"Echtheit nutzt allen"

Sky-Sportchef erklärt Gründe für Löwen-Doku

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Sky produziert vier 30-minütige Folgen der Löwen-Doku, die Sendetermine stehen noch nicht fest.

München - Die Löwen als Sky-Dokumentation, mehr als nur ein paar Blicke hinter die Kulissen eines Profiklubs. Die tz sprach mit Sky-Sportchef Burkhard Weber über Vorbilder, Chancen und Vertrauen.

Die Löwen als Sky-Dokumentation, mehr als nur ein paar Blicke hinter die Kulissen eines Profiklubs – es ist ein überaus spannendes Projekt, das der Münchner Pay-TV-Sender und der TSV 1860 begonnen haben. Die tz sprach mit Sky-Sportchef Burkhard Weber über Vorbilder, Chancen und den Schlüssel namens Vertrauen.

Herr Weber, was können Sie uns zur Entstehungsgeschichte erzählen?

Weber: Die Vorbilder des Ganzen sind "Hard Knocks" über die National Football League in den USA und "Being Liverpool", die großartige englische Dokumentation über den FC Liverpool von 2012. So etwas mit einem deutschen Klub zu machen, das hatten wir schon länger im Kopf.

Warum fiel die Wahl auf den TSV 1860?

Sky-Sportchef Burkhard Weber.

Weber: Wir hatten eine Liste mit mehreren Vereinen erstellt, auf dieser stand auch 1860. Bei den Löwen war die Resonanz bereits in den ersten Gesprächen sehr positiv. Der Gedankenaustausch mit den Geschäftsführern Markus Rejek und Gerhard Poschner waren konstruktiv und zielführend, auch als zum Abschlussgespräch dann das Trainerteam hinzugekommen ist. Grundsätzlich sind wir ja als Journalisten erst mal die Feinde der Sportler. Aber bei 1860 haben alle Verantwortlichen schnell gesehen, dass das Projekt eine Chance sein kann für den Klub, sich authentisch darzustellen. Zu zeigen, wie ein Profiklub funktioniert, wie die Abläufe sind. Was warum passiert oder eben nicht.

Im Positiven wie im Negativen.

Weber: Glaubwürdigkeit ist das A und O. Wenn es kritische Momente gibt, werden wir die genauso zu beleuchten versuchen wie die positiven. Wir wollen dokumentieren, nicht inszenieren. Dazu braucht es gegenseitiges Vertrauen. Wir haben mit Jürgen Müller einen Autor, der 1860 gut kennt und dazu ein festes Kamerateam mitbringt. Der Idealzustand ist der, dass die Kamera irgendwann nicht wahrgenommen wird, so wie das bei Sönke Wortmanns Sommermärchen 2006 war.

Da stieß Deutschland ins WM-Halbfinale vor, was vieles erleichtert haben dürfte.

Weber: Wahrscheinlich. Aber sportlicher Erfolg ist keine Grundvoraussetzung für das Gelingen unserer Dokumentation. Alle Aspekte sind interessant. Was passiert in der Mannschaft, wie reagieren die Verantwortlichen auf verschiedene Situationen, was machten das Umfeld, die Fans? Wir wollen mit unserem Kontingent an Drehtagen so viel wie möglich einfangen, um ein realistisches Bild von 1860 zeichnen zu können. Ich habe das Gefühl, dass bei den Löwen-Verantwortlichen eine ganz klare Struktur da ist, dass sie wissen, auf welche Art sie wohin wollen. Die Aufbruchsstimmung ist spürbar.

Inwiefern soll das Projekt auch ein Signal sein an die Großklubs, die sich medial zunehmend abschotten um ihre eigene Realität erzeugen zu können?

Weber: Ich glaube durchaus, dass unser Projekt eine Signalwirkung haben kann. Das wird von den Klubs sehr genau beäugt werden. Wichtig ist, dass erkennbar wird, wie wir miteinander umgehen. Dass es nicht wehtut, wenn wir dokumentieren. Echtheit nutzt am Ende des Tages allen Seiten.

Interview: lk

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