Anlauf im Profifußball zu unternehmen. „Ich bin mir nicht zu schade, einen Schritt zurückzugehen, wenn ich glaube, damit zwei nach vorne zu kommen“, sagt er selbstbewusst. 2020 schafften Deichmanns Lübecker nach 16 Jahren die Rückkehr in den Profifußball.

Bei den Löwen hofft der gebürtige Hamburger nun auf den zweiten Schritt nach vorn. „Absoluten Willen, Leidenschaft und den Drang, Tore zu schießen“, benennt er seine Stärken. Nicht zu vergessen: die Fähigkeit, sich „sehr schnell auf neue Situationen einstellen“ zu können. Im Falle der Sechziger bedeutet dies die Umstellung von Reaktions- auf Aktionsfußball. Pressing und effektiver Ballbesitz sind die Lerninhalte, mit denen sich Deichmann in diesen Wochen beschäftigt. Sein weit fortgeschrittenes Sportmanagement-Studium ist aktuell auf Priorität zwei zurückgesetzt, bis zum Ende der Saison sollte der Bachelor-Abschluss geschafft sein.

Deichmanns Mantra ist besser werden

Was dann bei den Löwen auf dem Zeugnis stehen wird, ist die große Frage, die derzeit nur von den mitgereisten Fans beantwortet wird (Aufstieg, was sonst?). Deichmann, der mit Freundin Laura und Baby-Bulldogge Carlos nach München zieht, gibt sich erwartungsgemäß zurückhaltend. „Besser werden“, heißt das Mantra, mit Fleiß, Beharrlichkeit und innerer Ruhe.

Den linken Oberarm ziert ein Tattoo-Löwe, Deichmanns Sternzeichen. Interessanter ist der rechte Arm: „Be patient“ steht dort geschrieben, sei geduldig. Nicht nur im Ballbesitz.

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