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TSV 1860 zwischen Pokalcoup und Ligatristesse - Kommt jetzt der FC Bayern?

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Von: Korbinian Kothny

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Der TSV 1860 München feiert den Coup im DFB-Pokal ausgelassen mit seinen Fans.
Der TSV 1860 München feiert den Coup im DFB-Pokal ausgelassen mit seinen Fans. © Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de

Der TSV 1860 München feiert den Pokalcoup gegen Schalke 04. Doch wie geht es nach dem Knallerspiel für die in der Liga schwächelnden Sechzger weiter?

München - Ausverkauftes Haus. Gänsehaut-Atmosphäre. 90 packende Minuten. Und am Ende der große Jubel. Es war ein Abend wie gemalt für den TSV 1860 München. Die Löwen lieferten sich mit dem FC Schalke 04 einen atemberaubenden Fight in der zweiten Runde des DFB-Pokals* und zogen durch ein 1:0 ins Achtelfinale ein.

Für die Sechzger war es eine willkommene Abwechslung vom zuletzt eher tristen Ligaalltag. Die Mannschaft von Michael Köllner holte in den vergangenen sieben Spielen nur sechs Punkte und rangiert mittlerweile nur noch einen Punkt vor den Abstiegsplätzen. Können die Münchner Löwen den Rückenwind vom ‚Spiel des Jahres‘ mitnehmen und endlich in der 3. Liga die erhofften Resultate einfahren? Und was ist für die Giesinger im DFB-Pokal drin? Winkt im Achtelfinale endlich ein richtiges Derby gegen den Erzrivalen FC Bayern München*?

„Jetzt wird aber nicht gefeiert.“

Stefan Lex richtet den Blick nach dem Pokal-Coup auf die Liga.

„Jetzt wird aber nicht gefeiert. Ich habe direkt eine Ansage gemacht: Erst, nach dem Spiel am Samstag gegen Freiburg. Wir können uns keine weiteren Ausfälle leisten“, gab Matchwinner Stefan Lex direkt nach dem Spiel die Marschroute für das kommende Ligaspiel. Denn der TSV 1860 braucht dringend auch in der 3. Liga ein Erfolgserlebnis. Vom geplanten Zweitligaaufsteig spricht an der Grünwalder Straße schon seit Wochen keiner mehr - verständlich bei Tabellenplatz 16 und sieben sieglosen Spielen in Folge. Doch die 3. Liga wäre nicht die 3. Liga wenn die Situation mit einem guten Lauf in ein paar Wochen nicht schon wieder ganz anders ausschauen würde.

Denn die Löwen haben trotz der momentanen prekären Lage nach wie vor nur sieben Punkte Rückstand auf den Tabellendritten, 1. FC Saarbrücken. Eine Mannschaft, die absolut auf Augenhöhe mit der Köllner-Elf agiert, wie das Remis am vergangenen Spieltag zeigte. Bis zur Winterpause sind es nur noch acht Spiele. Und das Restprogramm kommt den Blauen dabei entgegen. Gegen Kellerkinder wie Freiburg II, Duisburg, Havelse und Würzburg müssen die Münchner endlich wieder gewinnen und in die Erfolgsspur zurückkehren. Sollte 1860 dies gelingen, ist in dieser 3. Liga nach wie vor alles möglich. Vorbild könnte dafür ausgerechnet der große Erzrivale von der Säbener Straße* sein. Die Amateure des FC Bayern legten in der Saison 2019/20 eine fulminante Aufholjagd hin und krönten sich zum Drittligameister, nachdem die Hoeneß-Truppe zum Jahreswechsel noch in der unteren Tabellenhälfte stand.

DFB-Pokal: Kommt es jetzt zum Münchner Derby?

Apropos FC Bayern. Winkt München nach dem Pokalcoup der Löwen nun das erste große Derby seit 13 Jahren? In der Hand haben die Löwen das freilich nicht. Der Rekordmeister müsste es zudem den Sechzgern erst gleich tun und am Mittwochabend gegen Borussia Mönchengladbach* ins Achtelfinale einziehen. Gegen eine Revanche für das Ausscheiden im Pokal 2008 nach Verlängerung hätten aber wohl die wenigsten Anhänger der Blauen etwas einzuwenden. Auch Kapitän Sascha Mölders machte keinen Hehl aus seinem Lieblingsgegner: „Am liebsten in der nächsten Runde das große Derby.“ So oder so werden sich die Blicke aus Giesing am Sonntagabend nach Köln richten, wenn in der ARD Sportschau die Achtelfinalbegegnungen ausgelost werden.

Denn selbst wenn es nicht zum Derby kommen sollte, das nächste ‚Spiel des Jahres‘ ist für die Löwen vorprogrammiert. Als einzig verbliebener Drittligist neben Waldhof Mannheim (spielen am Mittwochabend gegen Union Berlin) kann sich der TSV auf ein absolutes Highlight im neuen Jahr einstellen. Das Achtelfinale findet am 18./19. Januar 2022 statt. Das Überwintern im deutschen Vereinspokal ist dem Münchner Kultklub also schon mal nicht mehr zu nehmen. Überhaupt ist die Pokalsaison 2021/22 schon jetzt ein voller Erfolg für 1860. Durch das Erreichen des Achtelfinales stehen den Münchnern sichere 630.000 Euro Preisgeld zu. Und wenn mit diesem Geld im Winter der Kader verstärkt wird, damit am Saisonende doch der Zweitligaaufstieg steht, wird sich der eine oder andere Löwe mit noch mehr Wohlwollen an den Pokalfight im November erinnern. *tz.de ist ein Anegbot von IPPEN.MEDIA (Korbinian Kothny)

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